Manfred Seel

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Manfred Adolf Seel (* 30. Oktober 1946 in Königstein im Taunus[1]; † 26. August 2014 in Schwalbach am Taunus), von der Presse Hessen-Ripper oder Jack the Ripper von Schwalbach genannt, war ein mutmaßlicher deutscher Serienmörder, der seine Opfer im Rhein-Main-Gebiet tötete. Seels Täterschaft wird derzeit für fünf Mordfälle angenommen, in fünf weiteren ungeklärten Fällen wird noch ermittelt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manfred Seel wuchs als Einzelkind[2] in Kronberg im Taunus auf. 1957 wechselte er auf die Realschule in Oberursel. Danach begann er in der Frankfurter Traditionsdruckerei und Klischeeanstalt Georg Stritt & Co. in der Mainzer Landstraße 184 eine Lehre als Klischeeätzer. 1967 begann sein zweijähriger Wehrdienst.[3] Von 1968 bis 1969 diente Seel im Raketenartilleriebataillon 52 in der Steuben-Kaserne in Gießen.[2] Ab 1970 arbeitete er in seinem gelernten Beruf in Frankfurt und begann 1973[3], nachdem er auf dem zweiten Bildungsweg[4] sein Abitur absolviert hatte, an der Goethe-Universität Frankfurt ein Studium der Kunst und Sozialgeschichte, welches er kurze Zeit später wieder abbrach.[3] Seine Arbeitsstelle in der Mainzer Landstraße befand sich in Nähe zum Johanna-Kirchner-Stift, in dem 1970 die beiden Opfer Gudrun Ebel und Hatice Erülkeroglu beschäftigt waren. Zusammen mit seinem Partner Werner Lederer[3] führte er ab 1986[3] ein kleines Entrümpelungs- und Gartenbau-Unternehmen in Schwalbach.[5] Seine Frau, mit der er seit 1973[3] verheiratet war und seit 1979[2] eine gemeinsame Tochter hatte, starb im Jahr 2013. In seiner Freizeit spielte Seel von 1985 bis 2014[2] Klarinette und Saxophon in der Band Overall Jazz Gang. Von seinen Nachbarn wurde er als freundlicher und unauffälliger Mann beschrieben, der jedoch gelegentlich zu aggressiven Ausbrüchen neigte. Manfred Seel soll laut Zeugenaussagen Anfang der 1990er Jahre[2] regelmäßig den Frankfurter Straßenstrich aufgesucht haben. Eine Prostituierte berichtete, dass sie von ihm misshandelt worden sei[2] und diesen Vorfall dem Frankfurter Streetwork- und Beratungsprojekt für Sexarbeiterinnen "Hotline"[6][7] meldete, um andere Frauen vor seinem gewalttätigen Verhalten zu warnen. Im Jahr 1996 machte er eine Alkoholentziehungskur in der Entzugsklinik Sonnenberg in Erbach/Odenwald.[8] 2014 starb Manfred Seel, nachdem er ein Jahr zuvor die Diagnose Speiseröhrenkrebs erhalten hatte. Seit September 2015 ist die LKA-Arbeitsgruppe Alaska, die Manfred Seel als Hauptverdächtigen[9] mehrerer Morde ausgemacht hat, mit der Aufklärung dieser Fälle beschäftigt.[10] Alaska war der Spitzname von Manfred Seel, da er einerseits dafür bekannt war, auch in der warmen Jahreszeit häufig Pelzbekleidung zu tragen und da Alaska andererseits eines seiner bevorzugten Reiseziele war.[11] Seel galt zuvor als unbescholtener Bürger.[12] Die Spur führt ins Frankfurter Rotlichtmilieu und zum Aufrollen alter und ungeklärter Fälle (Cold Cases) von Prostituiertenmorden.[9]

Morde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Seel zugeschriebenen Morde wurden mit großer Brutalität und Destruktivität aus sexuellem Sadismus ausgeführt. Die Opfer wurden durch „scharfe Gewalt in sexuell relevanten Zonen“ getötet.[13] Bezeichnend ist, dass der Täter als Trophäe seinem Opfer, bis auf einen Fall post mortem, Organe entnahm, beziehungsweise ihm bestimmte Körperteile wie Genitalien oder Arme und Beine abschnitt, die er später an verborgenen Orten aufbewahrte. Der Täter habe sich vermutlich bewusst einen Rückzugsort gesucht, um die Tatbegehung dann ungestört in seine sexuellen Phantasien mit einbauen zu können.