Myxödem

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Myxödem an Händen und Unterschenkeln

Das klinische Bild des Myxödem kann sich im Verlauf einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ausbilden. Die Haut (plus Unterhaut und Fettgewebe) ist hierbei typischerweise teigig geschwollen, kühl, trocken und rau, vor allem an den Extremitäten und im Gesicht. Im Gegensatz zu anderen ödematösen Veränderungen der Haut bleiben beim Myxödem nach Druck keine Dellen zurück, wie bei Ödemen durch reine vermehrte Wassereinlagerung ins Gewebe. Die Patienten sehen insgesamt aufgeschwemmt aus. Die schwerste Verlaufsform ist das Myxödemkoma.

Eine Myxödem kann auch im Rahmen einer Morbus Basedow Erkrankung auftreten.

Hypothyreose[Bearbeiten]

Bei dem klassischen Myxödem in Folge einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) handelt sich um eine generalisierte Ablagerung von Glykosaminoglykanen (auch Mukopolysaccharide genannt) wie Hyaluronsäure und Chondrotinsulfat[1] in der Haut. Als Ursache wird ein verringerter Abbau von diesen vermutet. Unter anderem wird eine verminderte Expression der Hyaluronidase in Folge eines Mangels des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin (T3) als ausschlaggebend dafür angenommen.[2]

Beim Gesunden sind hohe Konzentrationen von Glykosaminoglykanen besonders im Knorpel festzustellen. Diese Moleküle sind negativ polarisiert und binden dadurch Wassermoleküle, was dem Knorpel seine Elastizität und Druckbelastbarkeit einbringt.

Morbus basedow[Bearbeiten]

Ein lokalisiertes prätibiales Myxödem kann auch bei einer immunogenen Hyperthyreose, das heißt bei einem Morbus Basedow auftreten. Die Inzidenz liegt hierbei bei 10 %.

Begriffsursprung[Bearbeiten]

Der Ausdruck „Myxödem“ (amerikanisch „myxedema“, britisch „myxoedema“) geht auf den schottischen Arzt William Miller Ord (1834–1902) zurück, der 1877 als erster bei Autopsien von Patienten eine Fibrose des Schilddrüsengewebes feststellte und diese mit den typischen Symptomen der nach ihm benannten Ord-Thyreoiditis (heute besser unter dem Begriff Hashimoto-Thyreoiditis bekannt) beziehungsweise der dadurch bedingten Schilddrüsenunterfunktion in Verbindung brachte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Hans-Christian Pape, Armin Kurtz, Stefan Silbernagl: Physiologie. 7. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-13-796007-2, S. 626.
  2.  Löffler / Petridas: Biochemie und Pathobiochemie. 9. Auflage. Springer-Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-642-17972-3, S. 522.