Oberlaa

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Oberlaa
Wappen Karte
Wappen von Oberlaa
Favoriten lage oberlaa.png

Oberlaa ist eine ehemalige niederösterreichische Ortsgemeinde, die heute Teil des 10. Wiener Gemeindebezirkes Favoriten ist. Der südliche Teil bildet als Oberlaa Land, der nördliche Teil als Oberlaa Stadt jeweils eine der 89 Wiener Katastralgemeinden.

Geographie[Bearbeiten]

Oberlaa und Umgebung um 1872, Aufnahmeblatt der Landesaufnahme

Oberlaa liegt im Süden Favoritens. Zum historischen Ort an der Liesing werden heute meist noch die Wohngebiete des Laaer Berges gezählt. Flussaufwärts grenzt der Ort an Rothneusiedl, das ebenfalls ein Teil von Favoriten ist. Im Süden von Oberlaa liegt die niederösterreichische Marktgemeinde Leopoldsdorf.

Die beiden Katastralgemeinden Oberlaa Stadt (748,28 ha) und Oberlaa Land (450,37 ha) erstrecken sich zusammen über eine Fläche von 1198,65 ha. Sie werden durch die Bahnstrecke der Donauländebahn voneinander getrennt.

Oberlaa bezeichnet ferner einen aus zwei Zählsprengeln bestehenden Zählbezirk der amtlichen Statistik, dessen Grenzverlauf jedoch nicht mit jenen der beiden Katastralgemeinden ident ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Oberlaa vom Hang des Goldbergs betrachtet

Ursprünglich bildete der Ort mit dem flussabwärts liegenden Unterlaa eine Einheit unter dem Namen Laa und ist erstmals 1140 in Aufzeichnungen im Stift Klosterneuburg erwähnt. Oberlaa als solches wurde erstmals 1324 urkundlich genannt.

Der Ort litt unter beiden Wiener Türkenbelagerungen, 1809 durch die Truppen Napoleons und mehrmals unter Pest und Cholera. 1849 endete die Grundherrschaft, Oberlaa wurde autonome Ortsgemeinde in Niederösterreich. 1872 wurde die Felder im Ortsgebiet in West-Ost-Richtung querende Donauländebahn mit ihrer Station Oberlaa eröffnet, eine Zufahrt von Bahnstrecken im Süden Wiens zum Handelshafen an der Donau und im bis 1945 geführten Personenverkehr von geringer Bedeutung.

1890 / 1892 wurden die Felder der Gemeinde nördlich der Donauländebahn an das Wiener Stadtgebiet angeschlossen und Teil des 10. Bezirks. Nach dem „AnschlussÖsterreichs an das Deutsche Reich wurde Wien mit Gesetz vom 1. Oktober 1938, wirksam geworden am 15. Oktober 1938, zu Groß-Wien vergrößert. Dadurch kamen nun auch das Ortszentrum von Oberlaa und sein restliches Gebiet südlich der Bahn sowie die Nachbargemeinde Unterlaa zu Wien und wurden Teile des neuen 25. Bezirks. 1946 sollte die Erweiterung Wiens rückgängig gemacht werden; auf Grund eines Vetos der sowjetischen Besatzungsmacht, zu deren Besatzungsgebiet Oberlaa gehörte, geschah dies aber erst 1954. Oberlaa gehörte zu den 17 im Jahr 1938 eingemeindeten Orten, die bei Wien verblieben. Es wurde nunmehr zur Gänze Teil des 10. Bezirks.

1969 wurde bei einer Thermalquelle auf Oberlaaer Gebiet provisorischer Badebetrieb aufgenommen. 1974 wurde das Kurzentrum Wien Oberlaa eröffnet und die Wiener internationale Gartenschau 1974 (heute Kurpark Oberlaa) abgehalten; dadurch ist der Ortsname in Wien allgemein bekannt geworden. Seit 1974 ist Oberlaa an das Wiener Straßenbahnnetz angeschlossen. Bis 2010 wurden die Badeeinrichtungen zur Therme Wien umgestaltet.

Bis 2017 soll die U-Bahn-Linie U1 (statt der Straßenbahnlinie 67) zu ihrer neuen südlichen Endstation zwischen der Therme Wien und dem historischen Ortszentrum von Oberlaa verlängert werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kurpark Oberlaa

Heute ist Oberlaa mit seinen zahlreichen Heurigen ein beliebtes Ausflugsziel. Im Jahre 1965 begann man hier mit der Erschließung einer Schwefelquelle und eröffnete schließlich im Jahre 1974 mit der Therme Oberlaa die bislang einzige Thermalquelle Wiens. In diesem Zusammenhang fand außerdem die Eröffnung der Wiener Internationalen Gartenschau 1974 in Oberlaa statt. Die hierfür großflächig angelegten Gartenanlagen sind bis heute als großer Kurpark Oberlaa am Südhang des Laaer Berges erhalten. Des Weiteren befand sich bis 2007 mit der Kurhalle Oberlaa ein Veranstaltungszentrum in der Nähe der Therme sowie die Kurkonditorei Oberlaa. Neben dem Kurzentrum befindet sich der an der Donauländebahn gelegene Bahnhof Oberlaa, der aber nicht im Personenverkehr bedient wird.

Die Pfarrkirche Oberlaa wurde zum ersten Mal im Jahre 1267 erwähnt. In den beiden Türkenbelagerungen wurde die Kirche komplett zerstört und im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut. Sie ist dem Hl. Ägidius geweiht. Der heutige Friedhof Oberlaa wurde 1833 geweiht.

Die Heilquellen Oberlaas wurden auch im Wappen Favoritens verewigt. Im rechten oberen Teil finden sich hierfür zwei weiße Fontänen, die aus einem weißen Schalenbrunnen sprudeln. Der Hintergrund ist in blauer Farbe gewählt.

Bei der Kreuzung Leopoldsdorfer Straße / Scheunenstraße steht eine Ecce-homo-Säule. Gemeinsam mit den sie umgebenden vier Rosskastanien und der Grünfläche steht sie als „Baumgruppe samt Freiplastik“ als Wiener Naturdenkmal Nummer 751 unter Schutz.[1]

Feld in Oberlaa; Blickrichtung Leopoldsdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Oberlaa hatte bis Ende 2007 unter anderem das österreichische Luftfahrtunternehmen Austrian Airlines seinen Sitz. Sein weithin auffallendes Gebäude wurde, da sich keine Nachnutzung ergeben hatte, von September 2012 bis Anfang 2013 demoliert.

In Oberlaa existieren, bisher mitunter selbst von Wienern weitgehend unbemerkt, zahlreiche Weingärten, die von ansässigen Winzern, aber auch von Weinbauern aus anderen Wiener Weinbauregionen bewirtschaftet werden. Dem Oberlaaer Wein wird enormes Potenzial bescheinigt. Dies resultiert neben der guten Lage nicht zuletzt auch daraus, dass die Grundstückspreise im Wien-Vergleich noch relativ niedrig sind, aber auch daher, dass viele der als Weingärten ausgewiesenen Grundstücke noch nicht bewirtschaftet werden.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberlaa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.wien.gv.at/umweltschutz/naturschutz/pdf/ndmal-10.pdf
  2. http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/648961/Die-Zukunft-des-Wiener-Weins-liegt-in-Oberlaa


48.1416.391666666667Koordinaten: 48° 8′ N, 16° 24′ O