Mr Jones

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Mr Jones (* 13. April 1971 in Mallersdorf; bürgerlich Jürgen Bichlmeier) ist ein deutscher Singer/Songwriter, Gitarrist und Mundharmonikaspieler.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Mr Jones bereits in jungen Jahren drei Jahre klassische Gitarrenausbildung genossen hatte, kam er während seiner Ausbildung mit der Musik des jungen Bob Dylan, Woody Guthrie und dem texanischen Singer/Songwriter Townes Van Zandt in Berührung.[2]

1995/96 folgten die ersten Auftritte, zunächst solo, dann mit seinem Freund, dem Multiinstrumentalisten Robert Hasleder als Mr Jones & friend. Im Herbst 1995 lernte er in Erlangen backstage im E-Werk Townes Van Zandt kennen. Für die Veröffentlichung seines Debüt-Solo-Album Sunrise 1997 gründete er das Label dollar bill records und reiste von da an jeden Herbst für ca. 4 Wochen in die USA. Er lernte dort all seine Vorbilder persönlich kennen, trat als Support Act für sie auf oder stand gemeinsam mit ihnen auf der Bühne. Live Radio Shows in den USA, eigene Auftritte in Nashville und Houston sowie beim Kerrville Folkfestival Ballad Tree folgten.

Wenn seine Freunde aus den USA in Europa tourten, begleitete er sie auch da und es folgte neben diesen Touren (vor allem mit Eric Taylor) u. a. die erste eigene Tour durch Schottland, auf der er dann auch mit Dick Gaughan, seinem wohl wichtigsten Vorbild aus der keltischen Musik zusammentraf.

Auf den Touren mit Eric Taylor entstand die Idee zu einem weiteren Mr Jones Album, produziert von Taylor, die dann im Juli 2002 in Houston, TX aufgenommen wurde. Im Studio fanden sich neben Eric Taylor auch Mike Sumler, James Gilmer, Elaina Richardson und Susan Lindfors ein, allesamt Stars der dortigen Folk Music Szene. Einem noch größeren Publikum wurde Mr Jones bei der Folk Alliance Conference in Nashville bekannt.

Durch ein Treffen beim Kerrville Folk Festival in Texas kam es zu einer ausgedehnten Passage von Tom Gruning in seinem Buch „Millennium Folk - American Folk Music since the Sixties“[3] über Mr Jones und seine Musik.

Nach zahlreichen weiteren Touren durch Europa dauerte es bis 2011, ehe Mr Jones wieder ein Tonstudio aufsuchte. Auf I thought I was already there huldigt er mit Cover-Versionen seinen Songwriting-Heroen, ein Projekt, das Robert Hasleder und er seit Jahren geplant hatten und zeitlich nie umsetzen konnten. Stefan Woldach lobt in der Akustik Gitarre 3/2012: „Sein Gesang ist Südstaatengefärbt, sein Spiel - ergänzt um Mandoline und Akkordeon - auf diversen Martin-, Collings- und Gibson-Gitarren ist routiniert im amerikanischen Duktus vorgetragen und überzeugt stets mit schönem, warmen Klangbild - eine runde Produktion, die zeigt, dass man mit kleinem Budget eine überzeugende Aufnahme einfangen kann; wenn die Performance stimmt wie hier, ist das richtig gut.“

In seinem Buch Ich bin der neue Hilmar und trauriger als Townes[4] thematisiert Martin Wimmer des Öfteren Mr Jones und seine Leistungen für den Brückenschlag zwischen Bayern und Texas, u. a. mit den Worten: „Und vor allem Mr Jones aus Pfarrkirchen (ich nenne ihn Jownes), der völlig unbeobachtet von der deutschen Öffentlichkeit 1999 und 2002 mit Back Home Again und Waitin’ For Me sowie dem Nachzügler I thought I was already there (2011) ein paar Jahre später drei CDs mit der allerbesten Texas Music überhaupt produzierte.“

Durch beruflich bedingte Auszeiten kam es zu einer ca. 5-jährigen Auftrittspause. Ab 2017 war Mr Jones wieder live präsent und veröffentlichte 2019 ein neues Album.[5] Von Herbst 2019 an war Mr Jones der Leader von Mr Jones & Heavy Load Band, einer Band, die den Schwerpunkt etwas mehr auf Country-Musik legte.[6] Seit Sommer 2020 ist nach Auflösung der Heavy Load Band das Projekt Mr Jones & Band[7] am Start, bei dem der Schwerpunkt auf Klassikern aus dem Folk-Rock- und Americana-Umfeld liegt.

Martin Wimmer bezeichnet Mr Jones in seinem Buch A Haven For Songs: Connecting The Dots About Americana Music[8] als „the Godfather of Texas songwriting in Germany“ und als „ambassador of American acoustic music in Europe“.

Im September 2022 erschien sein Album parts & pieces 2017-2022 mit einer Sammlung aller in diesen Jahren aufgenommenen Songs für Tributes und im Homestudio, sowie ein Livetrack.

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997: Autumn Tour
  • 1997: Sunrise
  • 1999: Back Home Again
  • 2002: Waitin' For Me
  • 2004: Old Songs and a Couple of Drinks
  • 2011: I thought I was already there
  • 2019: the basement files
  • 2022: parts & pieces 2017-2022

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. prmeier: neumarktonline.de - Internet-Zeitung für Neumarkt. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  2. Passauer Neue Presse: Mr Jones kehrt auf die Bühne zurück. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  3. Tom Gruning: Millennium Folk: American Folk Music Since the Sixties. University of Georgia Press, 2006, ISBN 978-0-8203-2830-0 (google.de [abgerufen am 8. Januar 2020]).
  4. Weissbooks GmbH: Ich bin der neue Hilmar und trauriger als Townes Eine Kulturgeschichte der deutsch-texanischen Beziehungen, eine politische Autobiographie, die Poetikvorlesung eines leidenschaftlichen Sprachspielers, abenteuerliche Rezensionsreisen zu Songs, Filmen und Büchern, und vor allem ein Plädoyer für ... 1. Auflage, neue Ausgabe. Frankfurt 2016, ISBN 978-3-86337-108-1.
  5. 28 Jahre Backstage 2019. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  6. Bericht im Mobilportal auf pnp.de. Abgerufen am 23. Januar 2020.
  7. Herwig Slezak: Mississippi-Flair in den Rottauen: Mr Jones & Band. Abgerufen am 13. August 2020.
  8. Martin Wimmer: A Haven For Songs Connecting The Dots About Americana Music. 4. Auflage. Berlin 2021, ISBN 978-3-7541-5691-9.