Neues Schloss Steinach (Niederbayern)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Luftbild des Neuen Schlosses

Das Neue Schloss Steinach befindet sich in der gleichnamigen Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen zwischen den Orten Steinach und Münster auf dem Singberg.

Im Besitz der Familie von Schmieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ursprüngliche Herrenhaus

Nach den Plänen des Architekten Gabriel von Seidl entstand unter der Bauleitung von Iwan Bartcky von 1904 bis 1908 das Neue Schloss des Bauherren Karl August von Schmieder. Das Schloss umfasste 198 Räume auf ca. 3800 m². Neben dem Hauptgebäude existierten noch ein Gärtnerhaus mit zahlreichen Gewächshäusern, ein Torturm mit Wappen der Familie von Schmieder, ein Speisehaus, ein Jägerhaus sowie ein Pferdestall mit Wohnungen für Kutscher und Automobilführer. Die Außenanlagen umfassten einen Tennisplatz, einen Schwimmpool, den sogenannten „Rosenhag“ als einen Laubengang mit Blickrichtung Süd-Ost und eine große Parkanlage.

Zerstörung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss ging am 7. Februar 1939 für 440.000 RM in den Besitz der Reichsautobahnen über und sollte zur größten Autobahnraststätte Deutschlands umgebaut werden. Ab 1943 diente das Schloss als Dienststelle der NSDAP in Niederbayern. Am 23. April 1945 wurde das Hauptgebäude durch SS-Truppen in Brand gesetzt um die dort eingelagerten Parteiakten zu vernichten. Den Feuerwehren aus dem Umkreis war es untersagt Löschversuche zu unternehmen und so brannte das Hauptgebäude nieder. Die Ruine des Herrenhauses wurde in den 1960er Jahren abgebrochen.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der vom Brand verschonte Hauptturm, 2015

2015 ist die Parkanlage verwildert, der Laubengang verrostet, der Tennisplatz mit Gras überwuchert und die übrigen Gebäude verfallen. Nur der Hauptturm überragt die Baumwipfel des Singbergs.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Grundler: Die Familie von Schmieder in Steinach. 3. Beilage zum Gemeindeboten. In: Gemeindebote der Gemeinde Steinach mit den Ortschaften Agendorf, Münster und Wolferszell. September 2005. Hrsg. Von Gemeinde Steinach, Steinach 2005
  • Stefan Nöth: Das Neue Schloss Steinach 1905–1945. 1988

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neues Schloss Steinach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 57′ 1″ N, 12° 35′ 14″ O