Robinho

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Robinho
Robinho – A.C. Milan.jpg
Robinho (2012)
Personalia
Name Robson de Souza
Geburtstag 25. Januar 1984
Geburtsort São VicenteBrasilien
Größe 172 cm
Position Stürmer
Mittelfeldspieler
Junioren
Jahre Station
1996–2002 FC Santos
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2002–2005 FC Santos 104 (44)
2005–2008 Real Madrid 101 (25)
2008–2010 Manchester City 41 (14)
2010 → FC Santos (Leihe) 14 0(5)
2010–2014 AC Mailand 108 (25)
2014–2015 → FC Santos (Leihe) 33 (11)
2015–2016 Guangzhou Evergrande 9 0(3)
2016–2017 Atlético Mineiro 80 (31)
2018 Sivasspor 30 (12)
2018–2020 Istanbul Başakşehir FK 32 0(4)
2020– FC Santos 0 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2003–2017 Brasilien 100 (28)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 19. Juli 2020

2 Stand: 1. Januar 2018

Robinho, bürgerlich Robson de Souza (* 25. Januar 1984 in São Vicente), ist ein brasilianischer Fußballspieler. Der Stürmer ist für seine Dribblings bekannt und zeichnet sich neben seiner Technik vor allem durch seine Schnelligkeit aus.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robinho (rechts) neben Stephan El Shaarawy, 2012

Robinho wurde in ärmlichen Verhältnissen in der Hafenstadt São Vicente im brasilianischen Bundesstaat São Paulo geboren und begann seine fußballerische Karriere im benachbarten Santos beim FC Santos. Als sein Entdecker gilt Chico Formiga, welcher Anfang der 2000er Jahre bei Santos im Nachwuchsbereich agierte.[1] Mit Santos gewann er zwei Meisterschaften und erreichte 2003 das Finale der Copa Libertadores.

Nach einem wochenlangen Tauziehen gelang es Real Madrid im Juli 2005, Robinho von seinem Stammklub abzuwerben. Sein vorerst letztes Spiel für Santos bestritt er am 24. August 2005 gegen Paysandu SC. Wenige Tage später, am 28. August 2005, gab er im Spiel gegen den FC Cádiz sein Ligadebüt für Real Madrid. Am 22. September 2005 erzielte er in seinem vierten Ligaspiel gegen Athletic Bilbao sein erstes Tor in der Primera División.

Am 1. September 2008 wechselte Robinho zu Manchester City und kehrte im Januar 2010 bis August 2010 auf Leihbasis zum FC Santos zurück. In der Sommerpause 2010 wechselte er zum AC Mailand. Er unterschrieb einen Vierjahresvertrag.[2] In seiner ersten Saison wurde er mit Milan in der Serie A 2010/11 italienischer Meister; er erzielte 14 Saisontore, wie auch seine Sturmpartner Zlatan Ibrahimović und Alexandre Pato. Mit seinen Mitspielern Kevin-Prince Boateng und Ibrahimović bildete er dabei bis zum Wechsel von Ibrahimović 2012 zu Paris Saint-Germain das Offensivdreieck „Boatinhović“. Am 19. Januar 2014 absolvierte Robinho seinen 100. Serie A-Einsatz.

Im August 2014 kehrte Robinho bis zum 30. Juni 2015 auf Leihbasis zum FC Santos zurück. Im Mai 2015 wurde Robinhos Vertrag mit Milan aufgelöst. Nach einem Intermezzo in China bei Guangzhou Evergrande spielte er vom Februar 2016 bis Ende 2017 für den brasilianischen Club Atlético Mineiro.[3]

Im Januar 2018 schloss er sich dem türkischen Erstligisten Sivasspor an[4], die Mannschaft schloss die Spielzeit als Siebter ab.

