Nürnberg und seine Lehre

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Film
Deutscher TitelNürnberg und seine Lehre
OriginaltitelNuremberg: its Lesson for Today
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 1947
Länge 78 Minuten
Stab
Regie Stuart Schulberg
Drehbuch Stuart Schulberg, Budd Schulberg. An Drehbuchentwürfen waren beteiligt: John Scott, Michael Gordon, Carl Zuckmayer.
Produktion Produktionsfirma: Information Services Division (ISD), Dokumentarfilm-Abteilung (D1 US); Zeit im Film (Berlin / München-Geiselgasteig), Produktionsleitung: Pare Lorentz, ab Mitte 1947 Erich Pommer. Der Film wurde im Auftrag des Office of Military Government for Germany, United States (OMGUS) fertiggestellt.
Musik Hans-Otto Borgmann
Schnitt Joseph Zigman
Besetzung
  • Günther Stuhlmann (Deutscher Kommentar)

Nürnberg und seine Lehre (Originaltitel: Nuremberg: its Lesson for Today) ist ein vom Office of Military Government for Germany (U.S.) in Auftrag gegebener und vom Information Services Division (ISD), Dokumentarfilm-Abteilung (D1 US) sowie der Zeit im Film von Mai 1947 bis Juli 1947 produzierter Dokumentarfilm von Stuart Schulberg über den Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. In dieser Dokumentation wird der Verlauf des Hauptkriegsverbrecherprozesses vor dem Internationalen Militärgerichtshof von der Verfahrenseröffnung am 14. November 1945 bis zur Urteilsverkündung am 1. Oktober 1946 in Ausschnitten dargestellt. Die Dramaturgie des Filmes führt chronologisch von der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, über die Auslösung des Zweiten Weltkrieges durch das nationalsozialistische Deutsche Reich bis hin zu den NS-Verbrechen gegen die Menschlichkeit[1] und folgt den Argumentationslinien des Hauptanklägers Robert H. Jackson.[2]

Die Dokumentation enthält neben dem Filmmaterial aus dem Gerichtssaal auch weitere zeitgenössische Aufnahmen, es werden u. a. Ausschnitte der während des Hauptkriegsverbrecherprozesses vorgeführten Filme Der Nazi-Plan und Nazi-Konzentrationslager gezeigt, die im Prozess Beweismittel waren.[3] Auch sichergestelltes deutsches Filmmaterial wurde für den Film verwendet.[2]

Die während des Hauptkriegsverbrecherprozesses gedrehten Aufnahmen wurden nicht nur für Nürnberg und seine Lehre verwandt, sondern auch für die sowjetische Dokumentation Das Gericht der Völker und Wochenschauen.[4] Der Film Nürnberg und seine Lehre war mit Musik unterlegt und in deutscher Sprache kommentiert.[1]

Am 27. September 1947 wurde der Film in Washington erstmals gezeigt[1], er gelangte jedoch unter Berücksichtigung des Marshallplans nicht in die amerikanischen Kinos. Eine Version in englischer Sprache wurde nie vollendet.[3] In Deutschland wurde der Film im Rahmen der Reeducation am 21. November 1948 in Stuttgart (Camera) und am 31. Mai 1949 in West-Berlin (Berliner Sportpalast) uraufgeführt.[1]

Da Teile des originalen Filmmaterials als auch die Tonaufnahmen mit der Zeit verloren gingen oder stark beschädigt waren, restaurierte die Tochter von Stuart Schulberg, die amerikanische Filmproduzentin Sandra Schulberg, gemeinsam mit Josh Waletzky den 2009 fertiggestellten Film. Diese restaurierte Fassung wurde auf der Berlinale 2010 gezeigt.[3]

Der Filmhistoriker Ronny Loewy, der das Datenbankprojekt Cinematographie des Holocaust leitete, bezeichnete Nürnberg und seine Lehre als eines der wichtigsten zeithistorischen Materialien zum Prozess und zur Geschichte des Nationalsozialismus.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Nürnberg“ – Film-Welturaufführung in Stuttgart, in: Der Neue Film (Wiesbaden), Jg. 2, Nr. 29/30, 24. Dezember 1948
  • Heinz M. Köhn: Nürnberg und seine Lehren, in: Filmpost Archiv, Jg. 2, Folge 1, 1949.
  • Stuart Schulberg: Nürnberg. Symbol des Völkerrechts gegen internationale Gesetzlosigkeit, in: Information Bulletin (Berlin/West), Nr. 164, 28. Juni 1949.
  • Günter Agde: Gerichtsfilme über Nürnberg 1946. Sud narodow (SU 1946, R: Roman Karmen, Jelisaweta Swilowa) Nürnberg und seine Lehre (USA/D 1948, R: Stuart Schulberg), in: Filmblatt (Berlin), Jg. 7, Nr. 18, Winter/Frühling 2002.
  • Brigitte Hahn: Dokumentarfilm im Dienste der Umerziehung. Amerikanische Filmpolitik 1945–1953, Lernen Sie diskutieren. Re-Education durch Film. Strategien der westlichen Alliierten nach 1945, Filmblatt-Schriften. Beiträge zur Filmgeschichte, Band 3, In: Heiner Roß (Hg.), Berlin: Cinegraph Babelsberg. Berlin-Brandenburgisches Centrum für Filmforschung, 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Nuremberg: its Lesson for Today (Memento des Originals vom 7. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cine-holocaust.de auf www.cine-holocaust.de
  2. a b c David Kleingers: Film und Nürnberger Prozesse: Beweislast im bewegten Bild. In: Spiegel Online vom 21. November 2005
  3. a b c Nuremberg: its Lesson for Today – The 2009 Schulberg/Waletzky Restoration (PDF; 160 kB)
  4. Nürnberg und seine Lehre (Memento des Originals vom 21. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.film-suche.de bei www.film-suche.de