Nadeem Elyas

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Nadeem Elyas 2002 beim Weltreligionstag Stuttgart

Nadeem Elyas (arabisch نديم إلياس, DMG Nadīm Ilyās; * 1. September 1945 in Mekka) ist ein saudi-arabischer Islamwissenschaftler und Mediziner. Er war in den Jahren von 1994 bis 2006 Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Er ist sunnitischer Muslim hanafitischer Ausrichtung. Elyas verließ 1964 Saudi-Arabien, studierte in Deutschland Medizin und Islamwissenschaft und praktizierte als Gynäkologe. Er lebt in Eschweiler (Nordrhein-Westfalen), ist verheiratet und hat vier Kinder.

Er war Generalsekretär der Union Muslimischer Studenten-Organisationen in Europa und Sprecher des vom Verfassungsschutz beobachteten[1][2] Islamischen Zentrums Aachen, ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Islamischen Kooperationsrats in Europa und Partner in Arbeitskreisen und Beiräten, wie dem Islamisch-christlichen Arbeitskreis, dem Interkulturellen Rat oder dem Runden Tisch der Religionen. Zwischen 1993 und 1996 bildete er seinen späteren Nachfolger Aiman Mazyek bei dessen Islamstudien aus.[3] Die „Islamische Charta“[4] - eine Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft - wurde unter seinem Vorsitz der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Entführungsfall um die deutsche Archäologin Susanne Osthoff bot sich Elyas 2005 für einen Austausch gegen die Geisel an.

Nadeem Elyas’ Nachfolger im Zentralrat wurde 2006 Ayyub Axel Köhler, womit gleichzeitig der Sitz des Zentralrats von Elyas’ Wohnort Eschweiler nach Köln wechselte.

Der Fall Ganczarski[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 verschaffte[5] Nadeem Elyas dem Islamkonvertiten Christian Ganczarski im Islamischen Zentrum Aachen ein vollfinanziertes Stipendium für sein Koranstudium in Medina, wo Ganczarski Kontakte zur Terrororganisation Al-Qaida knüpfte. Später stand dieser unmittelbar vor dem Attentat auf die Al-Ghriba-Synagoge auf Djerba am 11. April 2002 in Kontakt mit den Terroristen und unterhielt enge Kontakte mit Osama bin Laden[6][7] und den 9/11 Attentätern rund um Mohammed Atta.[8] Elyas bestritt auf Anfrage der Welt 2005, dass er Christian Ganczarski kenne.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=12252&article_id=54179&_psmand=30
  2. http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=12328&article_id=54221&_psmand=30
  3. http://zentralrat.de/4710.php
  4. "Islamische Charta" vom ZMD am 20. Februar 2002
  5. http://mobil.stern.de/investigativ/projekte/terrorismus/christian-ganczarski-osamas-deutscher-general-1769996.html
  6. http://rhein-zeitung.de/on/03/06/06/topnews/terror2.html
  7. http://www.kriminalpolizei.de/articles,maertyrerkonvertiten_made_in_germany,1,217.htm
  8. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/djerba-ermittlungen-verbindung-zu-hamburger-terror-piloten-a-192466.html
  9. https://www.welt.de/print-welt/article692435/Djerba-Anschlag-Zentralrat-der-Muslime-geraet-ins-Zwielicht.html