Mondumlaufbahn-Rendezvous

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Diagram eines LOR

Das Mondumlaufbahn-Rendezvous (LOR) ist ein Schlüsselkonzept, um Raumschiffe effizient auf dem Mond zu landen und zur Erde zurückzubringen. Es wurde in den 1960er und 1970er Jahren für die Missionen des Apollo-Programms verwendet und ist auch im Konzept des Nachfolgeprogramms Artemis vorgesehen. In einer LOR-Mission reisen ein Hauptraumschiff als Orbiter und eine kleinere Mondlandefähre in eine Mondumlaufbahn. Die Mondlandefähre senkt sich dann selbständig auf die Mondoberfläche, während das Hauptschiff in der Mondumlaufbahn verbleibt. Nach Beendigung der Oberflächenmission kehrt der Lander in die Mondumlaufbahn zurück, um sich mit dem Hauptraumfahrzeug zu treffen und wieder anzudocken. Nach dem Transfer von Besatzung und Nutzlast wurde er beim Apollo-Programm aufgegeben; nur das Hauptraumschiff kehrte zur Erde zurück.[1]

Der ukrainisch-sowjetische Ingenieur Juri Kondratjuk schlug 1919 als erster ein Rendezvous in der Mondumlaufbahn vor, um einen Menschen auf eine Hin- und Rückreise zum Mond zu schicken.

Das bekannteste Beispiel waren das Apollo-Kommando- und Servicemodul und das Apollo-Mondlandemodul, bei denen beide in einer einzigen Rakete zu einem Translunar-Flug geschickt wurden. Es existieren auch Konzepte, bei denen Lander und Hauptsatellit getrennt reisen, so wie etwa der Shuttle-Derived Heavy Lift Launch Vehicle und bei einer Variante des Artemis-Programms.

Vorteile und Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gravitationsdiagramm

Der Hauptvorteil eines LOR ist eine Gewichtseinsparung beim Mondlander, da der Treibstoff, der für die Rückkehr von der Mondumlaufbahn zur Erde erforderlich ist, nicht bis auf die Mondoberfläche und zurück in die Umlaufbahn befördert werden muss. Dies hat einen multiplikativen Effekt, da jedes Pfund des später verwendeten „toten Gewichts“ des Treibmittels durch mehr Treibmittel angetrieben werden muss. Die resultierende Gewichtszunahme würde auch mehr Schub für die Mondlandung erfordern, was größere und schwerere Motoren bedeutet.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Mondlandefähre und das Hauptraumfahrzeug jeweils führ ihren Zweck spezialisiert und optimiert werden können. Schließlich kann der zweite Satz von Lebenserhaltungssystemen, die der Mondlander benötigt, auch als Backup für die Systeme im Hauptraumfahrzeug dienen.

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Risiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs galt das Rendezvous im Mondorbit als riskant, da selbst im Erdorbit noch keine Rendezvous vollzogen worden waren. Wenn die Mondlandefähre das Hauptraumfahrzeug nicht erreichen könnte, wären bezogen auf die Apollo-Mondlandefähre zwei Astronauten gestrandet, ohne die Möglichkeit zu haben, zur Erde zurückzukehren oder den Wiedereintritt in die Atmosphäre zu überleben. Die Befürchtung erwies sich als unbegründet, da das Rendezvous 1965 und 1966 auf sechs Missionen des Gemini-Programms mit Hilfe von Radar und Bordcomputern erfolgreich demonstriert wurden. Es wurde auch jedes Mal erfolgreich durchgeführt, wenn es in Apollo-Missionen ausprobiert wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Lunar Orbit Rendezvous" – 1968 – NASA Mission Planning and Analysis Division auf YouTube