Museum Peter Gehring

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Museum Peter Gehring
Wohnhaus Alfred Reich, jetzt Museum Peter Gehring

Wohnhaus Alfred Reich,
jetzt Museum Peter Gehring

Daten
Ort München-Untermenzing
Architekt Gustav Gsaenger
Bauherr Alfred Reich
Baujahr 1950
Koordinaten 48° 10′ 26,8″ N, 11° 29′ 23,5″ OKoordinaten: 48° 10′ 26,8″ N, 11° 29′ 23,5″ O
Museum Peter Gehring (Bayern)
Museum Peter Gehring

Das Museum Peter Gehring ist ein privates Kunst- und Architekturmuseum mit Skulpturengarten im Münchner Stadtteil Untermenzing.

Gebäude und Garten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1950 ließ sich der Garten- und Landschaftsarchitekt Alfred Reich (1908–1970)[1][2], ein Schüler und Mitarbeiter Karl Foersters, in Untermenzing ein Wohnhaus errichten. Die Wohnsiedlung nördlich des Schlosses Nymphenburg war seit dem frühen 20. Jahrhundert als Gartensiedlung entstanden. Geplant wurde der Bau mit Gewächshaus in der Sackgasse Im Eichgehölz von dem Architekten Gustav Gsaenger.

Er errichtete „in gemäßigt moderner Formensprache“[3] in einer Nordecke des 3200 m² großen Grundstücks ein schmales einstöckiges Gebäude samt Nebenflügel. Das Wohnhaus mit hohem Satteldach wurde mit Holz verschalt und erhielt auf der Gartenseite nach Süden über die gesamte Breite raumhohe Fenster. Das Gewächshaus aus Stein wurde mit einem Dach aus Plexiglas versehen.[4]

Der Garten wurde als weitläufige Freifläche mit Mauern und Pflanzen gefasst und mit Gruppen von Bäumen bepflanzt. In den 1950er Jahren entwarf Gsaenger in direkter Achse zum Wohnhaus vor der Südfront ein Außenschwimmbecken, an dem Reich einen fünfstrahligen Springbrunnen aufstellte. Den Garten gestaltete Alfred Reich nach seinen Vorstellungen, was bald Gartenenthusiasten zu Besichtigungen anzog. Das Wohngebäude wurde weder umgebaut oder erweitert noch dem späteren Zeitgeschmack angepasst.[5]

Alfred Reich starb 1970. Nach dem Tod seiner Witwe übernahm 1998 das Künstlerpaar Birgit Andrea Gehring und Peter Gehring den Komplex.

Peter Gehring, ausgebildeter Opernsänger und als Architekt Partner im Büro von Fred Angerer, arbeitete auch künstlerisch. Er schuf Materialbilder und Collagen, Zeichnungen und Aquarelle. Außerdem war er als Bildhauer tätig. Gehring starb 2001 im Alter von 57 Jahren.[6] Zu diesem Zeitpunkt „präsentierte sich das ehemalige Haus Alfred Reichs als einerseits vollkommen bewahrtes Zeitdokument aus den 1950er-Jahren, in das anderserseits eine Kunstausstellung eingewachsen war“.[7]

Im Juni 2015 eröffnete Birgit Andrea Gehring Haus und Garten als Privatmuseum.

Denkmalschutz und -pflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 wurde das Ensemble unter Denkmalschutz gestellt. Neben dem ehemaligen Wohnhaus mit überdachter Terrasse und dem Gewächshaus stehen der Garten mit seiner Gartenarchitektur, die Gartenmauer sowie die Natursteinplatten und Steckkiesel der Schwimmbadeinfassung unter Schutz. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hob die inhaltliche Einheit von Villa und Garten hervor, sie wiesen „künstlerische und geschichtliche und der Garten zudem wissenschaftliche Bedeutung auf“.[8]

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanzierte Instandsetzungsmaßnahmen, an denen der Landschaftsarchitekt Klaus Wittke als ehemaliger Mitarbeiter Alfred Reichs mitwirkte. Instand gesetzt wurden das Gewächshaus, der Belag im Schwimmbadbereich und die Gartenmauer, Baum- und Pflanzenbestand wurden gärtnerisch gepflegt. Die Mittel der Stiftung für die Maßnahmen wurden von der Lotterie Glücksspirale, dem Freistaat Bayern und dem Bezirk Oberbayern als Fördermittelgeber unterstützt.[9][10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beatrice Härig: Kunst ums Schwimmbecken. In: Monumente, 26. Jahrgang Nr. 5, Oktober 2016, S. 30–31.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Museum Peter Gehring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebensdaten Alfred Reichs  in der Deutschen Digitalen Bibliothek
  2. Elisabeth Zaby: ... das unendlich Zarte neben die Härte der starken Linien setzen: die Münchner Hausgärten des Gartenarchitekten Alfred Reich von 1950–1970 im Spannungsfeld zwischen Klassik, Moderne und Mode vor dem Hintergrund des Zeitgeistes der jungen BRD. Verlag Dr. Hut, München 2007 ISBN 978-3-89963-655-0.
  3. Garten in Allach-Untermenzing wurde vorbildlich restauriert. Mitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, 29. Januar 2016, abgerufen am 1. November 2016.
  4. Denkmalliste für München (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, D-1-62-000-8487, S. 369.
  5. Der Alleskönner. sz.de, 19. Juni 2015.
  6. Der Alleskönner. sz.de, 19. Juni 2015.
  7. Beatrice Härig: Kunst ums Schwimmbecken, S. 30.
  8. Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 29. Januar 2016
  9. Kunst ums Schwimmbecken. S. 31.
  10. Denkmalliste für München (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, D-1-62-000-8487