Neuparadies

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Koordinaten: 47° 41′ N, 8° 41′ O; CH1903: 693796 / 281707

Karte: Schweiz
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Neuparadies
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Schweiz
Neuparadies (am oberen Bildrand), im Vordergrund Unterschlatt
Luftaufnahme von 1954

Neuparadies ist ein Ortsteil der Gemeinde Schlatt im Schweizer Kanton Thurgau. Bis zum 1. Januar 1999 war es Ortsteil der ehemaligen politischen Ortsgemeinde Unterschlatt, die sich an diesem Tag mit Mett-Oberschlatt zur Gemeinde Schlatt zusammenschloss. Wahrzeichen des Ortsteils ist ein 40 Meter hohen Aufzugstestturm aus dem Jahr 1955. Im Gegensatz zu den älteren Ortsteilen hat Neuparadies keine ausgewiesenen Kulturgüter.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuparadies grenzt im Nordwesten an Altparadies und im Norden an den Schaarenwald. Im Süden liegt das Dorf Unterschlatt und im Osten die Kleinstadt Diessenhofen. Zu den Gewässern gehören der Schlatterbach, der im Süden des Ortsteils in den Mülibach mündet. Östlich des Orts trennt sich der Petribach vom Mülibach. Ersterer mündet westlich, letzterer östlich von Altparadies in den Hochrhein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neu- und Altparadies erhielten ihre Namen vom Kloster Paradies, das nach einer Schenkung des Dorfs Schwarzach in den 1250er Jahren von Konstanz in den Thurgau umzog. In den folgenden Jahrzehnten dehnte sich das ehemalige Klarissenkloster über die Gemarkung aus und die 876 erstmals genannte Siedlung Swarza/Schwarzach verschwand.

Im 19. und 20. Jahrhundert entstand am Bahnhof Schlatt die Industriesiedlung Neuparadies. Durch die Lage an der Abzweigung der Hauptstrasse 13 von der Hauptstrasse 14 erfuhr der Ort in der Zeit der Industrialisierung eine bedeutende Entwicklung, während die Klostersiedlung Altparadies stagnierte. In den 1930er Jahren wurden auf dem Ortsgebiet Sperrstellen der Grenzbrigade 6 angelegt.

Zu den bedeutenden Arbeitgebern gehörten eine grosse Ziegelei nördlich der Bahnlinie und die «Aufzüge AG Schaffhausen». Diese errichtete 1955 einen 40 Meter hohen Aufzugstestturm in dem 1959 die modernsten und schnellsten Aufzüge der Schweiz erprobt wurden. In den 1970er Jahren übernahm «Schindler Aufzüge» das Unternehmen. Schindler stellte 2001 die Produktion – mit zuletzt 46 Arbeitsplätzen – in Neuparadies ein. Es bestehen Pläne den stillgelegten Testturm als landschaftlich prägende «Landmark» und [...] industrie- und baugeschichtlich bedeutendes Bauwerk von grosser Originalität und Einmaligkeit unter Denkmalschutz zu stellen. Das Gelände des Aufzugbauers wird als «Gewerbezentrum Paradies» an Betriebe und Büros vermietet.[1][2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tages-Anzeiger: Der verlassene Liftturm hinter der Grenze. (Bericht vom 11. Juni 2019, abgerufen am 4. Juli 2019)
  2. Gewerbezentrum Paradies. (abgerufen am 4. Juli 2019)