Singer-Songwriter

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Joni Mitchell (1974)
Paul Simon (2007)

Ein Singer-Songwriter (engl. für Sänger/Songschreiber) ist ein Musiker, der seine eigenen Texte schreibt, vertont und singt und seinen Gesang in der Regel mit Gitarre, Klavier oder anderen Instrumenten selbst begleitet.

Der Begriff bezieht sich üblicherweise auf englischsprachige Sänger. Dem entsprechen

  • im deutschsprachigen Raum Liedermacher,
  • im französischen Sprachgebiet Auteur-compositeur-interprètes bzw. Chansonniers,
  • im italienischen Sprachgebiet Cantautori,
  • im schwedischen Sprachgebiet Trubadur,
  • im spanischen Sprachgebiet Cantautores.

Entwicklungsgeschichte im anglo-amerikanischen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 1965 wurde nach einem Begriff für eine Musik- und Darbietungsform gesucht, die vor allem durch Bob Dylan populär wurde. Musiker und Sänger wie beispielsweise Joni Mitchell, Laura Nyro, Tim Buckley, Patti Smith oder Leonard Cohen mit stark unterschiedlichen musikalischen Grundlagen prägten ab den späten 1960er-Jahren durch ihr spezifisches Auftreten ein eigenes Genre. Folkbands schufen ihre Stücke gemeinsam, während Singer-Songwriter Musik und Texte alleine schrieben und teils solo mit Gitarre oder Klavier, teils mit einer kleinen Begleitband interpretierten.

Im Gegensatz zur traditionellen Folk- oder Country-Musik mit Akustikgitarre und Mundharmonika war nun auch der Einsatz von E-Gitarren nicht mehr unüblich. Singer-Songwriter ließen zunehmend Rockelemente in ihre Musik einfließen. Neben politischen Inhalten wurden auch private Themen textlich thematisiert. Musikalische Einflüsse gab es auch aus Soul, Jazz und dem Psychedelic Rock.

Eine der Singer-Songwriter, die das Genre Anfang der 1970er-Jahre endgültig etablierten, war Carole King, deren Album Tapestry aus dem Jahr 1971 sich mehr als 25 Millionen Mal verkaufte. Bei den Grammy Awards 1972 erhielt sie vier Auszeichnungen, was bis zu diesem Zeitpunkt noch keiner Künstlerin gelungen war. Ihr Song You’ve Got a Friend gilt als Meilenstein des Genres.

Ab Ende der 1980er-Jahre gab es zum Beispiel mit Suzanne Vega wieder hauptsächlich weibliche Künstler, die sich der Singer-Songwriter-Tradition anschlossen. Seit den 1990er-Jahren sind Tracy Chapman, K. D. Lang, Alanis Morissette, Sheryl Crow und Tori Amos erfolgreich. Zu den jüngsten international erfolgreichen Singer-Songwritern zählen James Blunt, Katie Melua, Amy Macdonald, Ed Sheeran oder Milow.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Craig Morrison: American Popular Music. Rock and Roll. Checkmark Books, New York 2006, S. 219–221.