Houston

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Houston
Spitzname: Space City, The Big H, H-Town
im Uhrzeigersinn: Denkmal Sam Houstons, Stadtzentrum, Houston Ship Channel, Mall The Galleria, Rice University, Raumfahrt-Kontrollzentrum
im Uhrzeigersinn: Denkmal Sam Houstons, Stadtzentrum, Houston Ship Channel, Mall The Galleria, Rice University, Raumfahrt-Kontrollzentrum
Siegel von Houston
Siegel
Flagge von Houston
Flagge
Lage von Houston in Texas
Lage von Houston im Harris County (links) und in Texas (rechts)
Basisdaten
Gründung: August 1836
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Texas
Countys: Fort Bend County
Harris County
Montgomery County
Koordinaten: 29° 46′ N, 95° 23′ WKoordinaten: 29° 46′ N, 95° 23′ W
Zeitzone: Central (UTC−6/−5)
Einwohner:
– Metropolregion:
2.099.451 (Stand: 2010)
6.772.470 (Stand: 2016)
Bevölkerungsdichte: 1.399 Einwohner je km2
Fläche: 1.558,4 km2 (ca. 602 mi2)
davon 1.500,7 km2 (ca. 579 mi2) Land
Höhe: 12 m
Gliederung: 10 Stadtbezirke
Postleitzahlen: 77001–77299, 77339 und 77345
Vorwahl: +1 713, 281 und 832
FIPS: 48-35000
GNIS-ID: 1380948
Website: www.houstontx.gov
Bürgermeister: Sylvester Turner (D)[1]
Large Houston Landsat.jpg
Satellitenbild
Houston (USA)
Houston
Houston
Houston auf der Karte der Vereinigten Staaten

Houston [ˈ(h)juːstən] ist die größte Stadt in Texas und die viertgrößte der USA, hinter New York City, Los Angeles und Chicago.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Houston liegt an der Südküste der Vereinigten Staaten und im Osten des Bundesstaates Texas direkt am Golf von Mexiko in der sogenannten Golfküstenebene. Die Stadt erstreckt sich über eine Fläche von 1.700 km2, davon sind 1642 km2 Land- und knapp 58 km2 Wasserfläche. Die Stadt selbst liegt im Harris County, sie umfasst allerdings auch kleinere Flächen in zwei benachbarten Countys, Fort Bend County und Montgomery County. Sie ist durch den Houston Ship Channel, einen seeschifftauglichen Kanal, mit der Golfküste verbunden und besitzt mit dem Hafen von Houston einen der größten Seehäfen der Vereinigten Staaten. Der Buffalo Bayou, ein knapp 100 km langer Tieflandfluss mit sehr geringem Gefälle, durchfließt das Stadtgebiet von West nach Ost und prägt das Stadtbild nachhaltig. Der Bayou selbst geht im östlichen Stadtgebiet in den bereits erwähnten Kanal über und mündet dann im Golf.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima der Stadt wird stark vom Golf und der Lage in der subtropischen Klimazone beeinflusst. Es ist als ganzjährig warm anzusehen und die Temperaturen fallen selten unter 4 °C. Der Niederschlag, der sich vor allem in den Sommermonaten durch heftige, aber kurze Regenschauer bemerkbar macht, kann in den Wintermonaten auch durchaus in Schnee übergehen. Wie die gesamte Südküste der Vereinigten Staaten liegt Houston ebenfalls in der Zone, in welcher Hurrikans nicht selten sind. In den meisten Fällen war die Stadt nicht direkt betroffen. Üblicherweise befindet sie sich in den Randbereichen der tropischen Wirbelstürme. Jedoch setzten beim jüngsten, „Harvey“ Ende August 2017, massive Regenfälle große Teile des Stadtgebietes unter Wasser.

