Mordfall Tristan

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Beim Mordfall Tristan handelt es sich um den ungeklärten Mord an dem 13-jährigen Tristan Brübach aus Frankfurt am Main am 26. März 1998 in Frankfurt-Höchst.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tristan Brübach wurde am 3. Oktober 1984 in Frankfurt am Main als Sohn von Iris und Bernd Brübach geboren. Er wuchs in den Frankfurter Stadtteilen Höchst und Unterliederbach auf. In seiner Schulzeit besuchte er die Walter-Kolb-Grundschule in Frankfurt-Höchst, anschließend ging er auf die Meisterschule in Frankfurt-Sindlingen. Nach dem frühen Tod seiner Mutter im Jahr 1995 wuchs Tristan alleine bei seinem Vater auf.

Tathergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Tattag wurde der Junge gegen 15:20 Uhr das letzte Mal in der Peter-Bied-Anlage am Bahnhof Frankfurt-Höchst lebend gesehen; die Meldung des Fundes seiner Leiche in einer Unterführung des Liederbachs westlich des Bahnhofes Frankfurt-Höchst (dem „Liederbach-Tunnel“) ging bei der Polizei um 17:08 Uhr ein. Der Junge wurde bewusstlos geschlagen und gewürgt, die Todesursache war ein Schnitt in den Hals. Der Leiche wurden nach Eintritt des Todes beide Hoden sowie Muskelfleisch aus Gesäß und Oberschenkeln entfernt.[1] Nach der Tat legte der Täter die Leiche auf einem Betonsockel ab. Der Mörder wurde während der Tatausführung aus einiger Entfernung von drei Jugendlichen beobachtet, die die Tat aber nicht als solche erkennen konnten. Sie gaben den Ermittlern später eine Beschreibung des Täters, die bislang zu keinem Fahndungserfolg führte.[2] Ein Jahr nach der Tat wurde im März 1999 Tristans Rucksack in einem Waldstück bei Niedernhausen entdeckt, etwa 25 Kilometer vom Tatort entfernt. Weil sich in dem Rucksack eine Deutschland-Straßenkarte in tschechischer Sprache befand, wurde auch in Tschechien und in der Slowakei Fahndungsaufrufe zu dem Fall im Fernsehen ausgestrahlt, doch auch das brachte keine neuen Hinweise.

Ermittlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Ermittlungen wurden ab 2002 in bis dahin noch nicht gekanntem Maße verdachtsunabhängige Reihenuntersuchungen an Fingerabdrücken durchgeführt. Es wurden hierbei alle damaligen männlichen Einwohner der Stadtteile Höchst und Unterliederbach im damaligen Alter von 15 bis 45 Jahren sowie auch Berufspendler um die Abgabe von Fingerabdrücken gebeten. Bis 2014 hatten 98,65 % der damaligen Höchster und 92,95 % der damaligen Unterliederbacher Einwohner ihre Fingerabdrücke abgegeben.[3]

Am 19. Mai 2016 gab das Hessische Landeskriminalamt in Wiesbaden bekannt, dass der 2014 verstorbene Manfred Seel, der unter dem Verdacht steht, mehrere Frauen ermordet zu haben, möglicherweise auch für den Mord an Tristan Brübach verantwortlich sei.[4] Allerdings gäbe es dafür nur Indizien. Bis heute gibt es nach wie vor keine Beweise dafür, dass Manfred Seel den Jungen auch tatsächlich ermordet hat.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unbekannter Anrufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Tag nach der Beerdigung des Jungen hatte sich ein bislang unbekannter Mann am 7. April 1998 telefonisch bei der Polizei gemeldet und behauptet, er sei Tristans Mörder – er stehe am Höchster Bahnhof und wolle abgeholt und festgenommen werden. Als die Polizisten dort eintreffen, ist er verschwunden. Ab September 1998 konnte die Stimme des Anrufers bundesweit vorübergehend unter der Telefonnummer 0 11 66 abgehört werden.[5] Bis heute konnte der Anrufer nicht ermittelt werden.

Grabschändung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 1999 schleicht sich ein Unbekannter nachts an das Grab des Jungen auf dem Höchster Friedhof, buddelt 1,20 Meter tief nach dem Sarg – dann verschwindet er. Die Polizei vermutet, dass er gestört wurde.

Hohe Belohnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von anfangs 15.000 Euro wurde die Belohnung zunächst auf 20.000 Euro angehoben. Mittlerweile sind für die Ergreifung des Täters eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Focus, Artikel vom 22. November 2013
  • FAZ.Net, Artikel vom 11. Dezember 2013

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundeskriminalamt. Abgerufen am 19.11.2016.
  2. Tagesablauf von Tristan Brübach am Todestag, 26.03.1998, Fahndungsinformationen des Bundeskriminalamts, Wiesbaden, Online, abgerufen am 20. Mai 2016.
  3. Bundeskriminalamt: Ungeklärte Mordfälle: Mord an dem 13-jährigen Tristan Brübach (Aktuelles)., abgerufen am 20. Mai 2016.
  4. Grausige Details zum Schwalbacher Serienmörder. hessenschau.de, 19. Mai 2016, abgerufen am 19. Mai 2016.
  5. Stimme des unbekannten Anrufers., abgerufen am 10. März 2017