Milk!

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Milk! ist der Name eines ehemaligen Mannheimer Clubs, der als Wegbereiter von Breakbeats und damit Jungle- und Drum-and-Bass-Musik in Deutschland gilt.

Das Milk! wurde 1990 in den ehemaligen Räumen der Diskothek Valentino auf den Planken P4, 13 der Mannheimer Quadratestadt gegründet und bot für etwa 400[1] Gäste Platz. Überregionale Bekanntheit erlangte es ab 1992, als man sich auf Breakbeat- und Jungle-Musik konzentrierte und so von den damals in der Technoszene in Deutschland vorherrschenden elektronischen Musikstilen Techno und House abhob.[2]

Bekannte DJs aus England begannen im Milk! ihre internationale Karriere. Das sogenannte „Milk-DJ-Team“ bestand aus den Resident-DJs Bassface Sascha und Holger Klein, später kamen weitere lokal bekannte Musiker wie DJ Jonathan und DJ Tobi dazu. Geschäftsführer des Milk! war Dirk Mantei, der um 1988/89 als Veranstalter von Acid House-Partys in Südwestdeutschland in Erscheinung getreten war und als D-Man im musikalischen Bereich bekannt wurde.[3] Der später als Soul- und R&B-Sänger bekannt gewordene Xavier Naidoo arbeitete bis 1992 als Türsteher im Milk![4] und bezeichnet dies als „eine sehr prägende und wichtige Zeit“ in seinem Leben.[3]

Milk!-Wagen auf der Loveparade

Das Milk! wurde 1992 von der Zeitschrift Frontpage zum Club des Jahres gewählt.[1] Auf der Loveparade präsentierten sich der Club und die sogenannte Milk!-Posse als Love-Pirates und etablierten die Musikrichtung somit auch in Berlin, sowie im Club XS in Frankfurt am Main.

Aus dem Umfeld des Milk!-Clubs entstanden auch die Großveranstaltungen unter dem Namen Euphoria und Future, die neben der neueren Kings of the Jungle bis später die größten Jungle-Raves in Deutschland bilden. Aus dem Vibration-Club in Forst bei Bruchsal, in dem erstmals ab 1994 in Deutschland wöchentlich DJs und MCs aus Großbritannien anreisten, entstand aus einer zufälligen Überbuchung die Großveranstaltungs-Reihe Meditation.

Der Name Milk! wurde laut Frontpage in Anlehnung an den Begriff „Muttermilch“ als „Ursprung alter Lebendigkeit und Bewegung“ gewählt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Disco des Jahres: milk! Frontpage, 1993
  2. Das Breakbeat Phänomen – 10 Jahre Drum’n’Bass in Mannheim, Mannheimer Stadtmagazin Meier, Februar 2002 – darunter ein Rückblick von Holger Klein
  3. a b Holger Klein: Clublegenden – milk! Groove, 2004
  4. Biografie von Xavier Naidoo bei laut.de

Koordinaten: 49° 29′ 12,5″ N, 8° 28′ 9,4″ O