Microsoft Azure

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Microsoft Azure
Logo von Microsoft Windows Azure
azure.microsoft.com
Beschreibung Cloud Computing
Sprachen Englisch, Tschechisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Ungarisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch, Türkisch, Hochchinesisch
Eigentümer Microsoft Corporation
Erschienen 2008
Status online

Microsoft Azure (kurz: Azure) ist einer von mehreren Online-Diensten im Rahmen von Microsofts Plattform Windows Azure. Azure ist Microsofts Cloud-Computing-Plattform mit dem Cloud-Betriebssystem Windows Azure und anderen Diensten wie SQL Azure oder AppFabric, die sich in erster Linie an Softwareentwickler richtet. Sie ist seit dem 1. Februar 2010 offiziell verfügbar.[1]

Konzept und Realisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anbieter des Cloud Computings stellen Anwendungen und Datenbanken zur Verfügung, die netzbasiert genutzt werden können. Auch die eigenen Dateien des Anwenders liegen nicht mehr auf dem eigenen Computer, sondern auf den Servern des Providers. Microsoft möchte sich wesentlich stärker auf internetbasierte Dienste konzentrieren und hofft, so dem Käufertrend zu billigeren und leistungsschwächeren Rechnern wie Netbooks begegnen zu können. Ein für den Hersteller interessanter Nebeneffekt wäre, dass das Problem der Raubkopien stark eingedämmt würde, da keine Software an die Endanwender mehr vertrieben werden muss. Das Angebot soll eine wesentliche Kursänderung bei Microsoft markieren. Es konkurriert dabei gegen vergleichbare Angebote wie Google App Engine oder die Elastic Compute Cloud von Amazon.[2]

Windows Azure stellt dabei den großen Teil einer neu entwickelten Plattform, der Windows Azure Platform, dar. Diese Plattform bietet den Anwendern neue Dienste, so beispielsweise eine Datenbank und eine neue Version des .NET Frameworks. Darüber hinaus werden Dienste zur Synchronisation von Daten, die auf dem System der Microsoft Windows SharePoint Services basieren, angeboten.[3]

Im Rahmen einer Daten-Treuhand-Konstruktion wird für Deutschland eine spezielle Cloud-Lösung angeboten, die dem stärkeren Bedürfnis nach Datenschutz in Deutschland genügen sollen. Ein deutscher Datentreuhänder, hier die T-Systems, kontrolliert dabei den Zugriff auf die Kundendaten. Im November 2015 hat Microsoft angekündigt, hierfür zwei Rechenzentren in Deutschland zu installieren. Standorte sind Frankfurt am Main und Magdeburg.[4] Damit werden Kundendaten nicht in Rechenzentren außerhalb Deutschlands verteilt. Die deutschen Rechenzentren sind dabei Teil einer globalen Cloud-Infrastruktur, die 34 Regionen mit über 100 Rechenzentren umfasst.[5]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windows Azure unterteilt sich in Compute, Storage, AppFabric, Virtual Network, CDN und Marketplace.

  • Compute stellt drei sogenannte Rollen zur Verfügung: Web Role als Container für Webanwendungen, Worker Role für unter anderem nebenläufige oder rechenintensive Aufgaben und die VM Role (beta) welche „user-provided Windows Server 2008 R2 image[s]“ in der Cloud hosten.
  • Storage erlaubt das Speichern von Daten in BLOBs, Tabellen oder Queues und AppFabric stellt Infrastrukturdienste wie einen Service Bus, Access Control, Caching, Integration und Composite App für verteilte Anwendungen zur Verfügung.[6]

Durch die VM Role erlaubt es Microsoft, eigene Windows Server Images in ihren Rechenzentren und damit bisherige On-Premise-Lösungen in der Cloud laufen zu lassen. Allerdings ist man hier auf dieses eine Betriebssystem festgelegt. Die Web Role erlaubt es, Anwendungen in einer Vielzahl von Programmiersprachen (.NET (C# and Visual Basic), C++, PHP, Ruby, Python, Java[7]) bereitzustellen. Die Windows Azure Platform ist insbesondere abgestimmt auf das .NET Framework und Visual Studio.[6] Es gibt zwar eine Eclipse-Integration, die sich aber nur unter Windows nutzen lässt.[8]