Houston, Texas
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
86
 
17
6
 
 
81
 
19
8
 
 
87
 
23
11
 
 
84
 
26
15
 
 
129
 
30
20
 
 
151
 
33
23
 
 
96
 
34
24
 
 
96
 
35
24
 
 
105
 
32
21
 
 
145
 
28
16
 
 
110
 
23
11
 
 
95
 
18
7
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: National Weather Service, US Dept of Commerce
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Houston, Texas
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 17,2 19,1 22,8 26,4 30,2 33,0 34,3 34,7 32,1 27,8 22,5 17,9 Ø 26,5
Min. Temperatur (°C) 6,2 8,1 11,4 15,2 19,8 22,9 23,9 23,8 21,0 16,1 11,2 7,0 Ø 15,6
Niederschlag (mm) 85,9 81,3 86,6 84,1 129,3 150,6 96,3 95,5 104,6 144,8 110,2 95,0 Σ 1.264,2
Regentage (d) 9,6 9,2 8,8 6,8 8,0 10,6 9,1 8,3 8,0 7,9 8,2 9,5 Σ 104
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
17,2
6,2
19,1
8,1
22,8
11,4
26,4
15,2
30,2
19,8
33,0
22,9
34,3
23,9
34,7
23,8
32,1
21,0
27,8
16,1
22,5
11,2
17,9
7,0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
85,9
81,3
86,6
84,1
129,3
150,6
96,3
95,5
104,6
144,8
110,2
95,0
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 1836 kauften John Kirby Allen und Augustus Chapman Allen, zwei Immobilienunternehmer aus New York, 27 km2 Land am Buffalo Bayou mit der Absicht, eine Stadt zu gründen. Die Brüder entschieden sich dazu, die Stadt nach Sam Houston, dem berühmten texanischen General aus der Schlacht von San Jacinto, zu benennen. Am 5. Juni 1837 wurde sie ins Register eingetragen[2] und James S. Holman zum ersten Bürgermeister der Stadt gewählt. Noch im selben Jahr wurde Houston Sitz des Harrisburg County (jetziges Harris County) und die vorübergehende Hauptstadt der Republik Texas.

1901 wurde in Spindletop nahe Beaumont Öl gefunden. Zusammen mit anderen Ölfeldern trieb es die Entwicklung der amerikanischen Ölindustrie an. 1902 gab Präsident Theodore Roosevelt eine Million Dollar für den Bau des Houston Ship Channel frei. Er beginnt am Rand des die Stadt durchziehenden Wasserlaufs Buffalo Bayou. Präsident Woodrow Wilson eröffnete 1914 den etwa 60 km von der Küste entfernten neuen Hafen Houstons. Bis 1930 wuchs Houston dann zur bevölkerungsreichsten Stadt von Texas.

Ende Mai 2015 kam es zu den schwersten Niederschlägen in Texas seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und auch Houston war durch seine niedrige Lage stark betroffen; ein nicht unerheblicher Teil der Stadt wurde überschwemmt.[3] Am 26. August 2017 und in den Folgetagen traf der Hurrikan „Harvey“ (eingeordnet in Stufe 4 – der zweithöchsten Stufe) bei Houston auf das Festland mit Regenmengen von mehr als 60–80 Liter pro qm innerhalb von wenigen Stunden. Als Folge davon wurden große Teile des Stadtgebietes überschwemmt, viele Hauptstraßen unpassierbar und Teile der Infrastruktur brachen zusammen. Der Bürgermeister der Stadt sah jedoch von einer Evakuierung ab, da „niemand mit derart heftigen Regenfällen gerechnet hatte“ und „man einen Alptraum geschaffen hätte, würde man 6,5 Millionen Menschen auf die Straße schicken“.[4][5]

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung bestand laut dem Zensus von 2010 zu 25,6 Prozent aus Weißen und zu 23,7 Prozent aus Afroamerikanern; 6,3 Prozent waren asiatischer Herkunft; 0,7 % waren Indianer. 43,7 Prozent der Bevölkerung waren Hispanics. Der Median des Einkommens je Haushalt lag 2015 bei 46.187 US-Dollar. 22,5 Prozent der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze.[6]

Die Einwohnerzahl lag im Jahr 2016 bei über 2,3 Millionen. Damit ist sie seit 1990 um über 40 Prozent gestiegen. Die Metropolregion von Houston hatte 5 Millionen Einwohner.

Jahr Einwohner¹
1920 138.276
1930 292.352
1940 384.514
1950 596.163
1960 938.219
1970 1.232.802
1980 1.595.138
1990 1.637.859
2000 1.953.631
2010 2.099.451
2016 2.303.482

¹ 1920–2010: Volkszählungsergebnisse; 2016 Schätzung

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Houston ist einer der wichtigsten Häfen im Süden der USA und vor allem für den Umschlag von Öl- und Ölprodukten bekannt. Hier liegen einige der größten Raffinerien des Bundesstaates Texas in oder nahe der Stadt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Houston liegt verkehrsgünstig an der Kreuzung der Interstate 10 und der Interstate 45 und besitzt einen die Innenstadt umschließenden Ring der beiden Highways, den sogenannten Texas State Highway Beltway 8. Der Ring hat mit dem Sam Houston Tollway zusammen eine Gesamtlänge von etwa 142 Kilometern. Ein dritter Ring, der als "Grand Parkway" bezeichnete State Highway 99 befindet sich derzeit im Bau.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Houston besitzt seit 2004 eine von Nord nach Süd verlaufende Stadtbahn (Light Rail System), die zwölf Kilometer lange Innenstadtstrecke der MetroRail Houston Red Line. Diese erstreckt sich von der University of Houston–Downtown, am Texas Medical Center vorbei bis zum NRG Park. Des Weiteren besitzt die Stadt einen Anschluss an das Schienennetz der Vereinigten Staaten, sie wird durch die Amtrak bedient. So verkehrt der Sunset Limited von New-Orleans nach Los Angeles auch über Houston.

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Houston ist an das kontinentale und interkontinentale Flugverkehrsnetz der Vereinigten Staaten angeschlossen und verfügt derzeit über drei Flughäfen:

Seeverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Houston ist über den Houston Ship Channel mit dem Golf von Mexiko verbunden und damit an die wichtigsten Seewege der Welt angebunden. Die Hafenanlagen dienen dem Umschlag von Gütern aller Art, wenngleich das Hauptaugenmerk auf dem Umschlag von Erdöl und den daraus raffinierten Produkten liegt. Im nationalen Vergleich ist der Hafen von Houston der umschlagstärkste des Landes.

Raumfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Des Weiteren beherbergt Houston das Lyndon B. Johnson Space Center (JSC) und das Mission Control Center (MCC) (Funk-Rufname: „Houston“) und koordiniert als Einrichtung der NASA seit 1961 das bemannte Raumfahrtprogramm der USA.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Houston hat 16 Partnerstädte (in Klammern das Jahr, in dem die Zusammenarbeit begann):

  • TaiwanRepublik China (Taiwan) Taipeh, Taiwan (1963)
  • SpanienSpanien Huelva, Spanien (1969)
  • JapanJapan Chiba, Japan (1973)
  • FrankreichFrankreich Nizza, Frankreich (1973)
  • AserbaidschanAserbaidschan Baku, Aserbaidschan (1976)
  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Grampian Region, Vereinigtes Königreich (1979)
  • NorwegenNorwegen Stavanger, Norwegen (1980)
  • AustralienAustralien Perth, Australien (1983)
  • TurkeiTürkei Istanbul, Türkei (1986)
  • China VolksrepublikVolksrepublik China Shenzhen, Volksrepublik China (1986)
  • EcuadorEcuador Guayaquil, Ecuador (1987)
  • DeutschlandDeutschland Leipzig, Deutschland (1993)
  • RusslandRussland Tjumen, Russland (1995)
  • Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate (2001)
  • AngolaAngola Luanda, Angola (2003)
  • MexikoMexiko Tampico, Mexiko (2003)
  • PakistanPakistan Lahore, Pakistan

Kultur, Bildung, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist Sitz vieler Hochschulen, wie der privaten Rice University, der staatlichen Großuniversität University of Houston oder der ursprünglich nur für Schwarze gegründeten Texas Southern University.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der sorgfältig restaurierten Downtown Houston gibt es in unmittelbarer Nähe zahlreiche bedeutende Kulturinstitutionen: das Schauspielhaus Alley Theatre, das Wortham Center (Heimstätte der Houston Grand Opera), Jones Hall (Konzerthalle des Houston Symphony Orchestra) und das Hobby Center for the Performing Arts (Kulturzentrum für Gastspiele unter anderem von Shows, Musicals und für Konzerte).


Main Street in Downtown Houston, Richtung Nordnordost, von der Lamar Street aus aufgenommen, März 2011

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klub Sport Liga Stadion
Houston Astros Baseball Major League Baseball (American League) Minute Maid Park
Houston Texans American Football National Football League (American Football Conference) NRG Stadium
Houston Rockets Basketball National Basketball Association Toyota Center
Houston Dynamo Fußball Major League Soccer (Western Conference) BBVA Compass Stadium

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skyline Houstons, 1971
Uptown Houston bei Nacht – Post Oak Boulevard

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Sennholz (* 3. Februar 1922 in Bergkamen; † 23. Juni 2007 in Grove City, Pennsylvania), deutscher Ökonom und US-Hochschullehrer
  • Jan January Janczak (* 1. Oktober 1938 in Sroda), polnisch und schweizerischer Maler, Filmemacher, Illustrator, Plastiker, Glasmaler.

In Houston Geborene und berühmte Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin V. Melosi, Joseph A. Pratt (Hrsg.): Energy Metropolis: An Environmental History of Houston and the Gulf Coast. University of Pittsburgh Press, Pittsburgh 2007, ISBN 978-0-8229-7324-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Houston – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.houstontx.gov/mayor/
  2. David G. McComb: Houston, Texas. In: Handbuch von Texas. Abgerufen am 5. Januar 2010 (englisch).
  3. Tagesschau.de. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  4. Jasmin Lörchner: Wieso Houston nicht evakuiert wurde. Spiegel.de, 28. August 2017, abgerufen am .
  5. Dakin Andone CNN: Why didn’t Houston evacuate? Abgerufen am 28. August 2017.
  6. U.S. Census Bureau QuickFacts selected: Houston city, Texas. Abgerufen am 7. November 2017 (englisch).