[14] Auch Kannibalismus kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Den Opfern wurden stets unterschiedliche Körperteile entnommen und niemals die gleichen. Ermittler Frank Hermann sagte dazu auf einer Pressekonferenz: „Mal sei es ein rechtes Bein, mal ein linker Arm – wenn Sie das zusammenrechnen, könnten Sie sich tatsächlich dadurch einen neuen Körper herstellen“.[9] Die Polizei räumt ein, dass Manfred Seel bei der Ausübung seiner Taten möglicherweise einen Komplizen gehabt haben könnte. Anlass dazu geben die Spuren und das extreme Verletzungsbild an einer Leiche, die möglicherweise erst durch das Zusammenwirken zweier Personen möglich wurden. Das Landeskriminalamt wendet sich derzeit mit einem Aufruf an die Bevölkerung, um weitere Hinweise über den oder die Täter und seine Opfer zu erhalten. Auch ist man auf der Suche nach überlebenden Opfern, mithilfe deren Aussage Rückschlüsse auf den Täter, sein Motiv oder auf den Tathergang gezogen werden könnten.[15]

Ja, dieser Fall ist ganz sicher der außergewöhnlichste in meinem Berufsleben. Die Gewalt ist so widerwärtig und unfassbar, das sprengt alles, was ich bislang erlebt habe.

Kriminalhauptkommissar Holger Thomsen, Soko „Alaska“[16]

Motiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Polizei sieht in Manfred Seel einen Frauen- oder Menschenhasser.[17] Auf den Festplatten mehrerer PCs, die sich in seinem Keller befanden, fanden die Ermittler 32 000 gewaltpornographische und gewaltverherrlichende Fotos und Filme. Das pornographische Material der Sammlung hat im Laufe der Zeit eine Größenordnung von fünf Terabyte[2] erreicht. Man geht davon aus, dass Seel im Darknet mithilfe einer Spezialsoftware[2] surfte, welche keine Spuren hinterlässt. Möglicherweise dienten sie Seel als graphische Vorlage für seine Taten, welche die Auslebung seiner sexuellen Phantasien bedeuteten. Gemäß Frank Herrmann handelt es sich nicht um eine Reihe von spontan und emotional abgelaufenen Sexualdelikten, sondern um sehr stringente Handlungen bei der Tötungsserie, wobei die sexuelle Komponente darin auf einer anderen Ebene läge.[18] Die Ermittler gehen im Fall Seel davon aus, dass der Täter hinter seiner bürgerlichen Fassade über Jahrzehnte ein Doppelleben geführt haben muss. Nach Aussage der Kriminalpsychologin Lydia Benecke hätte der Täter keinerlei Mitgefühl oder Schuldempfinden gehabt. Er würde die Opfer als Objekte für die Befriedigung seiner Triebe sehen, die er nach Benutzung wegwirft.[16] Die Gründe für die Mordtaten liegen mit hoher Wahrscheinlichkeit in seiner Persönlichkeit, die von sadistischen Phantasien geprägt war, denen vermutlich ein geringes Selbstwertgefühl zugrunde lag. Die Entmenschlichung des Opfers, seine Erniedrigung, das Zufügen von Schmerzen, grenzenloses Machterleben, ein stark herabgesetztes Empathieempfinden und Kontrolle über das Opfer müssen in der Mordserie eine große Rolle gespielt haben.[19] Die Trophäenjagd und das Aufbewahren von Körperteilen der Opfer dienten möglicherweise einer weiteren Luststeigerung nach der eigentlichen Tat.[20] Nach Meinung des Kriminalpsychologen Helmut Kury[21] verspürte Seel „Lust an Gewaltausübung und Aggression“ und es hätte ihm sehr wahrscheinlich an „emotionaler Schwingungsfähigkeit“ gefehlt. Er geht davon aus, dass die „soziale Seite“ seiner Persönlichkeit und der Aufbau seiner bürgerlichen Fassade, hauptsächlich dem Kaschieren seiner perversen Neigungen diente. Der offensichtlich steuerungsfähige Täter war in der Lage, intelligent[21] zu handeln. Bis auf den Mordfall Brübach hat er nicht spontan und im Affekt agiert, sondern seine Taten (Auswahl der Opfer sowie der Tathergang) zuvor minutiös geplant. Die Ursachen für seine sadistischen Verbrechen[21] könnten in frühkindlichen Entwicklungen gelegen haben. Seels Tötungstrieb setzte nach Ansicht der ermittelnden Polizei zwischen den Jahren 1971 und 1991 wahrscheinlich aus, da er sich durch veränderte Lebensumstände wie Heirat und Familiengründung in einer psychisch stabilen Phase befunden hatte.

Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Polizei geht davon aus, dass Seel zwischen 1971 und 2004 mindestens fünf Frauen ermordet hat. Vor allem drogenabhängige Prostituierte vom Straßenstrich, die als Hochrisikogruppe eingestuft werden, da sie leicht angesprochen werden können und ihr Verschwinden meist nicht sofort bemerkt wird, gehörten offenbar zum bevorzugten Beuteschema des Serientäters. Die untersuchten Mordfälle weisen große Verhaltensübereinstimmungen auf, so ist eine „persönliche Handschrift des Täters“ erkennbar.[14] Die Gemeinsamkeit der ritualhaften Mordserie liegt darin, dass alle Opfer durch Erwürgen oder Erdrosseln getötet wurden. Außerdem wurden der Schambereich oder die Brüste der Frauen verunstaltet. Des Weiteren wurden allen Körperteile oder Organe entnommen.[16] Die ungeklärten Morde an folgenden Personen werden derzeit mit ihm in Verbindung gebracht:

  • † Februar 1971 Gudrun Ebel (19), Reinigungskraft[22] und Altenpflegehelferin.[3] Sie war möglicherweise Seels erstes Opfer. Ihre Leiche wurde am 6. Februar 1971[3] in einer Gartenhütte bei Bad Vilbel[22] entdeckt. Nach Angaben der Ermittler wies die Tote Zeichen sadistischer Handlungen auf. Der Mörder hatte ihr mit einem Messer den Unterbauch geöffnet und ihr die Gebärmutter entnommen.[23] Die Polizei geht davon aus, dass der Täter sie in eine Gartenlaube lockte und sich dort an ihr verging.[24]
  • † April 1971 Hatice Erülkeroglu (23), türkische Altenpflegerin. Sie war eine Kollegin von Gudrun Ebel. Es besteht möglicherweise ein Zusammenhang, da Manfred Seel zu dieser Zeit seine Ausbildungs- sowie spätere Arbeitsstätte in unmittelbarer Nähe des Johanna-Kirchner-Stift Altenheimes gehabt hatte. Täter und Opfer könnten sich möglicherweise in einer benachbarten „Party-Location“, einem stillgelegter Eisenbahnwaggon auf einer ehemaligen Brachfläche,[16] der häufig als Treffpunkt von Jugendlichen fungierte, kennengelernt haben.[9] Die Tat, bei der das Opfer auf der Camberger Brücke attackiert, ihm massive Verletzungen an Kopf (dabei wurde das Gesicht zertrümmert) und Geschlechtsbereich zufügt wurden,[3] wurde vermutlich von einem Täter mit einer sexuell sadistischen Persönlichkeitsstruktur begangen.[14]
  • † Juni 1991 Gisela Singh (36), heroinabhängige, obdachlose und HIV-positive Prostituierte, Mutter einer Tochter. Ihr Körper wurde 14 Tage nach ihrem Verschwinden[3] unter einem Reisighaufen an einem Parkplatz im Hofheimer Wald von Pilzsammlern entdeckt.[25] Singh arbeitete auf dem Strich in der Frankfurter Kaiserstraße. Sie wurde am 14. Juni 1991 gegen 15:00 Uhr zum letzten Mal im Café Fix (einer Drogenberatungsstelle in der Frankfurter Moselstraße) lebendig gesehen.[3] Kurz zuvor hatte sie sich einer ärztlichen Behandlung unterzogen.[26] Dabei wurde festgestellt, dass sich ihre HIV-Erkrankung bereits in einem sehr fortgeschrittenen Zustand befand. Danach soll sie nach unbestätigten Zeugenaussagen auf dem Straßenstrich[26] noch einmal in der Westendstraße (im Sommer 1991 hatte sich der Straßenstrich vom Frankfurter Bahnhofsviertel auch in die Westendstraße ausgebreitet) gesichtet worden sein. In ihrer Handtasche wurde neben Tablettenröhrchen und Einwegspritze[27] auch eine Fahrkarte für den Eilzug E3414 von Karlsruhe nach Heidelberg gefunden,[26] die am gleichen Tag abgestempelt worden war. Die Polizei ging seinerzeit davon aus, dass es sich bei dem Täter womöglich um einen Fernfahrer gehandelt haben könnte. Auch wurde eine Spur untersucht, welche auf einen 40 bis 50-jährigen und ca. 1,80 Meter großen Freier namens „Hans“ hindeutete, der mit einem blauen Opel Rekord[28] und Darmstädter Kennzeichen unterwegs war.