Nikolaj Nikitin

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Nikolaj Nikitin während des SOFA workshops 2018. Foto von Ali Ghandtschi

Nikolaj Nikitin (* 17. Mai 1974 in Moskau) ist ein deutscher Filmkurator, Geschäftsführer und Künstlerischer Leiter. Er ist Gründer und Leiter des Projektes SOFA – School of Film Agents, das er 2013 gegründet hat. Zudem ist er seit 2002 der Delegierte für Russland, Kaukasus, Zentralasien und Osteuropa bei den Internationalen Filmfestspielen von Berlin, seit 2007 auch für Mitteleuropa. Nikitin war 1995 bis 2010 Herausgeber und Chefredakteur des Filmmagazins Schnitt und von 2001 bis 2016 Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Filmfestivals Filmplus, das sich als einziges Festival weltweit der Filmmontage widmet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nikolaj Nikitin wurde 1974 als Sohn des Medientheoretikers und Philosophen Boris Groys  und der Journalistin und Fotografin Natalia Nikitin in Moskau geboren. Die Familie siedelte 1981 in die Bundesrepublik Deutschland über. Nikolaj Nikitin studierte an der Ruhr-Universität Bochum Film- und Fernsehwissenschaften, Kunstgeschichte sowie Theaterwissenschaften und gründete noch während seiner Studienjahre das Filmmagazin „Schnitt“, dessen Herausgeber er bis zum Jahr 2010 blieb.[1]

Zusammen mit Oliver Baumgarten initiierte er im Jahr 2001 das Forum für Filmschnitt und Montagekunst, das heutige Filmfestival Filmplus in Köln, das bis heute weltweit einzige Festival, das sich der Filmmontage widmet. Das Festival vergibt Preise für die beste Montage von Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen sowie einen Ehrenpreis.[2]

Seit dem Jahr 2002 ist Nikolaj Nikitin der Delegierte für Russland, Kaukasus, Zentralasien und Osteuropa bei den Internationalen Filmfestspielen von Berlin, seit 2007 auch für Mitteleuropa.[3] Er ist bis heute Mitglied zahlreicher internationaler Filmfestival-Jurys und Mitglied der European Film Academy[4], von FIPRESCI[5], dem Verband der Deutschen Filmkritik[6], EAVE (European Audiovisual Entrepreneurs)[7] und unterrichtet im In- und Ausland an Universitäten und Filmschulen. Gleichzeitig arbeitete er als Filmkurator, etwa für das Goethe-Institut[8] und als künstlerischer Leiter für Festivals wie Palic European Film Festival[9] oder Ostend Film Festival[10].

2013 initiierte er mit SOFA – School of Film Agents einen jährlichen Workshop, der sich an junge Filmvermittler richtet, die neue Distributionswege für Filme in Mittel- und Osteuropa entwickeln und die Kinokultur und Filmbildung in ihren Heimatländern stärken.Aus den ersten SOFA-Jahrgängen entwickelte sich erfolgreiche das serbische Projekt Festival Box Office sowie die regionale rumänische Filmförderung Transilvania Film Fund. Seit 2017 finden jährlich zwei SOFA-Workshops statt einer in Warschau (Projektentwicklung) und einer in Tiflis (Projektmarketing). Aktuell ist ein dritter Workshop zur Projektfinanzierung in Vorbereitung.

Nikolaj Nikitin während Filmplus 2015 in Köln.

Bibliographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Verleger bzw. Herausgeber
  • Nikolaj Nikitin (Hg.): Schnitt - das Filmmagazin. Bochum, Köln: Schnitt - der Filmverlag 1995-2010.
  • Studienkreis Film (Hg.): Um sie weht der Hauch des Todes. Bochum: Schnitt Verlag 1998.
  • Kay Kirchmann: Stanley Kubrick. Das Schweigen der Bilder. Bochum: Schnitt - der Filmverlag 2001.
  • Lars Henrik Gass: Das ortlose Kino. Über Marguerite Duras. Bochum: Schnitt - der Filmverlag 2001.
  • Nikolaj Nikitin (Hg.): Filmkalender 2001 - 2004. Marburg: Schüren Verlag. 2001 - 2004.
  • Peter Kremski: Überraschende Begegnungen der kurzen Art. Gespräche über den Kurzfilm. Köln: Schnitt - der Filmverlag 2005.
  • Boris Groys: Groysaufnahme. Philosophische Gedanken zum Kino. Köln: Schnitt - der Filmverlag 2007.
  • Sascha Seiler (Hg.): Was bisher geschah. Serielles Erzählen im zeitgenössischen amerikanischen Fernsehen. Köln: Schnitt - der Filmverlag 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vita. 3. März 2016, abgerufen am 3. März 2016.
  2. Filmplus. Abgerufen am 3. März 2016.
  3. Berlinale. Abgerufen am 3. März 2016.
  4. European Film Academy. Abgerufen am 3. März 2016.
  5. FIPRESCI. Abgerufen am 3. März 2016.
  6. Verband der deutschen Filmkritik. Abgerufen am 3. März 2016.
  7. EAVE. Abgerufen am 3. März 2016.
  8. Goethe Institut. Abgerufen am 3. März 2016.
  9. Palic Film Festival. Abgerufen am 3. März 2016.
  10. Filmfestival Oostende. Abgerufen am 3. März 2016.