Natriumhydroxymethansulfinat

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Strukturformel
Strukturformel von Natriumhydroxymethansulfinat
Allgemeines
Name Natriumhydroxymethansulfinat
Andere Namen
  • Formaldehyd-Sulfoxysaures-Natrium
  • Hydroxymethansulfinsäure Natriumsalz
  • Natrium formaldehydsulfoxylat
Summenformel CH3NaO3S
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff mit schwefelartigem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 149-44-0
  • 6035-47-8 (Dihydrat)
PubChem 8999
Wikidata Q3492820
Eigenschaften
Molare Masse 118,08 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,744 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

63 °C (Dihydrat)[1]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser (1000 g·l−1 bei 25 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
08 – Gesundheitsgefährdend

Achtung

H- und P-Sätze H: 341
EUH: 031
P: 281 [1]
Toxikologische Daten

> 2000 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Natriumhydroxymethansulfinat ist eine anorganische chemische Verbindung aus der Gruppe der substituierten Sulfinsäurenderivate und Alkohole. Die Verbindung steht auf der Liste der CoRAP-Stoffe der EU.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumhydroxymethansulfinat kann durch Reaktion von Natriumdithionit mit Formaldehyd in Gegenwart von Alkalilauge, durch katalytische Reduktion von Natriumhydroxymethansulfonat mit Wasserstoff sowie durch eine Reihe weiterer Darstellungsmethoden gewonnen werden.[2]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumhydroxymethansulfinat ist ein brennbarer, schwer entzündbarer, hygroskopischer, weißer Feststoff mit schwefelartigem Geruch, der leicht löslich in Wasser ist. Er zersetzt sich ab 125 °C wobei Methanthiol, Schwefelwasserstoff, etwas Formaldehyd und Schwefeldioxid entstehen.[1] Er ist nach der Herstellung geruchlos, entwickelt aber schnell seinen charakteristischen Geruch. Das Dihydrat gibt kurz vor der Zersetzungstemperatur bei 120 °C sein Kristallwasser ab.[2]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natriumhydroxymethansulfinat wurde 1905 von BASF als „Rongalit C“ zum Ätzdruck von Baumwolle und für die Küpenfärberei auf den Markt gebracht.[3] In der Pharmazie wird die Verbindung als Konservierungsmittel, Antioxidans und Stabilisator in Arzneimitteln verwendet.[2]

Sicherheitshinweise/Toxikologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auswirkungen von Natriumhydroxymethansulfinat auf die menschliche Gesundheit werden unter REACH im Jahr 2019 im Rahmen der Stoffbewertung von den Niederlanden geprüft.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Eintrag zu Natriumhydroxymethansulfinat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 14. Dezember 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c Franz v. Bruchhausen, Siegfried Ebel, Eberhard Hackenthal, Ulrike Holzgrabe: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis Folgeband 5: Stoffe L–Z. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-58388-9, S. 275 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. R. Haller: Chemische Technologie der Baumwolle / Mechanische Hilfsmittel zur Veredlung der Baumwolltextilien 3. Teil. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-90897-2, S. 210 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Community rolling action plan (CoRAP) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA): Sodium hydroxymethanesulphinate, abgerufen am 8. Oktober 2017.Vorlage:CoRAP-Status/2019