Ein Jahr später wechselte er ligaintern innerhalb der Wintertransferperiode zum Istanbul Başakşehir FK.[5][6] Nachdem Robinho in der Saison 2019/20 die Meisterschaft mit dem Klub gewinnen konnte (15 Spiele, kein Tor), wurde er im August 2020 entlassen.[7]

Im Oktober 2020 kehrte Robinho zu seinem ersten Profiklub Santos zurück.[8] Der Kontrakt erhielt eine Laufzeit über fünf Monate mit einem symbolischem Gehalt von 1500 Real (im Oktober 2020 ca. 230 Euro). Nach nur einer Woche wurde auf Druck mehrerer Sponsoren der Vertrag ausgesetzt, weil er 2017 wegen Vergewaltigung erstinstanzlich verurteilt worden war.[9]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robinho im Spiel gegen die Schweiz bei der WM 2010

Robinho gab sein Debüt für Brasilien am 13. Juli 2003 während der Gold Cup-Partie gegen Mexiko. Sein erstes Länderspieltor gelang Robinho in seinem siebten Länderspiel am 9. Februar 2005 gegen China. Im Juni 2005 gewann er mit Brasilien den Konföderationen-Pokal und gehörte im Sommer 2006 zum WM-Kader Brasiliens. Zur Qualifikation für dieses Turnier hatte Robinho einen Treffer beigesteuert. Während des Turniers stand er einmal von Beginn an auf dem Platz. Ansonsten wurde er immer später für die Stammspieler eingewechselt. Seinen bisher größten Erfolg feierte er bei der Copa América 2007, bei der er den Titel gewann, mit sechs Treffern die Torjägertrophäe eroberte und zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde. Als Gewinner der Copa qualifizierte sich Brasilien für den FIFA-Konföderationen-Pokal 2009 in Südafrika. Nationaltrainer Dunga berief seinen Angreifer auch für dieses Turnier in seinen Kader. Zwar kam Robinho dort in jeder möglichen Partie seiner Mannschaft zum Einsatz, jedoch stand er während des Turniers im Schatten seines Sturmkollegen Luís Fabiano. Brasilien gewann den Konföderationen-Pokal, wobei Robinho im Finalspiel gegen die USA in der Startformation der Brasilianer stand.

Ein Jahr später nominierte ihn Trainer Dunga dann für die Weltmeisterschaft in Südafrika. Robinho schoss während Brasiliens Qualifikation vier Tore. Im 23-Mann-Kader war Robinho, hinter den im selben Jahr geborenen Nilmar und Thiago Silva und dem zwei Jahre jüngeren Ramires, viertjüngster Akteur der Mannschaft. Während des Turniers traf Robinho zweimal. Darunter auch das 1:0 gegen die Niederlande, die dann jedoch das Spiel drehte und Brasilien aus dem Turnier warf. Nach der für die brasilianische Nationalmannschaft enttäuschend verlaufenden WM in Südafrika, kam es unter Neu-Trainer Mano Menezes zu einem Umbruch in der Mannschaft. Menezes nominiert fortan vor allem jüngere Spieler, setzte dabei aber noch immer auf Robinho, der zum Führungsspieler aufstieg. Im Sommer 2011 wurde der Stürmer für die Copa América in Argentinien nominiert. Nachdem er bei der WM 2010 noch einer der jüngsten war, gehörte er bei der Copa’11 zu den erfahrensten Akteuren im Aufgebot der Seleção. Inzwischen waren elf Mannschaftskameraden jünger als Robinho. Für die WM 2014 wurde er von Luiz Felipe Scolari nicht berücksichtigt, sein Nachfolger Dunga berief Robinho nach der Verletzung von Hulk für das erste Spiel nach der WM und Robinho wurde in der 77. Minute eingewechselt.[10][11]
Seit einem einzigen Einsatz 2017 für die brasilianische Nationalmannschaft ist er nicht mehr Teil deren Kaders.[12]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC Santos

