Nationalpark Oulanka

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Oulanka-Nationalpark
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Nationalpark Oulanka (Finnland)
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Koordinaten: 66° 22′ 23″ N, 29° 20′ 19″ O
Lage: Nordösterbotten, Finnland
Fläche: 270 km²
Gründung: 1956
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Blick vom Trail der Bärenrunde auf den Oulankajoki
Blick vom Trail der Bärenrunde auf den Oulankajoki
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Der Nationalpark Oulanka ist ein Nationalpark in der Taiga von Kuusamo im Nordosten Finnlands.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fluss Oulankajoki – mit seinen Nebenflüssen Savinajoki und Aventojoki die Hauptattkraktion der Landschaft – durchfließt den Park in West-Ost-Richtung. Diese Flüsse winden sich stellenweise in vielen Mäandern gemächlich durch den Park oder aber sie bilden schluchtartige Täler mit mächtigen Stromschnellen und Wasserfällen.[1] Der Oulankajoki hat sein Quellgebiet Gemeindegebiet von Salla, im nordöstlichen Finnland. Er hat eine Gesamtlänge von 135 km.

Als weiterer landschaftsprägender Fluss ist der Kitkajoki zu nennen. Er und der Kuusinkijoki sind die beiden größten Zuflüsse des Oulankajoki. Kitkajoki fließt in den Oulankajoki nahe der Grenze und Kuusinkijoki fließt mit ihm jenseits der russischen Grenze zusammen, einige Kilometer, bevor der Fluss in den See Paanajärvi mündet.

Der Paanajärvi ist ein tiefer (bis zu 128 m) langgestreckter (24 km) und schmaler (1-1,5 km) fjordähnlicher See, der auch teilweise als Erweiterung des Oulankajoki angesehen wird.[2]

Im Osten grenzt der Park direkt an Russland mit dem Nationalpark Paanajärvi an. Zusammen mit dem russischen Park ist dies Europas größtes grenzüberschreitendes Schutzgebiet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nationalpark wurde schon 1910 vorgeschlagen, jedoch erst 1956 gegründet[1] und 1982 und 1989 erweitert. Er umfasst heute 270 km².

2.000 ha der Kernzone des Nationalparks wurden als sogenanntes „PAN Parks-Wildnisgebiet“ zertifiziert und gehören zum Netzwerk der europäischen Wildnis-Schutzgebiete.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pflanzenwelt ist für die boreale Zone sehr artenreich, da sich hier aufgrund der klimatischen Gegebenheiten, des Geländeprofils und des Wechsels von kalk- und silikathaltigem Gestein die Verbreitungsgebiete von Arten überschneiden, deren Schwerpunkte weiter im Norden, Westen, Süden oder Osten liegen. Im Großteil des Parks wächst lichter Kiefern-Heidewald, durchsetzt mit Flächen von dichteren Fichtenwäldern und zahlreichen Mooren. In der Pflanzenwelt sind Orchideen hervorzuheben, der Frauenschuh und vor allem die rosafarbene Norne – genannt auch Venus slipper oder fairy slipper –, die als Flaggschiffart im Emblem des Nationalparks erscheint.

Zu den häufig vorkommenden großen Säugetierarten im Park gehören das halbwilde Rentier (der Samen), Elch, Braunbär, Marderhund, Dachs und Fischotter. Seltener ist das Vorkommen von Luchs und Wolf. Insgesamt leben hier 30 Säugetierarten, über 120 Vogelarten und über 7.000 Insektenarten.[1] Als Vogelarten im Park lassen sich u. a. beobachten: Mit Glück und Zufall der Unglückshäher, Birkenzeisig, Lappland- und Haubenmeise, Bergfink, Gimpel, Dreizehenspecht, Waldammer, Mauersegler (in den Canyons), Auerhuhn, Haselhuhn und Seidenschwanz. Im Bereich des Savinajoki liegt ein wichtiges Brutgebiet des Singschwans. Auf den kleinen Seen leben Prachttaucher, Samt- und Trauerenten sowie Zwergsäger. In den Mooren kommen einige ornithologische Besonderheiten wie Zwergschnepfe, Sumpfläufer und Odinshühnchen vor. Die seltensten Raritäten des Parks sind der Blauschwanz und die Zwergammer.[1]

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oulanka ist einer der populärsten und meistbesuchten Nationalparks Finnlands. Der Oulankajoki lädt zu mehrtägigen Kanutouren und Raftingtrips ein. Die meisten Interessierten kommen zum Besucherzentrum im Tal des Oulankajoki, viele Wanderer machen ein- oder mehrtägige Wanderungen über den Trail der Bärenrunde. Es gibt zwei Informationsstützpunkte – das Oulanka Visitors Centre unweit der Stromschnellen des Oulankajoki im Zentrum des Parks sowie das Karhunkierros Visitor Centre mit Schautafeln, Informationen über die Pflanzen und Tiere im Park (Karhu ist das finnische Wort für den Braunbären). Ergänzend zur Bärenrunde gibt es zahlreiche kürzere Trails. Alle sind sie durch farbliche Punkte markiert und haben zusätzlich ihre eigenen Symbole. Der Bärentrail beispielsweise ist durch Metallschilder gekennzeichnet, bei denen die Bärensilhuette ausgeschnitten ist. Die Trails haben durch das Übersetzen mit einem Cable Boat, wie beim Keroharju Hiking Trail, oder durch Hängebrücken und Ausblicke auf die Canyons einen eigenen Reiz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oulanka National Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Angelika Lang, Sven Halling u. Detlef Singer: Reiseführer Natur: Nördliches Skandinavien mit Finnland. BLV, München/Wien/Zürich 1994, ISBN 3-405-14512-0. S. 169–175.
  2. Klement Tockner, Urs Uehlinger, Christopher T. Robinson: Rivers of Europe. Academic Press. London , 2009. Kap. 8 ISBN 978-0-08-091908-9.
  3. Bernard Stonehouse und John M. Snyder: Polartourism – an environmental perspective. Channel View Publications. Bristol, 2010. S. 39. ISBN 978-1-84541-146-6.