[26] Später wies man nach, dass Seel definitiv ein Freier von Singh gewesen war.[3] Die Frau wurde erdrosselt oder erwürgt. An ihrem Bauch wurden mehrere Stichwunden und an ihren Oberschenkeln eine Vielzahl von Narben gefunden. Zum Zeitpunkt des Auffindens war die Leiche schon stark verwest und der Kopf teilweise skelettiert.[28]
  • † Dezember 1993 Dominique Monrose (32), aus Martinique stammende drogenabhängige, obdachlose und HIV-positive Prostituierte.[3] Sie wurde zum letzten Mal am 3. Dezember 1993 lebendig gesehen. Die Polizei geht davon aus, dass sie noch am gleichen Tag getötet wurde.[3] Ihr Torso wurde in einem Müllsack an der Friedberger Landstraße aufgefunden. Der Täter hatte ihren Kopf mit einem Messer abgetrennt. Ihre ebenfalls in Plastiksäcken verstauten Körperteile wurden an unterschiedlichsten Stellen am sogenannten Spaghettiknoten der A661 (Taunusschnellweg) aufgefunden. Es wird davon ausgegangen, dass der Mörder ihren Torso etwa zehn Tage lang in einer Kühltruhe aufbewahrt hatte,[3] um sich länger mit ihm beschäftigen zu können.[14] Von Monrose ist bekannt, dass sie mit der Szene in Konflikt geraten war, da sie die üblichen Marktpreise unterboten hatte. Sie hatte sich einem Methadon-Programm unterzogen und lebte bei einem ehemaligen Freier, der ihr Verschwinden meldete.[29]
  • † Juli 1996 Pia Isabel Heym (27), Bankangestellte.[30] Der abgetrennte Kopf der psychisch kranken Frau, die seit Juli 1996 als vermisst gemeldet war, wurde in einer Kleingartenanlage in Frankfurt-Sachsenhausen gefunden. Nach Angaben der Polizei nahm Heym Tabletten zur Behandlung schizophrener Züge ein.[22] Möglicherweise wurde sie ein weiteres Opfer Seels.
  • Juli 1998 Julie Anna Schröder (18), drogenabhängige Prostituierte, die auf dem Straßenstrich arbeitete. Sie verschwand im Juli 1998 aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel. Die Frau soll sich in einem desolaten gesundheitlichen Zustand befunden haben.[22] Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus, ihre Leiche wurde bislang noch nicht gefunden.
  • † 1998 Tristan Brübach (13). Der Schüler wurde in einer Unterführung des Liederbach-Kanals bei Frankfurt-Höchst von einem Unbekannten getötet. Da der Mord in der Nähe des Höchster Bahnhofs, an einer relativ stark frequentierten Stelle, begangen wurde, musste der Täter hier sehr schnell und funktional agieren.[14] Die Polizei schreibt die Tat anhand des Modus operandi (Parallelen zu Mordfall Singh: Die Schuhe der Getöteten wurden in einem bestimmten Muster paarweise neben der Leiche angeordnet[17]) Manfred Seel zu. Tristan, der als einziges Kind von dieser Serie abweicht, war möglicherweise ein Zufallsopfer. Eine daktyloskopische Analyse der Fingerabdrücke Seels auf einem Schulheft des Opfers konnte seine Täterschaft bislang nicht eindeutig nachweisen.[31]
  • September 1999 Gabriele de Haas (32), drogenabhängige Prostituierte, die 1999 verschwand. Möglicherweise hatte sich der Täter mit ihr zuvor in einem SM-Forum ausgetauscht.[32] Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus, ihre Leiche wurde bislang noch nicht gefunden.
