Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

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Das Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne (Kantonales Museum der schönen Künste Lausanne) ist das Kunstmuseum des Schweizer Kantons Waadt. Es wurde 1841 gegründet und befindet sich im Palais de Rumine im Kantonshauptort Lausanne am Genfersee.

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 beherbergte das Museum rund 10'000 Werke. Die Sammlungen entstanden durch Ankäufe, aber auch durch Spenden und langfristige Ausleihungen kantonaler und nationaler Organisationen, darunter der Société Vaudoise des Beaux-Arts, der Gottfried Keller-Stiftung und der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Privater Initiative ist nicht nur die Gründung des Museums 1841, sondern auch die regelmässige Erweiterung seiner Sammlungen und die Öffnung für internationale Kunst durch Vermächtnisse und grössere Schenkungen zu verdanken. Ein Teil der Sammlungen des Museums gibt einen Überblick über die Geschichte der allgemeinen Kunst aus dem alten Ägypten.

Die wichtigsten Werke stammen aus der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts bis zum Post-Impressionismus, mit herausragenden Werken des Kubismus und waadtländischer abstrakter Kunst.

Die Bedeutung des Museums, sowohl auf nationaler wie auf internationaler Ebene, beruht auf den fünf wichtigsten Sammlungen Abraham Louis Rodolphe Ducros (1748–1810), Charles Gleyre (1806–1874), Théophile-Alexandre Steinlen (1859–1923), Félix Vallotton (1865–1925) und Louis Soutter (1871–1942).

Die Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst enthalten Hauptwerke des Tachismus, des abstrakten Expressionismus, der informellen Kunst und des Neuen Realismus von Künstlern wie Marcel Broodthaers, Geula Dagan, Rolf Iseli, Tadeusz Kantor, Charles Roller, Daniel Spoerri und Maria Helena Vieira da Silva. Die expressive bildende Kunst ist mit Werken von Günther Brus, Luciano Castelli, Miriam Cahn, Martin Disler, Leiko Ikemura François Jousselin, Arnulf Rainer, Jean Revol, Klaudia Schifferle, Jean-Frédéric Schnyder und anderen vertreten.

In den Jahren 1990–2010 konzentrierte sich das Museum auf den Erwerb bedeutender Werke von internationalen Künstlern wie Christian Boltanski, Tom Burr, Sophie Calle, Alfredo Jaar, Nalini Malani, Bruce Nauman, Jim Shaw, ohne die Vorstellung waadtländischer wie Jean-Luc Manz, Alain Huck, Fabrice Gygi, Silvie Defraoui, Philippe Decrauzat, Didier Rittener, Denis Savary, Annaïk Lou Pitteloud und Anne-Julie Raccoursier zu vernachlässigen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1808 schlug der Waadtländer Aquarellist Abraham-Louis-Rodolphe Ducros die Schaffung einer Zeichenschule vor und stellte dafür seine eigene Sammlung italienischer Werke des 17. und des 18. Jahrhunderts und auch eigene Aquarelle zur Verfügung. Ducros starb, ohne dass sein Vorschlag verwirklicht wurde. Seine Sammlung wurde 1816 vom Kanton erworben und bildete den ersten Grundstock der Sammlung Lausanne. Danach gründete der Maler Marc-Louis Arlaud 1841 das Museum, das bis 1906 seinen Namen trug, bevor es seinen heutigen Namen annahm.

Das kantonale Museum befindet sich im Palais de Rumine, das gebaut wurde, um die neue Universität Lausanne zu beherbergen. Das Gebäude, das dank einem Legat von Gabriel de Rumine nach Plänen des Architekten Gaspard André gebaut werden konnte, wurde am 17. Juli 1906 eingeweiht.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kantonale Museum der schönen Künste präsentiert ausschliesslich temporäre Ausstellungen, fünf bis acht pro Jahr. Der erste Salon International des Galeries Pilotes du Monde fand 1963 statt (unter den Künstlern waren Philippe Morisson und Georges Romathier). Seit 2002 vereint die Ausstellung Accrochages jeden Winter die Werke zeitgenössischer Künstler, die im Kanton Waadt leben oder arbeiten. Eine Ad-hoc-Jury, die jedes Jahr anders zusammengesetzt ist, wählt rund fünfzig Werke zur freien Präsentation aus. Unter den Laureaten sind zeitgenössische Schweizer Künstler wie Robert Ireland, Bernard Voïta, Yves Mettler, David Hominal, Anne-Julie Raccoursier, Jean Crotti, Elisabeth Llach, Pauline Boudry, Luc Aubort und Lukas Beyeler.

Direktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1856–1868: Godefroy de Blonay
  • 1868–1886: Léon de La Cressonnière
  • 1894–1935: Emile Bonjour
  • 1935–1951: Jean Descoullayes
  • 1951–1962: Ernest Manganel
  • 1962–1981: René Berger
  • 1981–1991: Erika Billeter
  • 1991–2001: Jörg Zutter
  • 2001–2006: Yves Aupetitallot
  • 2006–2007: Catherine Lepdor (a. i.)
  • seit 2007: Bernard Fibicher

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. November 2008 lehnten die Stimmbürger des Kantons Waadt einen Planungskredit von 390'000 Franken für ein Projekt des Museums in Bellerive ab.

Am 30. September 2009 schied der Staatsrat die Lokomotivhalle der SBB in Lausanne als Teil der Museumsplattform aus. Im Frühling 2016 wurde die historische Halle teilweise zerstört. Die Eröffnung des neuen Kantonalen Museums für schöne Künste ist für 2019 geplant.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien