Montagevorspannkraft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Montagevorspannkraft ist die erforderliche Kraft axialer Richtung, die für den Einbau einer Schraube nötig ist, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Die Kenntnis der Kraft ist erforderlich für die geeignete Auswahl des Werkstoffes beziehungsweise Festigkeitsklasse von Schraube und Mutter.

Die Montagevorspannkraft ist die Summe aller zum Anziehen einer Schraube notwendigen Kräfte. Man unterscheidet zwischen minimaler und maximaler Montagevorspannkraft. Zum Berechnen einer Schraubenverbindung müssen 3 Krafteinwirkungen auf die Schraube berücksichtigt werden:

  1. Die Klemmkraft , die nötig ist, um die zu fügenden Teile zu verbinden.
  2. Der Vorspannkraftverlust infolge Setzens , der durch das Abflachen der Rauhigkeiten der Materialoberflächen durch Druck zustande kommt. Diese Kraft muss also zusätzlich aufgebracht werden, damit die Schraube sich nicht durch Setzprozesse lockert.
  3. Die Betriebskraft , die durch dynamische oder statische Beanspruchung auf die Verbindung wirkt. Bspw. der statische Druck in einem Druckbehälter, oder die dynamische Belastung in einer Kupplung.

Minimale Montagevorspannkraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die minimale Montagevorspannkraft berechnet sich wie folgt:

In Worten: Die minimale Montagevorspannkraft ist gleich der Summe aus der erforderlichen Klemmkraft , dem Vorspannkraftverlust infolge Setzens und dem Produkt aus Betriebskraft mit der Summe aus 1 minus dem Produkt aus Klemmlängenfaktor (Krafteinleitungsfaktor) und Kraftverhältnis .


n lässt sich folgendermaßen berechnen:


Abstand der Krafteinleitungspunkte dividiert durch die Klemmlänge.

Kraftverhältnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kraftverhältnis ergibt sich aus den Nachgiebigkeiten von Schraube und Werkstück:

Maximale Montagevorspannkraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die maximale Montagevorspannkraft folgt aus der minimalen:

Der Anziehfaktor berücksichtigt hierbei die durch das Anziehverfahren notwendige Toleranz. Die Art des Anziehens der Schraube muss also bei der Berechnung bekannt sein, oder es muss mit einem hohen Faktor gerechnet werden.

Montage-Anziehverfahren (AV)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anziehverfahren
1 Streckgrenzengesteuertes AV
1 Drehwinkelgesteuertes AV
1,2 AV mit Längenmessung
1,4–1,8* Manuelles drehmomentgesteuertes AV
1,4–2,5* Motorische drehmomentgesteuertes AV
* (hierbei wird oft der Mittelwert benutzt)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Fischer: Tabellenbuch Metall. 36., neubearb. Auflage. Verlag Europa-Lehrmittel, Wuppertal 1987, ISBN 3-8085-1086-2.