Oberpostdirektion Minden

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Das erste Gebäude der Oberpostdirektion Minden

Die Oberpostdirektion Minden (OPD Minden) wurde am 1. Januar 1850 in Minden/Westf. eingerichtet. Sie war als Oberpostdirektion eine Mittelbehörde der Postverwaltung im Regierungsbezirk Minden. Ihr unterstanden die Postämter, Fernmeldeämter, Fernmeldezeugämter, die Postscheckämter und die Postsparkassenämter.

1934 wurde die Oberpostdirektion Minden aufgelöst und in die Oberpostdirektion Münster integriert, die wiederum bis zur Auflösung der Deutschen Bundespost im Jahre 1989 bestand.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine Kabinettsorder vom 19. September 1849 wurde in jedem der 26 Regierungsbezirke Preußens eine Oberpostdirektion ins Leben gerufen. Die am 1. Januar 1850 eingerichtete damalige Kaiserliche Oberpostdirektion Minden war zunächst für den Regierungsbezirk Minden, das Fürstentum Waldeck und Pyrmont und ab 1867 auch für die Fürstentümer Lippe und Schaumburg-Lippe zuständig.[1] Da sie als Grenzpostamt nach Hannover diente, wurde am Bahnhof ein eigenes neues Gebäude errichtet. Mit der Annektierung des Königreichs Hannover war die Grenzaufgabe hinfällig geworden und die Oberpostdirektion Minden zum 1. Juni 1869 aufgelöst. Die Gebiete aus dem Regierungsbezirk Minden, aus Schaumburg-Lippe und Lippe gingen an die Oberpostdirektion Münster, die Gebiete Waldeck und Pyrmont an die Oberpostdirektion Kassel.

Neustrukturierungen der Post machten eine Wiedergründung möglich: Am 1. Januar 1876 wurde die Oberpostdirektion Minden erneut eingerichtet. Sie bestand bis zum 31. März 1934, an dem die Oberpostdirektion Minden im Zuge der Verwaltungsvereinfachung in die Oberpostdirektion Münster eingegliedert wurde.[2]

Kraftpostlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oberpostdirektion Minden war auch für die Einrichtung und den Betrieb von sogenannten Kraftpostlinien zuständig. Ab 1921 verkehrte eine Linie von Kalletal nach Vlotho und ab 1923 eine Linie von Lübbecke nach Lemförde.[3]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Einrichtung der Oberpostdirektion in Minden 1850 wurde zugleich ein erstes Dienstgebäude errichtet. Im Jahr 1847 hat die Cöln Mindener Eisenbahn das Gebiet um Minden erschlossen, daher baute man das Gebäude der Oberpostdirektion Minden in der Nähe des Bahnhofs an der heutigen Friedrich-Wilhelm-Straße / Ecke Kaiserstraße. Mit dem Bau wurde am 3. Februar 1855 begonnen und 1858 beendet.[4] Hier sollten die Bahnpost ins feindliche Hannover einer Grenzkontrolle unterworfen werden und die Mobilität der Eisenbahn für eigene Transporte genutzt werden. Der stattliche dreigeschossige Quaderbau hat eine repräsentative Fassade aus Portasandstein und passt sich damit den äußeren Merkmalen des Bahnhofs Minden an. 1905 reichte der Platz an diesem Standort nicht mehr und es wurde mit dem Bau eines neuen Gebäudes an der heutigen Heidestraße in der nördlichen Innenstadt am linken Weserufer begonnen. Das neue Grundstück wurde der Post unentgeltlich zur Verfügung gestellt, nachdem der Staat als Betreiber der Oberpostdirektion zuvor gedroht hatte, diese an einen anderen Ort zu verlegen. Das Gebäude an der Heidestraße wurde bis zur Auflösung der Behörde im Jahre 1934 genutzt und beherbergt heute das Finanzamt Minden.[5] Beide Gebäude sind in die Denkmalliste der Stadt Minden eingetragen.

Heutige Situation am Bahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Gebäude der Oberpostdirektion Minden am Bahnhof steht seit einiger Zeit leer. Die Stadt Minden hat im Januar 2009 für das Gebiet einen Stadtumbau beschlossen. Für die ehemalige Kaiserliche Oberpostdirektion gibt es erste Nutzungsideen, wie zum Beispiel ein Hotel, das den Standortvorteil in der Nähe zum Bahnhof nutzen könnte.[6] Jedoch wurde inzwischen anders entschieden: Anfang Februar 2010 kaufte der Mindener Bildungsträger Fachwerk, bisher beheimatet im ehemaligen Bahnlager am Schwarzen Weg, das Haus um hier Büros und Werkstätten einzurichten.[4] Inzwischen sind dort Lehrräume für verschiedene Kurse zur Berufsvorbereitung, Aktivierungshilfen und Produktionsschulen eingerichtet worden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Walters: Post und Telekommunikation im nördlichen Westfalen. Die Oberpostdirektion Münster und die ehemalige Oberpostdirektion Minden. Gesellschaft für Deutsche Postgeschichte, Bezirksgruppe Münster, Münster 1990.
  • Heinz Neumann: Die Oberpostdirektion Minden (Westf.) 1850–1869 und 1876–1934. In: Archiv für Deutsche Postgeschichte. Heft 1, 1966, ISSN 0003-8989, S. 17–28.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archiv des Landes NRW abgerufen März 2009
  2. Postgeschichte abgerufen im März 2009
  3. Wikipedia Busverkehr Ostwestfalen, abgerufen März 2009
  4. a b Mindener Tageblatt vom 4. Februar 2010
  5. Internetseite des Briefmarkensammlervereins Minden abgerufen März 2009
  6. Stadtumbau Minden, Konzept (PDF; 1,2 MB) angerufen Dezember 2010

Koordinaten: 52° 17′ 22″ N, 8° 55′ 58″ O