Neurohormon

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Neurohormone sind Hormone (Botenstoffe), die von Nervenzellen direkt in die Blutbahn, oder aber ins umgebende Gewebe abgegeben werden. Diese Art der Sekretion wird als neurokrin bezeichnet. So gibt z. B. der Hypothalamus Neurohormone an das venöse Portalsystem ab, welche dann über die Blutbahn auf Zielzellen der Hypophyse wirken, und dort die Produktion weiterer Hormone anregen. Hormone, die die Nervenzelle ins Gewebe sezerniert (die also nicht über die Blutbahn verteilt werden, sondern von Zelle zu Zelle wirken) bezeichnet man auch als parakrin wirkende Neurohormone.[1][2]

Gibt eine Nervenzelle Substanzen in die Synapse ab, so werden diese nicht als Neurohormone, sondern als Neurotransmitter bezeichnet. Entscheidend für die Verwendung des Begriffes ist nicht die Art des Botenstoffes, sondern wohin er abgegeben wird.[3]

Beispiele für Neurohormone sind Oxytozin und Vasopressin, die von der Neurohypophyse produziert werden. Seit 1969 ist eine weiter Gruppe, die sogenannten Releasing-Hormone bekannt. Zu ihnen zählen das Thyreotropin-Releasing-Hormon, die Corticotropin-releasing Hormone, das Gonadoliberin, das Somatoliberin und das Prolaktin-Releasing-Hormon aus dem Hypothalamus. 1975 fand man eine weitere Gruppe, die Enkephaline.[1]

Es gibt Botenstoffe, die sowohl als Neurohormone, als auch in anderer Funktion vom Körper benutzt werden. Noradrenalin beispielsweise wird sowohl von der Nebenniere (Drüsenhormon), als auch von sympathischen Nerven (Neurohormon) ausgeschieden.[4] Auch gehen Forscher, zumindest für das Tierreich davon aus, daß manche Substanzen sowohl als Neurohormone, als auch als Neurotransmitter fungieren.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Encyclopædia Britannica Online Version. Abgerufen am 4. Juni 2014
  2. Robert F. Schmidt, Gerhard Thews: Physiologie des Menschen, Springer-Verlag, 2013, S.393 und 727, ISBN 9783662093405, hier online
  3. Robert F. Schmidt, Gerhard Thews: Physiologie des Menschen, Springer-Verlag, 2013, S.393, ISBN 9783662093405, hier online
  4. Henryk Nowakowski: Gewebs- und Neurohormone: Physiologie des Melanophorenhormons, Springer-Verlag, 2013, S.14, ISBN 9783642868603, hier online
  5. Josef Dudel, Randolf Menzel, Robert F. Schmidt: Neurowissenschaft: Vom Molekül zur Kognition, Springer-Verlag, 2013, S.245, ISBN 9783642564970, hier online