Real Madrid

Guangzhou Evergrande

AC Mailand

Atlético Mineiro

Istanbul Başakşehir

Persönliche Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entführung seiner Mutter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robinhos Mutter Marina Souza wurde am 6. November 2004 von Kidnappern entführt[14] und 41 Tage lang gefangen gehalten. Am 17. Dezember 2004 wurde sie im Armenviertel von Perús (São Paulo) gegen Zahlung eines Lösegeldes von umgerechnet 54.000 Euro freigelassen.[15][16]

Schautafel im Maracanã-Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Schautafel im Maracanã-Stadion erinnert an ein besonders spektakuläres Dribbling von Robinho während eines Spieles der Nationalmannschaft gegen Ecuador am 17. Oktober 2007, bei dem er den rechten Außenverteidiger Ulises de la Cruz mehrmals überspielte, und in der Folge ein Tor von Elano auflegte.[17][18] Die Aktion wurde „Vai pra lá que eu vou pra cá“ (auf Deutsch so viel wie: Geh dorthin, ich geh hierhin) getauft.

Verurteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2017 wurde Robinho wegen Beteiligung an einer Gruppenvergewaltigung einer Frau im Jahr 2013 von einem Mailänder Gericht zu einer neunjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.[19] Das Urteil ist nicht rechtskräftig.[4][20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Robinho – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chico Formiga, Bericht auf globo.com vom 22. Mai 2012, Seite auf portugiesisch, abgerufen am 2. November 2020
  2. kicker online: Nach Ibrahimovic: Milan holt auch Robinho!
  3. Já na Cidade do Galo, Robinho será apresentado após o treino atletico.com.br, abgerufen am 18. Februar 2016 (portugiesisch)
  4. a b http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/startseite/715705/artikel_robinho-zurueck-im-blickfeld-der-gesamten-welt.html
  5. Robinho: Former Man City forward joins Emmanuel Adebayor at Istanbul Basaksehir, BBC.com, abgerufen am 28. Dezember 2018 (englisch)
  6. Transfer duyurusu, ibfk.com.tr, abgerufen am 30. Dezember 2018 (türkisch)
  7. Ende bei Başakşehir, Bericht auf dailymail.co.uk vom 8. August 2020, Seite auf engl., abgerufen am 12. August 2020
  8. Wechsel zu Santos 2020, Bericht auf weltfussball.de vom 11. Oktober 2020, abgerufen am 12. Oktober 2020
  9. FC Santos und Robinho setzen Vertrag aus
  10. fifa.com: „Robinho zurück in der Seleção“
  11. Spielbericht Brasilien - Kolumbien 1:0 weltfussball.de, 6. September 2014, abgerufen am 26. November 2017.
  12. lista de jogadores convocados (Memento vom 20. Oktober 2017 im Internet Archive), Seleção Brasileira, 20. Oktober 2017, abgerufen am 1. Januar 2018.
  13. ika 2010 - Spiele - Brasilien-Chile FIFA.com, 28. Juni 2010, abgerufen am 26. November 2017.
  14. Robinho bangt um seine Mutter In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. November 2004, abgerufen am 26. November 2017.
  15. Footballer's plea for kidnapped mother In: The Guardian, 10. November 2004, abgerufen am 26. November 2017.
  16. Geiselnehmer lassen Robinhos Mutter frei In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Dezember 2004, abgerufen am 26. November 2017.
  17. Robinho terá placa no Maracanã globoesporte.com (portugiesisch), 14. November 2007, abgerufen am 26. November 2017.
  18. Robinho Vs. Ecuador. Abgerufen am 28. November 2020.
  19. Robinho wegen Vergewaltigung zu neun Jahren Haft verurteilt In: SPIEGEL ONLINE, 23. November 2017, abgerufen am 26. November 2017.
  20. Der Fall Robinho : „Ich bin schockiert. Das sind Dinge, die niemand wusste“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Oktober 2020, abgerufen am 18. Oktober 2020.