Mononym

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Ein Mononym ist ein einnamiger Personenname (von griechischen monos „einzeln“ und onoma „Name“) im Gegensatz zu mehrnamigen, etwa aus Vor- und Nachname bestehenden Namen. Gelegentlich wählt der Träger eines mehrteiligen Namens selbst ein Mononym, in manchen Zeiten und Kulturen ist Mononymie auch traditionell, beispielsweise sind javanische Namen traditionell mononym.

So ist es bei südamerikanischen Fußballspielern häufig, dass sie unter einem Mononym auftreten und der eigentliche Namen gegenüber dem Mononym ganz in den Hintergrund tritt, zum Beispiel bei Ronaldo, Robinho, Ronaldinho und Kaká. Ein weiteres Beispiel sind mononyme Künstlernamen, etwa die Sänger Bono und Madonna oder der Clown Grock. Solche Mononyme haben in Kunst und Literatur eine lange Tradition, Beispiele sind Novalis oder Farinelli. Manchmal wird dabei sogar das Mononym zum gesetzlichen Namen, so bei dem amerikanischen Zauberkünstler und Comedian Teller, dem (stummen) Partner des Duos Penn & Teller.

Mononyme Namensformen waren in den antiken Kulturen des Mittelmeerraumes weit verbreitet. Sie wurden allerdings häufig etwa durch Bezeichnung des Herkunftsortes (z. B. Zenon von Elea, Erasmus von Rotterdam) oder der Tätigkeit (z. B. Zenon der Stoiker) genauer bestimmt. Diese Zusätze galten aber nicht als Teil des Namens, insofern sie nicht fest waren, sondern im Prinzip nach Gutdünken so gewählt werden konnten, dass innerhalb eines Kontextes klar war, von wem die Rede war.

Im Reallexikon der Germanischen Altertumskunde wird das terminologische Problem der Anthroponymie (Personennamenkunde) angesprochen, nämlich, dass gängige Bezeichnungen wie „Rufname“, „Vorname“ und „Taufname“ nicht für Zeiten und Kulturen passen, bei denen Einnamigkeit herrscht: „Vorname“ wie „Rufname“ setzen eigentlich mehrere Namen voraus, „Taufname“ setzt ein Taufzerimoniell voraus. Dennoch wird häufig die Bezeichnung „Rufname“ für historische Mononyme verwendet, etwa von Adolf Bach in seiner Deutschen Namenkunde.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thorsten Andersson: Namen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 20. De Gruyter, Berlin & New York 2002.
  • Mononym. In: Oxford English Dictionary. 2. Aufl. Clarendon Press, Oxford 1989, Bd. 9, S. 1023.
  • Henning Kaufmann: Untersuchungen zu altdeutschen Rufnamen. München 1965 (= Grundfragen der Namenkunde, 3).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adolf Bach: Deutsche Namenkunde I. Die deutschen Personennamen. 1943.