  • † April 2004 Fund eines in Aluminiumfolie eingewickelten skelettierten Frauenkopfes in der Staustufe Offenbach. Obwohl das Gesicht mittels computergestützter forensischer Technik rekonstruiert werden konnte, ist die Identität des Opfers bislang noch nicht geklärt.[33]
  • † 2004 Britta Simone Diallo (43). Laut Zeugenaussagen war Seel offenbar ein Stammfreier Diallos gewesen und soll eine Wohnungsentrümpelung für sie durchgeführt haben.[17] Die Prostituierte, die keinen festen Wohnsitz besaß und im Herbst 2003[14] zuletzt lebend gesehen und nicht als vermisst gemeldet[9] wurde, war vor ihrem Tod offenbar gefoltert worden. Überreste ihrer Leiche (Fuß und Oberschenkel in stark verwestem Zustand) hatte Seel in einer blauen Plastiktonne in seiner in der Schwalbacher Nordstraße von ihm angemieteten Garage versteckt. Die Leichenteile wurden am 10. September 2014[34] von Seels Tochter gefunden und führten zu Manfred Seel als posthum Verdächtigtem der Mordserie. Die bei Britta Diallo begangenen Verletzungen decken sich in sehr hohem Maße mit den Bildern auf Seels Rechner. Die Polizei nimmt an, dass in diesem Fall ein Manga-Comic, das sich im Besitz von Seel befunden hat, möglicherweise als Vorlage für diese Tat diente.[35] Es lässt sich nicht zweifelsfrei ausschließen, dass Diallo noch lebte, als ihr vom Täter mit einer Handsäge Arme und Beine abgetrennt wurden. Im Bereich von Knie, Becken, Brüsten und im Vaginalbereich wurden acht Nägel gefunden.[36]

Außerdem wies der Leichnam mehrere Stich- und Schnittverletzungen auf.[35] LKA-Chefin Sabine Thurau nennt diese Tat „die Spitze der Auslebung seiner sexuellen Präferenzen“. Aufgrund der grausamen Begleitumstände schließt der Fahnder Frank Herrmann eine Einzeltat nahezu aus und lässt sein Team aus DNS-Analytikern, Profilern und anderen Spezialisten systematisch nach weiteren Opfern ermitteln.[18]

Ermittlungsstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Untersuchung von Fingerabdrücken auf seiner Klarinette keine Spuren ergaben, konzentrieren sich die Ermittlungen im Jahr 2017 unter anderem auf mögliche Lagerstätten der Leichen und die Untersuchung von DNA auf Kleidungsstücken des Opfers. Da es sich um Altfälle, bei entsprechend schlechter Qualität der Beweismittel, handelt, werden die Analysen vermutlich noch länger andauern, um Trugspuren auszuschließen[37]. Auch wird weiterhin in Richtung zweiter Täter ermittelt. Diese Hypothese konnte weder verifiziert noch ausgeschlossen werden. Die Polizei schließt einen möglichen Opferkreis, dessen genaue Zahl[38] nicht bekannt ist, außerhalb des Rhein-Main-Gebietes nach jetzigem Kenntnisstand weitgehend aus. Bislang konnten noch keine konkreten Ergebnisse erzielt werden[39]. Für die Taten von Manfred Seel gibt es bislang nur Indizien[40].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polizei fragt: Wer kennt Manfred Adolf Seel? In: reservistenverband.de, vom 1. Juni 2016
  2. a b c d e f g h Julia Jüttner: „Im Keller brennt wieder Licht“. In: Der Spiegel. Nr. 21, 2016 (online).
  3. a b c d e f g h i j k l m n o Fall Tristan Brübach: Aktenzeichen gelöst. In: Spiegel TV Magazin, Ausstrahlung am 22. Mai 2016 um 22:20 bis 23:40 Uhr auf RTL
  4. Georg Leppert: Schwalbach: Familienvater als Serienmörder. In: fr-online.de. 19. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  5. Fa. Lederer & Seel. (Memento vom 25. Mai 2016 im Internet Archive) Mitgliederliste der Schwalbacher Gewerbedatenbank
