NSB Type 73

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NSB Type 73
Kristiansand BM73 train01 2005-04-10.jpg
Nummerierung: Type 73: 73-01–73-16
Type 73B: 73-41–73-46
Anzahl: Type 73: 16
Type 73B: 6
Hersteller: Strømmens Værksted
Baujahr(e): Type 73: 1999–2001
Type 73B: 2001
Ausmusterung: 2011: 2 Stück
Achsformel: Bo’2’+2’2’+2’Bo’+2’Bo’
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 108 m
Drehgestellachsstand: 2700 mm
Dienstmasse: 212 t
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Dauerleistung: 1950 kW
Stromsystem: 15 kV, 16,7 Hz
Anzahl der Fahrmotoren: 6
BMU73 – Zweite Klasse

Type 73 ist die NSB-Bezeichnung norwegischer elektrischer Triebzüge, die von Norges Statsbaner für größere Entfernungen konzipiert wurden. Von dieser Baureihe wurden 22 Einheiten in zwei Bauserien von Strømmens Værksted, die zur Bauzeit zu Adtranz gehörte, hergestellt.

Die vierteiligen Triebzüge der NSB sind für 210 km/h zugelassene Hochgeschwindigkeitstriebzüge, die seit dem 1. November 1999 als Krengetog (Aussprache [ˈkrɛŋəˌtoːg]; deutsch Neigezug) zwischen Oslo und Kristiansand verkehren.

Technische Ausführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 16 Einheiten der ersten und sechs der zweiten Bauserie (Type 73B) verfügen über aktive Neigetechnik und ermöglichen auf den bogenreichen Strecken erheblich höhere Fahrgeschwindigkeiten ohne Komfortverluste. Die vierteiligen Einheiten (BM+BFR+BMU+BFM) bieten 54 Sitzplätze der ersten und 151 Sitzplätze der zweiten Klasse. Zusätzlich gibt es ein Bistro, ein behindertengerechtes Abteil und eine Spielecke für Kinder. Die sechs Einheiten der Baureihe BM 73B verfügen über 30 Sitzplätze der ersten und 213 Sitzplätze der zweiten Klasse.

Das Streckennetz wurde nach Trondheim (1999) und Bergen (2000), sowie über Kristiansand hinaus nach Stavanger (1999) erweitert. Auf der Strecke Oslo – Halden (Østfoldbanen) verkehren Einheiten einer geringfügig modifizierten Version mit der Baureihenbezeichnung BM 73B, die mehr Sitzplätze aufweist (wegen der kürzeren Strecke wurde beispielsweise auf ein Kinderspielabteil verzichtet) und sich anhand der unterschiedlichen Lackierung (rot/silber statt blau/silber) unterscheiden lässt.

Am 17. Juni 2000 wurden die Einheiten nach einem Achsbruch bei Nelaug durch Materialermüdung abgestellt, da auch bei den übrigen Zügen Anrisse festgestellt wurden. Ab Mitte Juli 2000 wurden sie bis zur Klärung der Ursache mit einer verminderten Geschwindigkeit von 160 km/h wieder eingesetzt.

Es wurde entschieden, alle Radsätze zu erneuern. Bis zum Sommer 2004 wurden alle Einheiten der Reihen 73 und 73B mit neuen Radsätzen, Drehgestellrahmen und einem verstärkten Neigemechanismus ausgerüstet. Die Höchstgeschwindigkeit betrug nach dem Umbau mit aktiver Neigetechnik wieder 210 km/h. Jedes Drehgestell ist gegenüber der Ursprungsausführung eine Tonne schwerer. Die Herstellung erfolgte im Bombardier-Werk in Derby.[1]

Am 21. Februar 2007 kam es auf der Bergensbane zwischen Myrdal und Hallingskeid zu einer Entgleisung, nachdem eine Lawine die Strecke verschüttet hatte. Die beiden ersten Wagen des aus zwei Einheiten bestehenden Zugs stürzten dabei die Böschung hinunter und blieben im Schnee stecken. Da der Lokführer noch bremsen konnte, gab es keine Verletzten; allerdings gab es daraufhin Zweifel, ob die recht leichten Züge ausreichend für derartige Witterungsbedingungen vorbereitet sind[2]. Bereits früher gab es hierzu Kritik von Jernbaneverket[3].

Im Winterfahrplan 2013/14 verkehrten auf der Bergensbane keine Züge des Typs 73.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Januar 2005 führen NSB in enger Zusammenarbeit mit dem schwedischen Eisenbahnverkehrsunternehmen Tågkompaniet Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Göteborg und Oslo durch (Bahnstrecke Mellerud/Skälebol–Kornsjö und Østfoldbanen). Tågkompaniet ist mit 30 Angestellten Betreiber des schwedischen Teils der Strecke mit allen Verpflichtungen für den Verkehr zwischen Kornsjö, dem Grenzbahnhof nach Norwegen, und Göteborg, auf der 385 000 Zugkilometer pro Jahr gefahren und 150 000 Personen befördert werden. Dazu gehören die Betriebssteuerung, der Verkehr und die Einhaltung aller von den schwedischen Sicherheitsbehörden erteilten Genehmigungen und Auflagen. Die NSB setzt für diese Leistungen zwei BM 73B ein, die mit der zulässigen Geschwindigkeit von 210 km/h die schnellsten Zügen im schwedischen Streckennetz darstellen. Die Züge werden auch auf dem schwedischen Abschnitt von norwegischem Personal gefahren.[5]

Aufteilung der Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Go-Ahead Norge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Dezember 2019 wurden die Einheiten 73-01, 73-02, 73-04, 73-05, 73-08, 73-12, 73-15 und 73-16 von der Betreibergesellschaft Go-Ahead Norge AS von Norske tog angemietet.[6]

SJ Norge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Juni 2020 wurden die Einheiten 73-03, 73-06, 73-07 und 73-09 von der Betreibergesellschaft SJ Norge von Norske tog angemietet.[6]

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Garnituren 73-10 und 73-13 wurden am 16. Juni 2011 bei Bergen bei einem Brand völlig zerstört. Der Brand begann in einem 200 Meter langen Schneeüberbau beim Bahnhof Hallingskeid. 257 Fahrgäste wurden evakuiert.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: NSB Type 73 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://issuu.com/vingehjulet/docs/vingehjulet_03-2003
  2. Tåler ikke snøfonner (Memento vom 23. Oktober 2392 auf WebCite) Verträgt keine Schneeverwehungen, Bergens Tidende, 22. Februar 2007 (norwegisch)
  3. Kjartan Rørslett: Snø stanser Signatur-togene. NRK, 20. März 2006, archiviert vom Original am 16. April 2014; abgerufen am 11. April 2018 (norwegisch).
  4. Tog i Norge – Setekart. Oslo – Bergen (Bergensbanen). Archiviert vom Original am 12. August 2013; abgerufen am 4. Mai 2019 (norwegisch).
  5. Göteborg–Oslo. Snabbtågstrafik mellan Göteborg och Oslo i samarbete med NSB. In: tagkompaniet.se. Abgerufen am 10. Dezember 2018 (schwedisch).
  6. a b 73. In: Materielldatabasen. Norsk Jerbaneklubb, abgerufen am 20. Oktober 2020 (norwegisch).
  7. Per Annar Holm, Arne Hofseth, Ørjan Torheim und Jo Hjelle: To togsett brenner på Hallingskeid. In: Aftenposten.no. 16. Juni 2011, abgerufen am 10. Dezember 2018.