Mingle

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Mingle ist eine Kombination aus den englischen Wörtern „mixed“ und „Single“ und bedeutet, dass man „offiziell“ Single ist, aber gleichzeitig temporär einen beziehungsähnlichen Zustand hat. Als Synonym gilt die Bezeichnung „Freunde mit gewissen Vorzügen“.

Geprägt ist das Mingle-Dasein von Unverbindlichkeit, nicht zu viel Nähe, und von einer Freiheit, die nicht aufgegeben werden möchte; gepaart mit Momenten der Zweisamkeit, die sich nicht stark von denen eines „normalen“ Paares unterscheiden: man trifft sich, unterhält sich, man unternimmt gemeinsam etwas, geht zusammen aus und schläft miteinander.[1]

Dieses Phänomen ist quasi die beziehungstechnische Umsetzung der zunehmenden Individualisierung und Selbstbestimmung, die vor allem in großen urbanen Zentren zu beobachten ist. Die bayerische Metropole München ist ein gutes Beispiel für ein erhöhtes Vorkommen an Mingles. Im Jahre 2011 hat auch die romantische US-Komödie „Freunde mit gewissen Vorzügen“ (Originaltitel: „Friends with Benefits“) – in den Hauptrollen Mila Kunis und Justin Timberlake – nicht unwesentlich dazu beigetragen, dieses „moderne“ Beziehungskonzept in der breiten Öffentlichkeit präsenter werden zu lassen.[2]

Die Wortschöpfung wird dem Trendforscher Peter Wippermann zugeschrieben.[3] Es handelt sich daher um eine Wortneuschöpfung aus den 2000er-Jahren und ist im Englischen nicht in dieser Bedeutung gebräuchlich, dort steht to mingle für vermischen.

Gründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Gründe für diese neue Unverbindlichkeit. Der zentrale und wichtigste ist wohl die Angst, zu viele andere, womöglich bessere, Möglichkeiten auszuschließen, wenn man sich eindeutig zu einem Menschen bekennt.[4]

Viele Singles entscheiden sich ganz bewusst für diesen beziehungsähnlichen Zustand, weil sie am besten zu ihrer jeweiligen Lebenssituation passt. Flexibilität, Selbstverwirklichung und Unverbindlichkeit haben für Mingles Priorität. Einige haben vielleicht nach ihrer letzten Beziehung gerade erst alle Trennungsphasen durchlaufen und ihren Trennungsschmerz mal eben so überwunden und bleiben deshalb lieber unverbindlich: Sie wollen sich nicht direkt in die nächste feste Partnerschaft stürzen.

Darüber hinaus passt es, zeitlich sowie auch durch die unterschiedlichsten privaten oder emotionalen Randbedingungen, einfach nicht, die Verpflichtungen einer kompletten Beziehung in Gänze erbringen zu können.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Isabel Tesch: Beziehungsstatus: „Mingle“ – Wollen wir heute keine Verpflichtungen mehr eingehen? (Nicht mehr online verfügbar.) In: The Huffington Post. 16. Januar 2014, ehemals im Original; abgerufen am 22. August 2014.@1@2Vorlage:Toter Link/www.huffingtonpost.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  2. Joachim Rodriguez: Online Dating Glossar – Mingle. In: Dating Vergleich. 6. April 2014, abgerufen am 24. November 2020.
  3. Single oder Mingle? – Liebe lieber unverbindlich. In: Focus.de. 4. Februar 2014, abgerufen am 7. März 2021.
  4. Nicola Erdmann: Sind wir zusammen? Oder was? Das Leben als Mingle. In: ICON/Welt am Sonntag. 8. Januar 2014, abgerufen am 22. August 2014.