Klement Tockner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Klement Tockner (2018)

Klement Tockner (* 1. November 1962 in Schöder, Bezirk Murau, Steiermark[1][2][3]) ist ein österreichischer Gewässerökologe und Hochschullehrer. Von 2007 bis 2016 war er Professor für Aquatische Ökologie der Freien Universität Berlin und Direktor des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Im Mai 2016 wurde er zum Präsidenten des österreichischen Wissenschaftsfonds FWF gewählt. Seit 1. Januar 2021 ist er Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Professor für Ökosystemwissenschaften an der Goethe-Universität, Frankfurt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klement Tockner wuchs als 7. von 9 Kindern auf einem Bergbauernhof in der Steiermark auf. Ab 1981 studierte er Zoologie und Botanik an der Universität Wien, wo er 1993 mit einer Dissertation über die Ökologie der Uferbereiche der österreichischen Donau (Stauraum Altenwörth, Wiener Donaukanal und freie Fließstrecke) promovierte.[4] Von 1993 bis 1994 war er als Berater für Gewässermanagement in Ruanda und Uganda tätig. Anschließend kehrte er als Postdoctoral Fellow an die Universität Wien zurück.

1996 wechselte er als Oberassistent an die ETH Zürich tätig, wo er 2005 zum Titularprofessor ernannt wurde. Von 1997 bis 2007 leitete er eine Forschungsgruppe an der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG). 2002 war er JSPS Fellow an der Universität Tōhoku, 2004/05 war er als Gastwissenschaftler am Cary Institute of Ecosystem Studies in Millbrook (New York). 2007 übernahm er die Leitung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin sowie einen Lehrstuhl für Aquatische Ökologie an der Freien Universität Berlin.

Tockner ist Mitglied in verschiedenen Gremien und Beiräten und berät wissenschaftliche Einrichtungen und Forschungsprojekte weltweit. Dazu zählen unter anderem das Biology Center der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Budweis und das nationale japanische Umweltforschungsinstitut NIES in Tsukuba.[5]

Im Mai 2016 wurde Tockner für vier Jahre zum Präsidenten des österreichischen Wissenschaftsfonds FWF gewählt. Er übernahm diese Aufgabe mit 1. September 2016 von Interimspräsidentin Christine Mannhalter.[6] 2017 wurde er als Nachfolger von Christine Mannhalter zum Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) gewählt.[7] Im Jahr 2017 führt er den Vorsitz der auf seine Initiative Ende 2016 gegründeten Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen.[8][9] Im Dezember 2018 wurde er vom Aufsichtsrat des FWF vorzeitig für eine weitere Funktionsperiode bis August 2024 als Präsident des FWF bestellt.[10]

Seit 1. Jänner 2021 ist Tockner in der Nachfolge von Volker Mosbrugger Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main.[11] Senckenberg ist die größte Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft (850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter), mit sieben Instituten, drei Museen und elf Standorten. Die Leitung des FWF übernahm ab Jänner 2021 FWF-Vizepräsident Gregor Weihs interimistisch,[12] im Februar 2021 wurde Christof Gattringer zum FWF-Präsidenten gewählt.[13]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: Rivers of Europe, gemeinsam mit Urs Uehlinger und Christopher T. Robinson, Elsevier-Verlag, Amsterdam 2009, ISBN 978-0-12-369449-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Klement Tockner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Curriculum Vitae: Prof. Dr. Klement Tockner. Abgerufen am 7. Oktober 2016.
  2. derStandard.at: FWF-Präsident Tockner: "Wissenschaft muss auch unbequem sein". Artikel vom 7. Oktober 2016, abgerufen am 7. Oktober 2016.
  3. diepresse.com: „Was zählt, ist die großartige Idee“. Artikel vom 20. Mai 2016, abgerufen am 19. Juni 2016.
  4. Verbundkatalog: Ein Beitrag zur Ökologie der Uferbereiche der österreichischen Donau : (Stauraum Altenwörth, Wiener Donaukanal und freie Fließstrecke). Dissertation, 1993.
  5. Biologe Klement Tockner neuer FWF-Präsident. Artikel vom 17. Mai 2016, abgerufen am 19. Juni 2016.
  6. derStandard.at: Biologe Klement Tockner neuer FWF-Präsident. Artikel vom 17. Mai 2016, abgerufen am 17. Mai 2016.
  7. derStandard.at: Neuer Leiter der Agentur für wissenschaftliche Integrität. Artikel vom 31. Oktober 2017, abgerufen am 1. November 2017.
  8. Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen. Abgerufen am 8. November 2017.
  9. Allianz der österreichischen Wissenschaftsorganisationen tritt erstmals zusammen. Artikel vom 29. November 2016, abgerufen am 8. November 2017.
  10. Aufsichtsrat und Delegiertenversammlung bestätigen FWF-Präsidium vorzeitig für eine weitere Funktionsperiode. OTS-Meldung vom 11. Dezember 2018, abgerufen am 13. Dezember 2018.
  11. EINLADUNG zum digitalen Pressegespräch mit dem zukünftigen Senckenberg-Generaldirektor Klement Tockner am 19. November 2020. Abgerufen am 16. Dezember 2020 (deutsch).
  12. Präsident Tockner verlässt FWF mit Jahresende. In: ORF.at. 15. September 2020, abgerufen am 15. September 2020.
  13. Personalia: Christof Gattringer neuer FWF-Präsident. In: ORF.at. 10. Februar 2021, abgerufen am 11. Februar 2021.
  14. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Klement Tockner (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 19. Juni 2016.
  15. Prof. Dr. Klement Tockner wird Leopoldina-Mitglied. (Memento vom 19. Juni 2016 im Internet Archive) Artikel vom 29. Mai 2015, abgerufen am 19. Juni 2016.