Mortka

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Mortka (Begriffsklärung) aufgeführt.

Koordinaten: 51° 22′ 0″ N, 14° 22′ 0″ O

Mortka
Mortkow
Gemeinde Lohsa
Einwohner: 189
Eingemeindung: 1. Januar 1957
Eingemeindet nach: Litschen
Postleitzahl: 02999
Vorwahl: 035726

Mortka, obersorbisch Audio-Datei / Hörbeispiel Mortkow?/i, ist ein Dorf im Norden des sächsischen Landkreises Bautzen. Es ist ein Teil der Gemeinde Lohsa.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mortka befindet sich zwischen Lohsa und Groß Särchen an der Kreisstraße K2919. Zum Ort Lohsa sind es 5 km. Um den Ort befinden sich sehr viele kleinere und größere Teiche, die zur Fischwirtschaft genutzt werden. Im Westen befindet sich ein weitläufiges Waldgebiet mit überwiegend Tannen- und Kiefernbestand.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2008 bis 2012 erbaute und mit Ferienwohnungen ausgestattete Burg in Mortka

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Jahr 1825 ist ein Gebäude erhalten geblieben, die restlichen Gebäude sind jüngeren Datums. Die erste urkundliche Erwähnung fand 1359 statt, allerdings lassen Ausgrabungsfunde aus dem Nachbarort Lohsa darauf schließen, dass der Ort wesentlich älter ist. Der Ort wechselte dabei mehrmals seinen Namen, für 1777 ist Rittergut belegt. Der Ort gehört seit dem 16. Jahrhundert zur Kirchgemeinde Lohsa. Durch den Wiener Kongress kam das sächsische Mortka zu Preußen. Die Staatsgrenze verlief unweit des Ortes, wodurch das historisch gewachsene Siedlungsgebiet geteilt wurde. Auch nach der Auflösung des Staates Preußen orientierten sich die zahlreichen Landes-, Bezirks-, und Kreisgrenzen am beschlossenen Verlauf. Der Ort wurde am 1. Januar 1974 in die Gemeinde Litschen eingemeindet. Seit dem 1. Januar 1994 gehört er zu Lohsa.[1]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind im Laufe der Jahrhunderte folgende Ortsnamen überliefert: Mortkaw (1359), Mortekaw (1400), Mortkow (1410), Mortkau (1546), Mortka (1548), Mortka (1791), Grube Ostfeld (von 1936 bis 1947, danach wieder Mortka).

Bevölkerung und Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1825[2] 129
1871 163
1885 160
1905 148
1925 140
1939 168
1946 244
1950 251
1964 193
2009 189
2010 184

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 166 ausnahmslos sorbischsprachigen Einwohnern.[3] Ernst Tschernik zählte 1956 in der Gemeinde Mortka einen sorbischsprachigen Anteil von nur noch 51,2 % der Bevölkerung.[4] Seitdem ist der Gebrauch des Sorbischen im Ort weiter stark zurückgegangen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort profitiert vom nahegelegenen Knappensee, der ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Ortes ist. Des Weiteren gibt es Betreutes Wohnen und ein paar Kleingewerbetreibende, darunter befinden sich ein Taxiunternehmen, ein Zahnarzt, ein Dachdecker, ein PC Service, eine Pension und eine Gaststätte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. Mortka im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.
  4. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 249.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mortka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien