Museum für Sepulkralkultur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel
Museum für Sepulkralkultur – Innenansicht

Das Museum für Sepulkralkultur an der Weinbergstraße in Kassel stellt die Themen Sterben, Tod und Totengedenken in den Mittelpunkt. Es wurde 1992 eröffnet, Träger ist die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V.. Direktor des Museums war bis 2015 der Theologe Reiner Sörries, zur Zeit wird es übergangsweise kommissarisch geleitet. Der zweigliedrige, lichtdurchflutete Museumsbau umfasst ein früheres, zur ehemaligen Henschel-Villa gehöriges Wirtschaftsgebäude – die Remise – und einen Neubau aus dem Jahr 1992 (Architekt Wilhelm Kücker). Neben den eigentlichen, dreieinhalb-geschossigen Ausstellungsräumen mit einem Veranstaltungsbereich umfasst der Gebäudekomplex auch einen Museumsshop und ein Museumscafé mit einem überdachten Innenhof und einer Freiterrasse mit weitem Panoramablick über Kassel. Im Vorgarten wie im rückwärtigen Außenbereich werden Grabsteine/-anlagen, Designobjekte und Kunstwerke präsentiert.

Der Name Sepulkralkultur leitet sich ab vom lateinischen „sepulcrum“, das im ursprünglichen Sinn „Grab“ oder „Grabstätte“ heißt. Über diese eigentliche Wortbedeutung hinaus schließt Sepulkralkultur alle Erscheinungsformen ein, die mit der Bestattung der Toten und dem Erinnern an die Verstorbenen zusammenhängen.

Schwerpunkt des Museums ist die Dauerausstellung. Sie zeigt auf einer Fläche von etwa 1400 Quadratmetern vor allem Zeugnisse der Sepulkralkultur aus dem deutschsprachigen Raum vom Mittelalter bis zur Gegenwart – unter anderem Särge und Leichenwagen, Trauerkleidung und -schmuck, Grabsteine, Skulpturen und Gebrauchsgegenstände, die mit dem Thema Sterben, Tod und Gedenken in Zusammenhang stehen. Seit 2014 dokumentiert eine eigene Abteilung multikulturelle Entwicklungen in der Friedhofs- und Bestattungskultur in Deutschland. Darüber hinaus veranstaltet das Museum wechselnde Sonderausstellungen, die in sehr weit gefasster Weise unterschiedliche historische oder aktuelle Aspekte der Thematik des Hauses aufgreifen oder sich künstlerisch damit auseinandersetzen. Beispiele sind etwa Ausstellungen mit den Titeln: „tanz&tod“, „UND CUT! – Todesbilder im Film“, „Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht. Friedhofsgänge mit Schriftstellern“, „Mumien - Körper für die Ewigkeit“ oder „Salto mortale“. Ergänzt werden die Ausstellungen durch vielfältige Veranstaltungen: u. a. Vorträge, Tagungen, Konzerte, Lesungen oder Kabarettveranstaltungen.

Außerdem verfügt das Museum über eine Sammlung von derzeit rund 16.500 Grafiken ab dem 15. Jahrhundert und beherbergt eine öffentliche Spezialbibliothek mit Monographien, Katalogen, Sonderdrucken sowie zahllosen Zeitschriftenartikeln zur Sepulkralkultur.

Das Museum ist 2017 einer der Kasseler Standorte der documenta 14, die als eine der wichtigsten Kunstausstellungen der Welt angesehen wird.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Museum für Sepulkralkultur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 18′ 33″ N, 9° 29′ 17″ O