Microsoft bietet außerdem ihre Infrastruktur auch als Appliance an, um sich eine private Windows-Azure-Cloud im eigenen Rechenzentrum aufzubauen.[9]

Microsoft unterstützt die meisten Programmiersprachen und hat ein auffallendes Rollensystem. Um allerdings eine Java-Webanwendung zu deployen, kann man nicht einfach eine WAR-Datei hochladen, sondern man muss die eigene Anwendung inklusive Java-Laufzeitumgebung und Tomcat-Application-Server in eine Worker Role verpacken und deployen.[10]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Teile scheinen seit 2010 nicht mehr aktuell zu sein: Alle Neuerungen in Microsoft Azure sind nicht aufgeführt (derzeitiger Azure Stand ist mit Azure Stand 2010 überhaupt nicht zu vergleichen)..
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Ray Ozzie kündigte auf der Professional Developers Conference 2008 in Los Angeles zum ersten Mal Windows Azure offiziell an und stellte den Teilnehmern der Konferenz den Zugang zu einem Community Technology Preview zur Verfügung. Zuvor war es von Steve Ballmer als Windows Cloud angekündigt worden.[3]

Die Plattform steht seit dem 1. Februar 2010 offiziell zur Verfügung. Andere Software-Hersteller sind damit in der Lage, ihre Software über die Plattform als SaaS-Dienst anzubieten.[11]

Die Funktionalität der Windows-Azure-Plattform wurde von Microsoft seit ihrer Erstvorstellung im Herbst 2008 stufenweise ausgebaut. Die nachfolgende Übersicht informiert über wesentliche Erweiterungen der Plattform sowie wichtige Bekanntmachungen zu Windows Azure. Dabei änderte sich stetig die Anwendbarkeit der Cloud. Dabei gab es Probleme, sich selbst nicht in Konkurrenz zum eigenen Werken zu stehen.

Zeitpunkt Erweiterungen
Oktober 2008
  • Ankündigung der Windows-Azure-Plattform
  • Erste Testversionen von Azure öffentlich verfügbar.
März 2009
  • Veröffentlichung von SQL Azure (relationales Datenbanksystem als Cloud Service)
  • Aktualisierung der Azure Testversion
  • Full Trust, PHP-Unterstützung, Java-Unterstützung, Testversion des Content Delivery Networks (CDN)
  • Ankündigung von VM-Hosting (VM-Role)
  • Veröffentlichung des Preismodells
November 2009
  • Aktualisierung der Azure-Testversion: Full Trust, PHP-Unterstützung, Java-Unterstützung
  • Testversion des Content Delivery Networks (CDN)
  • Ankündigung von VM-Hosting (VM-Role)
  • Veröffentlichung des Preismodells
Juni 2010
  • Unterstützung von .NET Framework 4
  • Versionierung der Gast-Betriebssysteme
  • Verfügbarkeit des Content Delivery Networks (CDN)
  • Erweiterungen bei SQL Azure
November 2010
  • VM-Hosting
  • Startup-Tasks und Plugins für VM-Instanzen
  • Full-IIS
  • Windows Azure Connect (ehemals „Project Sydney“)
  • Remote Desktop

Dienste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Azure stellt eine große Anzahl von Diensten bereit, welche auf der Azure-Webseite aufgelistet und beschrieben werden.[12] Zudem existiert ein Marktplatz über den Dienste von Drittanbietern bereitgestellt und genutzt werden können.[13] Die Dienste können sowohl über ein Portal, als auch über PowerShell-Skripte eingerichtet und verwaltet werden.

Ausfallsicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Microsoft können die Daten auf verschiedenen Servern redundant gespeichert werden. Eine Verfügbarkeit von 99,9 % (diese Verfügbarkeitsklasse 3 entspricht rechnerisch einer jährlichen Ausfallzeit von 8:46 Stunden) für den Compute-Bereich von Windows Azure wird zugesichert, wenn mindestens zwei Instanzen jeder Rolle gleichzeitig in unterschiedlichen Fehler- und Upgrade-Bereichen laufen,[14] um im Falle eines Ausfalls einer Instanz eine zweite Instanz als Rückfallmöglichkeit zu haben.[15] Auch für den Storage-Bereich von Windows Azure wird eine Verfügbarkeit von 99,9 % zugesichert, wenn es sich um korrekt formulierte Anfragen zum Hinzufügen, Bearbeiten, Lesen oder Löschen der Daten handelt.[14]

Am 26. Juli 2012 kam es in Westeuropa zu einem zweieinhalb Stunden dauernden Ausfall von Microsofts Cloud-Dienst Azure.[16]

Am 18. und 19. August 2014 kam es zu einem weltweiten Ausfall diverser Azure-Dienste über mehrere Stunden.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Windows Azure Platform Now Generally Available in 21 Countries. Microsoft, 1. Februar 2010, abgerufen am 9. Mai 2010 (englisch).
  2. Das Wolken-Windows. In: DerWesten. Kunke Medien NRW, 1. November 2008, abgerufen am 11. Dezember 2016.
  3. a b Microsoft stellt Windows Azure vor. ZDnet.de, 27. August 2008, abgerufen am 15. April 2009.
  4. Björn Greif: Microsoft kündigt Clouddienste aus deutschen Rechenzentren an. In: zdnet.de. 11. November 2015, abgerufen am 17. November 2016.
  5. Anja Schmoll-Trautmann: Microsoft bietet Cloud-Dienste jetzt aus deutschen Rechenzentren an. zdnet.de, 21. September 2016, abgerufen am 17. November 2016.
  6. a b D. Chappell. Introducing the Windows Azure Platform. 2010-10, http://www.microsoft.com/windowsazure/Whitepapers/introducingwindowsazureplatform/default.aspx Abrufdatum: 2. Juni 2011.
  7. Windows Azure Platform and Interoperability. Microsoft, archiviert vom Original am 21. November 2009, abgerufen am 2. Juni 2011 (englisch).
  8. B. Lobaugh: Deploying a Java application to Windows Azure with Command-line Ant. In: Microsoft Platform & Java. Microsoft, 14. Dezember 2011, abgerufen am 11. Dezember 2016 (englisch).
  9. Windows Azure Pack. Microsoft, abgerufen am 11. Dezember 2016 (deutsch).
  10. Cesar de la Torre: Developing and Deploying Java-Tomcat apps into Windows Azure. Microsoft, 12. September 2010, abgerufen am 11. Dezember 2016 (englisch).
  11. runtime software Kundenstory: Mehr Umsatz und weniger Kosten im Modevertrieb mit Windows Azure. runtime.de, 10. August 2011, abgerufen am 10. August 2011 (PDF; 1,1 MB).
  12. Azure-Produkte. Microsoft, abgerufen am 11. Dezember 2016 (deutsch, Überblick über die verfügbaren Azure-Services).
  13. Azure Marketplace. Microsoft, abgerufen am 11. Dezember 2016 (deutsch).
  14. a b Vereinbarungen zum Servicelevel (SLAs). Microsoft, abgerufen am 11. Dezember 2016.
  15. Improving Application Availability in Windows Azure. Microsoft, archiviert vom Original am 15. November 2010, abgerufen am 22. Juni 2011.
  16. Henning Behme: Cloud: Windows-Azure-Panne behoben. In: Heise Online. 28. Juli 2012, abgerufen am 11. Dezember 2016.
  17. Anja Schmoll-Trautmann: Microsoft Azure: Nutzer weltweit vom mehrstündigen Ausfall betroffen. In: CNET Deutschland. 19. August 2014, abgerufen am 11. Dezember 2016.