Museum für Sepulkralkultur

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Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel
Museum für Sepulkralkultur – Innenansicht

Das Museum für Sepulkralkultur an der Weinbergstraße in Kassel stellt die Themen Sterben, Tod und Totengedenken in den Mittelpunkt. Es wurde 1992 eröffnet, Träger ist die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e. V. Es gehört zum Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute.

Der zweigliedrige, lichtdurchflutete Museumsbau umfasst ein früheres, zur ehemaligen Henschel-Villa gehöriges Wirtschaftsgebäude – die Remise – und einen Neubau aus dem Jahr 1992 (Architekt Wilhelm Kücker). Neben den eigentlichen, dreieinhalb-geschossigen Ausstellungsräumen mit einem Veranstaltungsbereich umfasst der Gebäudekomplex auch einen Museumsshop und ein Museumscafé mit einem überdachten Innenhof und einer Freiterrasse mit weitem Panoramablick über Kassel. Im Vorgarten wie im rückwärtigen Außenbereich werden Grabsteine/-anlagen, Designobjekte und Kunstwerke präsentiert.

Der Name Sepulkralkultur leitet sich ab vom lateinischen „sepulcrum“, das im ursprünglichen Sinn „Grab“ oder „Grabstätte“ heißt. Über diese eigentliche Wortbedeutung hinaus schließt Sepulkralkultur alle Erscheinungsformen ein, die mit der Bestattung der Toten und dem Erinnern an die Verstorbenen zusammenhängen.

Schwerpunkt des Museums ist die Dauerausstellung. Sie zeigt auf einer Fläche von etwa 1400 Quadratmetern vor allem Zeugnisse der Sepulkralkultur aus dem deutschsprachigen Raum vom Mittelalter bis zur Gegenwart – unter anderem Särge und Leichenwagen, Trauerkleidung und -schmuck, Grabsteine, Skulpturen und Gebrauchsgegenstände, die mit dem Thema Sterben, Tod und Gedenken in Zusammenhang stehen. Seit 2014 dokumentiert eine eigene Abteilung multikulturelle Entwicklungen in der Friedhofs- und Bestattungskultur in Deutschland. Darüber hinaus veranstaltet das Museum wechselnde Sonderausstellungen, die in sehr weit gefasster Weise unterschiedliche historische oder aktuelle Aspekte der Thematik des Hauses aufgreifen oder sich künstlerisch damit auseinandersetzen. Beispiele sind etwa Ausstellungen mit den Titeln: „Salto mortale“ (2001), „UND CUT! – Todesbilder im Film“ (2009), „Mumien - Körper für die Ewigkeit“ (2009/10), „tanz&tod“ (2013) oder „Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht. Friedhofsgänge mit Schriftstellern“ (2014). Ergänzt werden die Ausstellungen durch vielfältige Veranstaltungen: u. a. Vorträge, Tagungen, Konzerte, Lesungen oder Kabarettveranstaltungen.

Außerdem verfügt das Museum über eine Sammlung von derzeit rund 16.500 Grafiken ab dem 15. Jahrhundert und beherbergt eine öffentliche Spezialbibliothek mit Monographien, Katalogen, Sonderdrucken sowie zahllosen Zeitschriftenartikeln zur Sepulkralkultur.

Das Museum war 2017 einer der Kasseler Standorte der documenta 14.[1]

Direktor des Museums war von 1992 bis 2015 der Theologe und Christliche Archäologe Reiner Sörries, von Januar bis März 2016 der Historiker Werner Tschacher[2]. Seit 1. Januar 2017 wird es von dem Kunsthistoriker Dirk Pörschmann geleitet.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Museum für Sepulkralkultur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sepulkral-was ? Betrachtung von Nicole Richter in Kirche im WDR, 13.März 2018
  2. Sepulkralmuseum: Neuer Leiter schon wieder weg; Webseite Werner Tschacher, Universität Köln.
  3. Kunsthistoriker Dirk Pörschmann Direktor des Sepulkralmuseums.

Koordinaten: 51° 18′ 33″ N, 9° 29′ 17″ O