Nickelocen

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Strukturformel
Strukturformel von Nickelocen
Gestaffelte Konformation
Allgemeines
Name Nickelocen
Andere Namen
  • Di(cyclopentadienyl)nickel
  • Bis(cyclopentadienyl)nickel(II)
Summenformel C10H10Ni
CAS-Nummer 1271-28-9
PubChem 62390
Kurzbeschreibung

dunkelgrüner, kristalliner Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 188,88 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

171–173 °C[2]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​317
P: 280 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Leichtentzündlich Giftig
Leicht-
entzündlich
Giftig
(F) (T)
R- und S-Sätze R: 11​‐​22​‐​43​‐​49
S: 36/37/39​‐​45​‐​53
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Nickelocen (Di(cyclopentadienyl)nickel oder Bis(cyclopentadienyl)nickel(II)), mit der Halbstrukturformel [Ni(Cp)2] oder auch [Ni(C5H5)2], ist ein Sandwichkomplex, das heißt eine metallorganische Verbindung mit aromatischen Ringsystemen (Metallocen). Nickelocen ist strukturell mit dem sehr stabilen Ferrocen verwandt, jedoch im Gegensatz zu diesem nicht luftbeständig.

Bindungsverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickelocen-Kristalle an einem Kühlfinger

Nickelocen setzt sich formal aus einem Nickel(II)-Kation und zwei Cyclopentadienyl-Anionen (C5H5) zusammen. Insgesamt ergibt sich also ein ungeladener Komplex. Die Bindungsverhältnisse sind ähnlich denen des Ferrocens: Die Cyclopentadienyl-Anionen verfügen als Aromaten über ein delokalisiertes π-Elektronensystem. Jeder dieser beiden Liganden kann dem Ni(II)-Kation 6 π-Elektronen zur Verfügung stellen. Das Nickel(II)-Kation besitzt selbst 8 Valenzelektronen, es erhält also noch 12 Elektronen von den Liganden, so dass es im Komplex 8 + 12 = 20 Valenzelektronen besitzt. Damit hat es zwei Elektronen mehr, als nach der 18-Elektronen-Regel günstig wären, so dass diese beiden Elektronen ein antibindendes Molekülorbital besetzen müssen. Dieser Umstand erklärt auch die leichte Oxidierbarkeit von Nickelocen.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickelocen ist ein dunkelgrüner, kristalliner Feststoff, der leidlich luftbeständig ist und sich leicht oxidieren lässt.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickelocen kann durch diverse Salzmetathesereaktionen z. B. aus Natriumcyclopentadienid mit Nickel(II)-chlorid hergestellt werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Datenblatt Bis(cyclopentadienyl)nickel (PDF) bei Strem, abgerufen am 25. Dezember 2012.
  2. a b c d Datenblatt Bis(cyclopentadienyl)nickel(II) bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 16. April 2011 (PDF).
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nickelocene – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien