Minenwerfer

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Munition für 8,1 cm Minenwerfer der Schweizer Armee

Ein Minenwerfer ist ursprünglich ein Waffensystem zum Verschießen von Geschossen mit Minenwirkung. Es handelte sich dabei in der Regel um Steilfeuergeschütze mit kurzem Rohr sowie Rohrrücklauf- und Bremsvorrichtung, die von der Mündung geladen werden. Als Minenwerfer wurden nur Steilfeuergeschütze mit einem Geschossgewicht von mehr 4,6 kg bezeichnet - Geschütze, die leichtere Geschosse verwandten, wurden als Granatwerfer deklariert. Minenwerfer wurden vom Deutschen Heer und von der K. u. k. Armee im Ersten Weltkrieg eingesetzt. Ähnliche Waffen bei denen die Splitterwirkung im Vordergrund stand, wurden als Granatwerfer, Mörser, Flügelminenwerfer oder Ladungswerfer bezeichnet.

Der Begriff Minenwerfer wurde nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland bis in die 1930er als Tarnbezeichnung für Infanteriegeschütze mit größeren Kalibern verwendet. Der Grund dafür war, dass im Vertrag von Versailles Artilleriegeschütze reglementiert wurden, Minenwerfer jedoch weniger.

Heutzutage werden Steilfeuergeschütze zur unmittelbaren Kampfunterstützung in Deutschland als Mörser und in Österreich als Granatwerfer bezeichnet.[1] In der Schweiz wird bis heute von Minenwerfern gesprochen, auch wenn sich die Schweizer Armee auf die international übliche Bezeichnung Mörser umstellen will.[2][3]

Nicht zu verwechseln sind Minenwerfer mit Systemen zum Verlegen von Landminen, wie z. B. dem Minenwurfsystem Skorpion.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laden eines Schweren Minenwerfers 25 cm
Schweizer Minenwerfer 8,1 cm (2017)

Minenwerfer des Ersten Weltkriegs waren:

Minenwerfer des Kalten Krieges waren:

  • 8,1 cm Minenwerfer 33 (Schweiz) und 72 (Schweizer Gebirgsinfanterie)[4]
  • 8,1 cm Festungsminenwerfer 56/60 (Schweiz)[5]
  • 12 cm Festungsminenwerfer 59/83 (Schweiz)[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Reinhart, Michael am Rhyn: Automatwaffen II – Maschinengewehre, Sturmgewehre, Minenwerfer. Bewaffnung und Ausrüstung der Schweizer Armee seit 1817. Band 14, Verlag Stocker-Schmid, Dietikon-Zürich 1983, ISBN 3-7276-7014-2.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tillmann Reibert: "Die Entstehung eines neuartigen Waffentyps als Reaktion auf die Bedingungen des Stellungskrieges; Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades", 2013, Universität Hamburg, S. 29-30, [1]
  2. Milliardenschweres Rüstungsprogramm 2016 in: Neue Zürcher Zeitung, 25.2.2016
  3. Stellenbeschreibung Minenwerferkanonier in der Schweizer Armee
  4. Schweizerische Armee: Reglement 53.131: Die 8,1 cm Minenwerfer 1933 und 1972.
  5. Festung Oberland: 8,1 cm Festungsminenwerfer 56/60 (Memento vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive)
  6. Festung Oberland: 12 cm Festungsminenwerfer 59/83 (Memento vom 27. Dezember 2015 im Internet Archive)