Privatmuseum

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Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Ein Privatmuseum ist eine Sammlung zu einem meist sehr begrenzten Thema und wird von einzelnen Liebhabern, Sammlern und Vereinen betrieben. Im Gegensatz zu einem staatlichen bzw. öffentlichen Museum ist eine wissenschaftliche Begleitung und systematische Dokumentation nicht immer gewährleistet. Daher haben Privatmuseen für die geschichtliche Forschung oft nur insofern eine Bedeutung, als sie die staatlichen Sammlungen ergänzen. Unter bestimmten Voraussetzungen erhält auch ein Privatmuseum Fördermittel von staatlicher Seite, so dass ein Vergleich mit öffentlichen Museen gegeben ist. Der Museumsbegriff ist in Deutschland jedoch nicht geschützt.

Aus Privaten Museen entstanden und entstehen oft bedeutende Einrichtungen, ein Beispiel ist etwa das Museum Alexander Koenig. Auch das Britische Museum entstand aus zahlreichen Privatsammlungen.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele, insbesondere kleinere Privatmuseen erfüllen nicht die Anforderung des International Council of Museums (ICOM), das ein Museum definiert als „eine gemeinnützige, ständige, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienst der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zu Studien-, Bildungs- und Unterhaltungszwecken materielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt“.[1] Dies hängt damit zusammen, dass qualifiziertes Personal nicht ausreichend zur Verfügung steht bzw. kaum finanziert werden kann und oft nur sehr eingeschränkte Öffnungszeiten angeboten werden können.

Aus wirtschaftlichen Gründen werden in einigen Staaten die bisherigen öffentlichen Museen privatisiert, d. h., sie werden nur noch zum Teil aus Steuergeldern finanziert, der Rest kommt aus Spenden und Stiftungen. Damit rücken bisher staatliche Museen in die Nähe von Privatmuseen und werden zunehmend den gleichen Beschränkungen unterworfen.

Umgekehrt werden private Sammlungen auch vom Staat erworben; ein Beispiel ist die Villa Borghese (Rom).

Seit den 1990er Jahren lässt sich im Bereich der Bildenden Kunst ein neuer Trend in der deutschsprachigen Museumslandschaft erkennen. Immer mehr private Sammlerinnen und Sammler machen ihre Kunstkollektionen in Privatmuseen und eigenen Ausstellungsräumen öffentlich zugänglich. Sie werden ausschließlich aus privaten Mitteln und ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand betrieben. Diese jungen Privatinitiativen stehen vielerorts in Augenhöhe mit den traditionsreichen öffentlichen Kunstmuseen. Beispiele hierfür sind das Museum Würth (gegründet 1991 in Künzelsau), die Sammlung Goetz (gegründet 1993 in München), die Fondation Beyeler (gegründet 1997 in Riehen, CH), das Essl Museum (gegründet 1999 in Klosterneuburg, A), das Museum Frieder Burda (gegründet 2004 in Baden-Baden), die Langen Foundation (gegründet 2004 in Neuss), das Museum Ritter (gegründet 2005 in Waldenbuch), die Kunsthalle Weishaupt (gegründet 2007 in Ulm), das Museum Art.Plus (gegründet 2009 in Donaueschingen) oder der me Collectors Room Berlin (gegründet 2010 in Berlin).[2] Hinzugekommen ist 2012 die Sammlung Franz in der Galerie an der Ruhr in Mülheim an der Ruhr.

Deutschland (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsches Apothekenmuseum in Heidelberg
Museum Frieder Burda, 2004 eröffnetes Kunstmuseum für die ca. 800 Gemälde, Skulpturen, Objekte und Arbeiten auf Papier umfassende Sammlung Frieder Burda.
Beate Uhse Erotik-Museum, 1996 bis 2014
Frauenmuseum (Bonn), 1981 gegründet, betrieben vom Verein Frauenmuseum – Kunst, Kultur, Forschung e.V.
Waldmuseum, eingerichtet 1916, Mineralien-, Pflanzen- und Fossiliensammlung des Naturforschers, Arztes und Toxikologen Dr. Friedrich Kanngießer.
Bremer Rundfunkmuseum, 1978 gegründet, betrieben vom Verein Bremer Rundfunkmuseum e.V.
Focke-Windkanal, 2005 eröffnet, betrieben vom Förderverein Focke-Windkanal e. V.
Schifferhaus, eingerichtet 1976, historische Gaststätte des 19. Jahrhunderts, Wohnräume aus der Zeit um 1930, kleines Schiffsmuseum, nur noch im Internet verfügbar.[3]
Museum für aktuelle Kunst – Sammlung Hurrle, 2010 bei Offenburg gegründet, Deutsche Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg; betrieben vom Unternehmer und Sammler Rüdiger Hurrle
Die Kunsthalle in Emden wurde von 1986 Henri Nannen gestiftet
„Dat Otto Huus“ in einer ehemaligen, umgebauten alten Apotheke, eröffnet 1987
Rechenwerk Computer- & Technikmuseum Halle, DDR-Rechentechnik und Automatisierungsgeräte, 2013 gegründet, betrieben von der digital Arbeitsgemeinschaft Halle
Deutsches Apotheken-Museum, 1937 gegründet, betrieben von der Deutschen Apotheken Museum-Stiftung
Pfundsmuseum 2001 eröffnet, mit 4000 Exponaten zum Thema Maße und Gewichte
Haus der Computerspiele, vor allem als Wanderausstellung gezeigte Sammlung zur Geschichte der Computer- und Videospiele
G2 Kunsthalle, ist ein Privatmuseum für zeitgenössische Kunst in Leipzig
Museum Peter Gehring, ehemaliges Wohnhaus Alfred Reich, Architektur- und Kunstmuseum mit Skulpturengarten
Buddelschiffmuseum Neuharlingersiel, 1971 eröffnet, Sammlung von Buddelschiffen, Kapitänsbildern und historischen Schiffsmodellen
Lanz-Museum Mitterrohrbach
Schauwerk Sindelfingen, 2010 eröffnetes Museum für zeitgenössische Kunst für die rund 3.000 Werke umfassende Sammlung von Peter Schaufler und Christiane Schaufler-Münch
Auto- und Technikmuseum Sinsheim, eröffnet 1981
Siku-Museum, 1999 von Thomas Höing gegründet
Museum Art.Plus, 2009 eröffnetes Museum mit Werken zeitgenössischer Kunst
Fluxeum, 1986 eröffnetes Museum mit Werken zu Fluxus

Großbritannien (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Madame Tussaud als Wachsfigur bei der Arbeit
Madame Tussauds, Wachsfigurenkabinett, 1835 eröffnet.

Italien (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauenmuseum Meran, 1988 gegründet.
Peggy Guggenheim Collection, gegründet 1938, betrieben von der Solomon R. Guggenheim Foundation

USA (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • New York
Museum of Modern Art, eröffnet 1929, international bedeutende Sammlung moderner Kunst, im Wesentlichen von der Rockefeller-Stiftung getragen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Museumsbund (Memento des Originals vom 28. September 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.museumsbund.de
  2. Gerda Ridler: Privat gesammelt – öffentlich präsentiert. Über einen neuen musealen Trend bei Kunstsammlungen (Memento des Originals vom 11. November 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.transcript-verlag.de, transcript Verlag, Bielefeld 2012.
  3. http://www.museum-der-welt.de, abgerufen am 4. Dezember 2015