Privatmuseum

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Ein Privatmuseum ist eine von Liebhabern, Unternehmen oder Vereinen der Öffentlichkeit zugänglich gemachte Privatsammlung.

Im Gegensatz zu einem Museum in öffentlicher Hand ist eine systematische Dokumentation und wissenschaftliche Erforschung nicht immer Bestandteil der Museumsarbeit. Daher haben Privatmuseen für die Forschung oft nur insofern eine Bedeutung, als sie die staatlichen Sammlungen ergänzen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein Privatmuseum Fördermittel von staatlicher Seite erhalten, so dass ein Vergleich mit öffentlichen Museen gegeben ist. Da der Museumsbegriff in Deutschland nicht geschützt ist, kann sich jede Einrichtung Museum nennen.

Aus privaten Museen entstanden und entstehen oft bedeutende Einrichtungen der öffentlichen Hand, so etwa das Museum Koenig in Bonn oder das British Museum in London.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele, insbesondere kleinere Privatmuseen erfüllen nicht oder nur zu Teilen die Anforderungen des International Council of Museums (ICOM), das ein Museum definiert als „eine dauerhafte Einrichtung, die keinen Gewinn erzielen will, öffentlich zugänglich ist und im Dienst der Gesellschaft und deren Entwicklung steht. Sie erwirbt, bewahrt, beforscht, präsentiert und vermittelt das materielle und immaterielle Erbe der Menschheit und deren Umwelt zum Zweck von Studien, der Bildung und des Genusses.“[1]

Aus wirtschaftlichen Gründen werden in einigen Staaten die bisherigen öffentlichen Museen privatisiert, d. h., sie werden nur noch zum Teil aus Steuergeldern finanziert, der Rest kommt aus Spenden und Stiftungen. Damit rücken bisherige staatliche Museen in die Nähe von Privatmuseen und werden zunehmend den gleichen Beschränkungen unterworfen. Umgekehrt können private Sammlungen auch vom Staat erworben werden; ein Beispiel ist die Villa Borghese in Rom.

Seit den 1990er Jahren lässt sich im Bereich der Bildenden Kunst ein neuer Trend in der deutschsprachigen Museumslandschaft erkennen. Immer mehr private Sammler machen ihre Kunstkollektionen in Privatmuseen und eigenen Ausstellungsräumen öffentlich zugänglich. Sie werden ausschließlich aus privaten Mitteln und ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand betrieben. Diese jungen Privatinitiativen stehen vielerorts in Augenhöhe mit den traditionsreichen öffentlichen Kunstmuseen. Beispiele hierfür sind die Sammlung Goetz (gegründet 1993 in München) oder die Kunsthalle Weishaupt (gegründet 2007 in Ulm).[2] Neben diesen großen, oftmals in aufwendigen, eigenen Gebäuden und mit großem finanziellen Aufwand eingerichteten und von Fachpersonal geleiteten Häusern existieren zahllose kleinere und kleinste Privatmuseen, in denen Privatpersonen oder Vereine ihre Kollektionen in Eigenregie präsentieren.

Deutschland (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsches Apothekenmuseum in Heidelberg

Weltweit (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Privatmuseen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ICOM Deutschland: Die Museumsdefinition. 25. Juni 2020, abgerufen am 7. Januar 2021 (deutsch).
  2. Gerda Ridler: Privat gesammelt – öffentlich präsentiert. Über einen neuen musealen Trend bei Kunstsammlungen. transcript Verlag, Bielefeld 2012, abgerufen am 22. August 2021.
  3. Süddeutsche Zeitung: Der Bikini bekommt ein Museum. Abgerufen am 3. Januar 2020.