Neonatales Abstinenzsyndrom

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Klassifikation nach ICD-10
P96.1 Entzugssymptome beim Neugeborenen bei Einnahme von abhängigkeitserzeugenden Arzneimitteln oder Drogen durch die Mutter
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Als Neonatales Abstinenzsyndrom bezeichnet man in der Medizin eine Entzugssymptomatik bei Neugeborenen drogenabhängiger Mütter. Dabei kommt es zu Tremor, Muskelhypertonus, kurzen Schlafphasen, schrillem Schreien und gastrointestinalen Symptomen wie Erbrechen oder Diarrhoe. Es ist insbesondere bei Konsum von Hartdrogen mit Atemstörungen zu rechnen. Das Auftreten von akuten Atemnotsyndromen bei diesen Säuglingen ist erhöht.

In den USA sind zwischen 6,0 und 20 Neugeborene pro 1000 Lebendgeburten betroffen. Es gibt erhebliche Unterschiede bei der Diagnose und Behandlung des neonatalen Abstinenzsyndroms.[1]

Eine aktuelle Literaturübersicht über Studien zwischen 2007 und 2017 kommt zu der Schlussfolgerung, dass die Evidenz für die optimalen Diagnose- und Behandlungsstrategien des neonatalen Abstinenzsyndroms auf kleinen oder methodisch schwachen Studien beruht, die auf Themen wie die Notwendigkeit einer pharmakologischen Behandlung oder die Dauer des Krankenhausaufenthalts fokussieren.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Iris Edenhofer: Das Neugeborene in der Hebammenpraxis. 2. aktualisierte Auflage, Hippokrates Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8304-5441-0, S. 142 ff.
  • Michael Ehlen (Hrsg.): Klinikstandards für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-13-173821-9, S. 140 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Elisha M. Wachman, Davida M. Schiff, Michael Silverstein: Neonatal Abstinence Syndrome: Advances in Diagnosis and Treatment. In: JAMA. Band 319, Nr. 13, 3. April 2018, ISSN 1538-3598, S. 1362–1374, doi:10.1001/jama.2018.2640, PMID 29614184.
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