Moskauer Zoo

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Moskauer Zoo
ZooLogoRus Pelican 03.png
Eröffnung 1864
Organisation
Moscow 05-2017 img25 Zoo main entrance.jpg

Eingang des Moskauer Zoos

http://www.moscowzoo.ru/
Moskauer Zoo (Moskau)
Moskauer Zoo

Koordinaten: 55° 45′ 43″ N, 37° 34′ 38″ O

Der Moskauer Zoo (russisch Московский зоопарк) wurde 1864 in Moskau eröffnet und ist damit der älteste Zoo Russlands.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zoo befindet sich wenige 100 m westlich und außerhalb des Gartenrings im Stadtteil Presnenski des Zentralen Verwaltungsbezirkes an der Metrohaltestelle Krasnopresnenskaja bzw. Barrikadnaja (Ringlinie bzw. Linie 7).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des Zoos erfolgte per Erlass des Zaren Alexander II. auf Initiative einiger Professoren der Moskauer Universität.[1] Bei seiner Eröffnung hatte der Zoo eine Größe von 10 Hektar und beherbergte 286 zumeist heimische Tiere. Während des Russischen Bürgerkrieges in Folge der Oktoberrevolution gingen 90 Prozent des Bestandes verloren.[2] Im Jahr 1919 wurde der Zoo verstaatlicht und ging drei Jahre später (1922) in den Besitz der Stadt Moskau über, die diesen seither verwaltet.

Im Jahr 1926 wurde das Areal auf 18 Hektar erweitert, der Tierbestand vergrößert. Die Originalgebäude des Zoos waren aus Holz und hatten aufwändige volkstümliche Dekorationen. 1926 wurde der Zoo um ein Wissenschaftszentrum ergänzt, Labore wurden eingerichtet, Biologen und Veterinäre eingestellt.

1935 erlangte die Tierpflegerin Vera Tschaplina (1908–1994) Bekanntheit, da sie ein von seiner Mutter verstoßenes Löwenjunges[3] bei sich zu Hause großzog.[2] Ihre Erinnerungen daran und an ihre Tätigkeit im Moskauer Zoo verarbeitete Tschaplina in dem Buch Vierbeinige Freunde und Zöglinge des Zoo, das auch im deutschsprachigen Raum mehrfach verlegt wurde.[4] Sechs Millionen Besucher verzeichnete der Zoo während der Kriegsjahre 1941–1945.[2]

Unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen ließen den Zoo in den 1970er und 1980er Jahren weitgehend verfallen.[2] Erst von 1990 bis 1997 wurde der Zoo unter persönlicher Aufsicht des damaligen Bürgermeisters Juri Luschkow grundlegend modernisiert und auf seine heutige Fläche von rund 21,5 Hektar erweitert. Teil dieser Umbauten war die Neugestaltung des Eingangsbereiches in Form einer Burg und die Schaffung einer Fußgängerbrücke, die den alten (1864) und neuen (1926) Teil des Zoos miteinander verbindet. Vorher agierten die beiden Teile quasi als separate Zoos, da sie durch die Bolschaja-Grusinskaja-Straße getrennt waren.

Jährlich besuchen den Moskauer Zoo über zwei Millionen Menschen.[1]

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Frühzeit seines Bestehens erhielt der Zoo mehrere bedeutende Spenden: Zar Alexander II. schenkte einen Indischen Elefanten, Großfürst Konstantin Romanow spendete ein Nashorn und der Khedive von Ägypten Ismail Pascha ein Zebra.[2]

Heute werden rund 1000 Tierarten mit rund 8000 Exemplaren gehalten,[2] darunter Rotwölfe, Zobel und Elefanten. Im „Exotarium“, einer Art Aquarium, kann man Unterwasserwelten samt Fauna tropischer Meere sehen.

Eine Besonderheit stellt der Alligator Saturn dar. Das Tier wurde 1936 in freier Wildbahn in den Vereinigten Staaten geboren und 1946 aus der Sowjetischen Besatzungszone in den Moskauer Zoo verbracht. In Deutschland soll er bis 1945 zum Bestand des im Krieg fast vollständig zerstörten Berliner Zoos gehört haben.[5] Aus dem Bestand des Zoos wurden zwei Eisbären an den Tierpark Berlin übergeben: Das Weibchen Tonja wurde 2011, Wolodja im Jahre 2013 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.[6]

Tiere im Moskauer Zoo
Lioness Kinuli with Vera Chaplina at the Moscow Zoo. Summer 1936.jpg
Vera Tschaplina und die Löwin Kinuli (1936)
RIAN archive 374825 White whales performing at the Moscow Zoo dolphinarium.jpg
Fütterung eines Weißwals
Crocodylus siamensis in moscow zoo 01.jpg
Ein Alligator


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Moskauer Zoo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b 150 Jahre Moskauer Zoo (Memento des Originals vom 14. Januar 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.sputniknews.com, Sputniknews, aufgerufen am 13. Januar 2018.
  2. a b c d e f Moskauer Zoogeschichte, rbth.com, aufgerufen am 13. Januar 2018.
  3. Der Name des Löwenjungen: Kinuli. Es ist aus dem russischen Verb кинула (kinula) - verlassen gebildet.
  4. Katalog der Deutsche Nationalbibliothek.
  5. Kriegsbeute Saturn - Kinder dürfen ihn auch schon mal piesacken, Artikel im Stern vom 9. Mai 2005, abgerufen am 8. September 2018.
  6. Nach Knut kommt Wolodja: Berlin hat einen neuen Eisbären, aktualisierter Artikel auf focus.de vom 23. August 2013, abgerufen am 8. September 2018