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Nebelwüste

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Landeinwärts ziehender Morgennebel beim Sossusvlei

Als Nebelwüsten bezeichnet man einen Wüstentyp in den Subtropen, den man vor allem an kontinentalen Westküsten antrifft.

Die bekanntesten Nebelwüsten sind die Namib in Südwestafrika, die Atacamawüste in Chile und Peru sowie die Baja California Wüste an der Pazifikküste Mexikos.[1]

In der Atacama- und der Namib-Wüste vergehen oft viele Jahre ohne messbare Niederschläge. Es wurden Trockenzeiten von über 10 Jahren registriert. In Namibia liegen die Niederschläge in einigen Küstenbereichen bei maximal 8 mm/Jahr.

Nebel in der Namib
Nebelbank in der Wüste Namib bei Aus (2018)

Obwohl sie sehr niedrige Niederschlagsmengen aufweisen, findet in Küstennähe regelmäßig eine starke Nebelbildung statt. Die Namib – zirka 2000 km lang und 30 bis 160 km breit – als klassisches Beispiel einer Nebelwüste, ist oft jahrelangen Trockenperioden ausgesetzt und besitzt eine durchschnittliche Niederschlagsmenge von nur 20 mm im Jahr. Damit stellt sie einen der trockensten Orte der Erde dar, obwohl sie an den Atlantik angrenzt. Dennoch bilden sich an etwa 200 Tagen im Jahr in den frühen Morgenstunden dichte Nebelfelder aus. Verantwortlich für diese Nebelbildung sind die über dem Kontinent erwärmten küstenparallelen oder ablandigen Passatwinde, die sogenannten Auftriebsgebiete vor der Küste entstehen lassen. Diese Winde schieben warmes Oberflächenwasser von der Küste weg, wodurch kalte Tiefenströmungen aufsteigen und das warme Wasser ersetzen.

Die heiße und sehr trockene vom Land herkommende Luft (Landwind) nimmt über dem Atlantik viel Feuchtigkeit auf. Gleichzeitig kühlt sich durch Kontakt mit dem kalten Wasser des Benguelastroms die oberflächennahe Luft ab und beginnt zu kondensieren. Dieser Abkühlungseffekt führt in einem viele Kilometer breiten Streifen zur Nebelbildung über dem Meer (etwa 250 Nebeltage pro Jahr). Der über dem Meer gebildete, relativ kühle Nebel wird während des Tages mit dem Seewind manchmal bis zu 80 km oder weiter ins Landesinnere getragen.

Die warme, über dem Nebel liegende Luft verhindert das Aufsteigen des darunter liegenden kühlen Nebels, eine stabile Inversionswetterlage bildet sich. Der auf dem Land liegende Nebel spendet Feuchtigkeit, von der die Pflanzen und Tiere dieser Wüsten zehren (siehe Nebelkondensation). Der über dem Land liegende Nebel wird während des Tages bei zunehmender Temperatur oft aufgelöst.

Flora und Fauna

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Schwarzkäfer wie der Weiße Wüstenkäfer begeben sich auf Dünenkämme und strecken den hinteren Teil ihres Körpers nach oben, um Kondenswasser aufzusammeln.

Die Wüstenpflanze Welwitschie nimmt über das weitreichende Wurzelwerk Tau aus der Luft auf.

Siehe auch Trockenfeldbau

Karte der Küstenwüste auf der Arabischen Halbinsel
Küste der Tihama-Region am Roten Meer nahe Khaukha im Jemen

Die Küsten-Nebelwüste der Arabischen Halbinsel

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Die Südwestliche Arabische Küsten-Trockensteppe ist eine Wüsten-Ökoregion an den Küsten der südlichen und südwestlichen Arabischen Halbinsel,[2] in der dichter Nebel die Sichtweite bis auf 10 Meter einschränken kann. Sie wird als afrotropische Nebelwüste klassifiziert.[3]

Dieses Ökosystem erstreckt sich über den Küstenstreifen Omans südwärts der Insel Masira, reicht auf dem Jiddat-al-Harasis-Plateau bis zu 120 km landeinwärts und setzt sich südwestlich im Dhofar-Gebirge fort. Von dort folgt es als nur 5 km breiter Streifen der Küste Südjemens und erstreckt sich hinauf zur 50 km breiten Tihama-Ebene an der Küste Saudi-Arabiens am Roten Meer.

In Oman und Jemen breitet sich während des sommerlichen Charif-Monsun dichter Nebel entlang der Küste aus, während die heiße Tihama-Ebene von der hohen Luftfeuchtigkeit des Roten Meeres beeinflusst wird und einige Niederschläge erhält.

Obwohl es selten regnet, ermöglicht die vom Nebel eingetragene Feuchtigkeit ausgedehnte Graslandschaften mit Sträuchern und stellenweise dichte Wälder. Hinter dem grünen Küstenstreifen herrschen Wüstenlandschaften vor.

Commons: Desert Fog – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Enzyklopädie - Brockhaus.de. Abgerufen am 3. Januar 2025.
  2. siehe auch en:Arabian Peninsula coastal fog desert
  3. World Wildlife Fund, ed. (2001). "Arabian Peninsula coastal fog desert" (Archiv-Link. 8.3.2010). WildWorld Ecoregion Profile. National Geographic Society