Naftidrofuryl

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Strukturformel
Strukturformel von Naftidrofuryl
Gemisch von vier Stereoisomeren, Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Freiname Naftidrofuryl
Andere Namen

(RS)-2-(Diethylamino)ethyl-3-(1-naphthyl)-2-(tetrahydrofuran-2-ylmethyl)propanoat

Summenformel C24H33NO3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 31329-57-4
  • 3200-06-4 (Naftidrofurylhydrogenoxalat)
ECHA-InfoCard 100.045.960
PubChem 4417
Wikidata Q425867
Arzneistoffangaben
ATC-Code

C04AX21

Eigenschaften
Molare Masse
  • 383,52 g·mol−1
  • 473,6 g·mol−1 (Naftidrofurylhydrogenoxalat)
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

110–111 °C (Naftidrofurylhydrogenoxalat)[1]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser und Ethanol (96 %) (Naftidrofurylhydrogenoxalat)[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
Piktogramm unbekannt
H- und P-Sätze H: ?
EUH: ?
P: ?
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Naftidrofuryl ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der durchblutungsfördernden Stoffe. Es wird bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) ab dem Stadium II eingesetzt, um die Durchblutung der Beine zu verbessern und somit die Gehstrecke zu verlängern.

Anwendung in der Medizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Angiologie soll Naftidrofuryl oder Nafronyl zur Verbesserung der Durchblutung eingesetzt werden.[3] Aus pharmakologischer Sicht gibt es bei den durchblutungsfördernden Mitteln allerdings Zweifel über die Wirksamkeit, da die Dilatation auch der gesunden Gefäße als sogenanntes Steal-Phänomen den Blutfluss in den betroffenen Gefäßen weiter vermindern kann.[4]

Stereochemie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naftidrofuryl enthält zwei Stereozentren, somit gibt es von diesem Arzneistoff vier Stereoisomere:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage (Merck & Co., Inc.), Whitehouse Station, NJ, USA, 2006; S. 1099, ISBN 978-0-911910-00-1.
  2. Europäisches Arzneibuch, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart, 6. Ausgabe, 2008, S. 3342–3344, ISBN 978-3-7692-3962-1.
  3. Holger Lawall, P. Huppert, G. Rümenapf: S3-Leitlinien zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). In: AWMF-Register Nr. 065/003 Entwicklungsstufe 3. 30. September 2015.
  4. Klaus Aktories, Ulrich Förstermann, Franz Hofmann, Klaus Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 10. Auflage, Elsevier, Urban & Fischer, München; Jena 2009, ISBN 978-3-437-42522-6.