  6. Mordserie an Prostituierten. Die perfekten Opfer, Hessenschau, 26. Juni 2016
  7. Hotline Streetwork und Beratung für Frauen die der Prostitution nachgehen, idh, integrative Drogenhilfe e.V.
  8. ots: LKA-HE: Hessisches Landeskriminalamt ermittelt in Serienmord in Hessen/ PM im Nachgang der Pressekonferenz 19.05.2016. In: presseportal.de. 19. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  9. a b c d e Maintower Kriminalreport Extra: Der Serienmörder aus Schwalbach. HR Fernsehen vom 19. Mai 2016, Video auf YouTube
  10. Serienmorde in Hessen: Grausames und sadistisches Vorgehen. In: Spiegel Online. 19. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  11. Sören Kittel: Ermittler von Schwalbach blicken in menschliche Abgründe. In: abendblatt.de. 19. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  12. Grausige Details zum Schwalbacher Serienmörder, Hessenschau, 19. Mai 2016
  13. Er trank gerne ein Bier zu viel, Das Doppelleben des Serienmörders, BILD-Zeitung, 20. Mai 2016
  14. a b c d e f Julia Jüttner: Profiler über Manfred Seel: "Der Täter suchte bewusst einen jungen Menschen". In: Spiegel Online. 21. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  15. Hessisches Landeskriminalamt ermittelt in Serienmord in Hessen. Polizei Hessen, vom 19. Mai 2016
  16. a b c d Alexander Jürgs: Das Muster des Serienmörders. In: welt.de. 22. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  17. a b c Julia Jüttner: Mutmaßlicher Serientäter Manfred Seel: Morde eines Menschenhassers. In: Spiegel Online. 22. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  18. a b Andrea Löbbecke/DPA: Serienmörder in Hessen: Soko "Alaska" - auf der grausamen Spur von Manfred Seel. In: stern.de. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  19. Katharina Iskandar: „Man sieht Leuten nicht an, dass sie Verbrecher sind“. In: FAZ.net. 20. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  20. Ira Schaible: Lustmörder wie Manfred Seel töten aus Sadismus und Nekrophilie. In: stern.de. 21. Mai 2016, abgerufen am 21. Mai 2016: „Rudolf Egg, Kriminalpsychologe: „Er wollte das bei sich haben, um eben diese Glücksgefühle zu verlängern.““
  21. a b c Kriminalpsychologe über den Serienmörder Manfred Seel. In: Badische Zeitung. 28. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  22. a b c d Gibt es überlebende Opfer? Erste Zeugen erinnern sich an Serienmörder, Hessenschau, 20. Mai 2016
  23. Alexander von Paleske: Frauenmorde in Frankfurt - Die Spuren führten ins Nichts, nun nach Schwalbach? In: oraclesyndicate.twoday.net. 19. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016 (englisch).
  24. Katharina Iskandar: Nach Jahrzehnten hellen sich die Fälle auf. In: FAZ.net. 19. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  25. amt mit Agenturen: Serienmörder in Hessen: Manfred S. und seine möglichen Opfer. In: stern.de. 19. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  26. a b c d Mordfall Gisela S. in Aktenzeichen XY ungelöst. Sendung vom 10. Januar 1992
  27. Gisela Singh. In: sexindustry-kills.de. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  28. a b Niklaus Mehrfeld: Ein Freier war ihr Mörder. In: kreisblatt.de. 10. Dezember 2011, abgerufen am 20. Juni 2016.
  29. Dominique Monrose. In: sexindustry-kills.de. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  30. Erschlagen, erstochen, erdrosselt, Diese 75 Frauenmorde wurden nie gelöst. BILD-Zeitung, 13. März 2015
  31. Katharina Iskandar: Die Hoffnung heißt Technik. In: FAZ.net. 24. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  32. dpa: Manfred S.: Das perfekte Doppelleben des mutmaßlichen Serienmörders aus Schwalbach. In: msn.com. 20. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  33. BKA Unbekannte Tote. In: bka.de. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  34. POL-MTK: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und der Polizeidirektion Main-Taunus. In: presseportal.de. 10. Oktober 2014, abgerufen am 20. Juni 2016.
  35. a b Britta Simone Diallo. In: sexindustry-kills.de. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  36. Alexander Jürgs: Eine Klarinette soll Serienmörder Manfred S. entlarven. In: welt.de. 26. Mai 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  37. "Das ist nicht abgeschlossen" Wie viele Menschen hat Manfred S. getötet? Höchster Kreisblatt, 18. Mai 2017
  38. Interview zu Serienmörder Manfred S. "Solche Opfer findet man in Frankfurt". Frankfurter Neue Presse, 19. Mai 2017
  39. Vor einem Jahr schockten die Taten von Manfred Seel. Auf den Spuren des Hurenkillers. BILD-Zeitung, 18. Mai 2017
  40. Chronik: Die Geschichte der Frankfurter Polizei. Frankfurter Rundschau, 26.06.2017