Moschee Çamlıca

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Die Moschee Çamlıca ist ein Bauprojekt in Istanbul. Auf einer Hügelkuppe im Stadtviertel Üsküdar-Çamlıca auf der asiatischen Seite der Metropole soll ein weithin sichtbares Gotteshaus entstehen. Der tatsächliche Name für die Moschee steht noch aus. Die Moschee ist umstritten, weil sie als Teil einer Islamisierung der Gesellschaft gesehen wird.[1]

Der damalige Premierminister und heutige Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan erwähnte seinen Plan erstmals im Mai 2012; es wurde ein Architekturwettbewerb veranstaltet und im Sommer 2013 mit dem Bau begonnen; 2016 sollte die Einweihung stattfinden. Die Moschee soll 6 Minarette haben, vier davon von 107,1 Meter Höhe, die beiden anderen 90 Meter hoch. Sie soll bis zu 50.000 Gläubige fassen. Die Kosten werden auf umgerechnet 70 Mio Euro geschätzt.[2]

Die Höhe der Minarette von 107,1 Metern soll auf das Jahr 1071 und den Sieg der Seldschuken in der Schlacht bei Manzikert verweisen.[3]

Das Projekt steht in der öffentlichen Wahrnehmung in einer Reihe mit dem Präsidentenpalast, dem geplanten Großflughafen, der Schnellfahrstrecke nach Ankara, dem geplanten Istanbul-Kanal und dem Eisenbahntunnel unter dem Bosporus. Befürworter der Moschee weisen auf die Bevölkerungsexplosion der Stadt hin, die auch neue Moscheen nötig mache; Kritiker verweisen auf die mangelnden Mitwirkungsmöglichkeiten der Bürger[4] und sprechen von einer „imperialen Psychologie“.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Senada Sokollu: Umstrittenes Moschee-Bauprogramm in Istanbul. dw.de, 24. August 2013, abgerufen am 22. Oktober 2014
  2. Hasnain Kazim: Erdogan baut sein Denkmal. spiegel.de 7. August 2014, abgerufen am 22. Oktober 2014
  3. Thomas Seibert: Denkmal für Erdogans Regierungspartei. tagesspiegel.de, 7. März 2013, abgerufen am 22. Oktober 2014
  4. Veronika Hartmann: Wem gehört die Stadt? nzz.ch, 6. Mai 2013, abgerufen am 22. Oktober 2014
  5. Boris Kálnoki, Christoph B. Schiltz, Daniel Friedrich Sturm: Das Leichentuch ist zu Erdogans Symbol geworden. welt.de, 26. Januar 2015, abgerufen am 26. Januar 2015

Koordinaten: 41° 2′ 5″ N, 29° 4′ 15″ O