Odile Benyahia-Kouider

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Odile Benyahia-Kouider (* 13. Mai 1966 in Bourges) ist eine französische Journalistin und Autorin politischer Sachbücher mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Medien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benyahia-Kouiders Mutter ist Deutsche,[1] sie selber verbrachte insgesamt 15 Jahre in Deutschland.[2][3] 1988 erwarb sie an der Sorbonne Paris IV einen Abschluss in Literaturwissenschaft, bevor sie sich dem Journalistikstudium widmete.

Sie ist mit dem französischen Juristen Olivier Beaud verheiratet.[4]

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Journalismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrem Diplom an der École supérieure de journalisme in Lille begann sie im Jahr 1990 ihre journalistische Laufbahn bei der Tageszeitung Libération. Mit 29 Jahren übernahm sie die Leitung des Medienressorts, wurde 1998 Leiterin des Ressorts Finanzen[5] und arbeitete von 2001 bis 2006 als Auslandslandskorrespondentin in Berlin, wo sie über Politik, Wirtschaft und Kultur schrieb.

2007 bis 2008 war sie stellvertretende Chefredakteurin des französischen Wirtschaftsmagazins Challenges, das zur Mediengruppe des Le Nouvel Observateurs gehört, und dort zuständig für die Ressorts Wirtschaft und Finanzen. 2008 ernannte sie das Nachrichtenmagazin Nouvel Observateur zur Reporterin (grand reporter) für das Wirtschaftsressort.[6] Sie schrieb zahlreiche Einzelbiografien namhafter Unternehmensleiter, darunter Martin Bouygues, Serge Dassault, Arnaud Lagardère[7], Michel-Edouard Leclerc[8] und Maurice Lévy.[9]

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrem Sachbuch Un si petit Monde (2011) enthüllte sie die Hintergründe der Übernahme von der Tageszeitung Le Monde durch die drei Geschäftsleute Pierre Bergé, Xavier Niel und Matthieu Pigasse.[10]

2013 veröffentlichte Odile Benyahia-Kouide das politische Sachbuch L’Allemagne paiera (deutsch: Deutschland wird zahlen). Der Titel ist ein Zitat Georges Clemenceaus von 1918, und die deutsche Rechnung, die er meinte, waren die im Versailler Vertrag festgelegten Reparationszahlungen. Sie habe sich entschlossen, das Buch zu schreiben, nachdem Nicolas Sarkozy bemerkt habe: „Aber wer will schon Ferien in Deutschland verbringen?“[2] Jean-Gabriel Fredet zog im Nouvel Observateur das Fazit: Wie vor zwei Jahrhunderten Madame de Staëls De l’Allemagne könnte Odile Benyahia-Kouiders Buch den Beginn einer politischen Vision markieren.[11] Mit ihrem Buch, das sich mit der Geschichte Deutschlands von 1990 bis 2012 beschäftigt, nehme sie antideutsche Vorurteile der französischen Eliten auseinander. Es sei „eine Hymne an Deutschland und die Deutschen, diesmal an Unternehmergeist, Mittelstand, Sozialstaat, betriebliche Mitbestimmung, öffentliche Moral und sogar an die Schuldenbremse“, befand Andrea Dernbach in Der Tagesspiegel. Dabei werde die Kehrseite des Modells Deutschland nicht verschwiegen.[12] So stellt Benyahia-Kouider fest: „Es gibt proportional mehr Arme und Ausgeschlossene in Deutschland als in Frankreich.“[13]

L’Allemagne paiera wurde mit dem Prix du meilleur livre économique 2013, den Preis des französischen Wirtschaftsministeriums für das beste Wirtschaftsbuch, ausgezeichnet.[14][15][12][1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Prix du meilleur livre économique 2013 für L’Allemagne paiera[16]

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Un si petit monde, éditions Fayard, Paris 2011
  • L’Allemagne paiera. Voyage au pays d'Angela, éditions Fayard, Paris 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rezension von Thomas Hanke: Wie Frankreich seinen Nachbarn sieht, Handelsblatt, 12. Dezember 2013
  2. a b Odile Benyahia-Kouider reçoit le prix du livre de l'Economie, Le Nouvel Observateur
  3. Odile Benyahia-Kouider reçoit le prix du livre de l'Economie, Le Point, 13. Dezember 2013
  4. Laut Widmung in: Odile Benyahia-Kouider: L'Allemagne paiera
  5. Tous les articles de Odile BENYAHIA-KOUIDER publiés dans Libération, (bis 2010)
  6. Angela Merkel: femme la plus puissante du monde?, france5, 23. September 2013
  7. [1], "Arnaud Lagardère : Papa, j'ai rétréci le groupe", Le Nouvel Observateur, 27. März 2013 (auf französisch).
  8. [2], "L'envers du système Leclerc", Le Nouvel Observateur, 18. September 2012 (auf französisch).
  9. Odile Benyahia-Kouider: Maurice Lévy: le roi de la com veut redorer son image. Le Nouvel Observateur, 13. Juni 2012
  10. L’Express, 30. März 2011, [3]
  11. Jean-Gabriel Fredet: Odile Benyahia-Kouider, lauréate du Prix du livre d'économie 2013, Le Nouvel Observateur, 12. Dezember 2013
  12. a b Rezension von Andrea Dernbach: "Deutschland wird zahlen", Der Tagesspiegel 30. September 2013
  13. Dominique Vidal: Allemagne, clichés modèles, Le Monde diplomatique, 14. Januar 2014
  14. Rezension von Eric Zemmour: L’Allemagne paiera ... et commandera, Le Figaro, 12. September 2013,(veröffentlicht auf französisch und deutsch auf der Website der Konrad-Adenauer-Stiftung)
  15. Rezension von Frédéric Lemaître: «Voyage» au pays d'Angela Merkel, Le Monde, 23. Oktober 2013 (Archive)
  16. Remise du Prix du Livre d'Economie 2013 à Odile Benyahia-Kouider, Ministere de l’Economie et des Finances