Missionsstation

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Eine Missionsstation (kurz auch „Mission“) ist eine Siedlung zum Zweck der christlichen Missionstätigkeit im Ausland. Die historische christliche Mission suchte die indigene Bevölkerung vom Boden ihrer angestammten Kultur zu trennen, und ihnen mit dem Christentum gleichzeitig die europäische Kultur und deren Werte als Ziel zu vermitteln. Moderne Missionare suchen im Gegensatz dazu, sich in lokale Gemeinschaften zu integrieren.

In einigen Kolonien wurden die Missionsstationen Zufluchtsstätten für Migranten oder Siedlungsplätze ehemals nomadischer Volksgruppen. Missionen galten als nützliches Werkzeug des Kolonialismus, die Unterdrückung der angestammten Kultur sowie die Anleitung von Arbeitern. Ein beträchtlicher Teil christlicher Missionare war in diese Rolle verstrickt oder beförderte sie sogar. Der Missionar Alexander Merensky etwa gewann 1886 ein Preisausschreiben zum Thema: Wie erzieht man am besten den Neger zur Plantagenarbeit.

Die kolonialen Kirchen oder Siedlungen im spanischen Kolonial-Amerika nennt man bis heute Mission, siehe Spanische Missionen.

Andere Missionsstationen suchten caritative und emanzipative Ansätze zu verwirklichen. Sie sahen die medizinische und pädagogische Tätigkeit als Bestandteil ihres missionarischen Wirkens an. Dies brachte ihnen besonders im Süden Afrikas die Feindschaft der europäischen Siedler ein. Ihnen waren oft Schulen und Krankenhäuser angeschlossen, wie zum Beispiel in Peramiho.

In Australien wurden Aborigines-Missionsstationen zu Zufluchtsstätten oder Ghettos für Aborigines an den Stadträndern.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Missionsstationen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien