Nora (Italien)

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Ausgrabungsstätte auf dem Capo di Pula

Das im 9. Jahrhundert v. Chr. gegründete Nora ist vermutlich die älteste Stadt auf Sardinien.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nora ist eine Gründung der Phönizier und wurde später auch von den Puniern und Römern bewohnt. Es wird vermutet, dass die Vandalen, die Sardinien im 6. Jahrhundert besetzten, zum Untergang der Stadt beitrugen. Im frühen Mittelalter wurde die Stadt wegen der Piratenenüberfälle aufgegeben. Ihre Ruinen liegen südlich der Stadt Pula in der Provinz Cagliari auf einer schmalen stiefelförmigen Halbinsel, deren südlichsten Vorsprung die Einheimischen "Sa punta 'e su koloru" (Schlangenkap) nennen. In der Kaiserzeit war Nora Municipium.

Die Stele von Nora ist phönizischen Ursprungs, aber die meisten Relikte stammen aus der Zeit der Römer, die Sardinien im Jahre 238 v. Chr. eroberten. Die abstrakten Stelen des Tophet von Nora weisen eine Verwandtschaft mit Tharros auf. Deutliche Überbleibsel aus phönizisch-punischer Zeit sind der Tempelbezirk auf dem Kap Punta 'e su Koloru und das Wohnviertel im Rücken des römischen Theaters, dessen Hausgrundrisse, Badewannenzisternen und Mauerwerkstechniken punische Züge aufweisen. Das Quartier wird wegen der chaotischen Anordnung der Häuser auch als die Kasbah von Nora bezeichnet.

Die noch nicht erforschte Akropolis mit langen Mauerzügen und Türmen liegt am Südostkap, um den Sarazenenturm Torre del Coltellazzo aus dem 17. Jahrhundert. Teile der alten Siedlung, insbesondere ihre drei Häfen, sind im Meer versunken. Im Jahre 1889 wurden ihre Überreste bei einer Springflut freigelegt. Die Ausgrabungen des römerzeitlichen Nora erbrachten Mosaiken, Säulen, Thermen und ein kleines, gut erhaltenes Theater aus dem 2. bis 4. Jahrhundert mit großen tönernen Pithoi im Hyposkenion, der Bühne, die wohl als akustische Resonatoren dienten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diese Tradition schon bei Pausanias 10, 17, 5.

Koordinaten: 38° 59′ N, 9° 1′ O