Ohrläppchen

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Freie (links) und angewachsene Ohrläppchen (rechts)

Das Ohrläppchen (lat. Lobulus auriculae) ist der weiche Anhang am unteren Teil der Ohrmuschel. Es dient keiner bekannten biologischen Funktion. Im Gegensatz zur übrigen Ohrmuschel enthält es kein Knorpel-, sondern lediglich Fettgewebe.[1] Das Ohrläppchen ist nicht sonderlich schmerzempfindlich und wird deshalb zur Bluttropfenabnahme zu Laborzwecken genutzt.

Die Ohrläppchen können frei (vom Kopf bzw. Ohr hängend) oder angewachsen sein. Angewachsene Ohrläppchen werden rezessiv, freie dominant vererbt.[2] Die freien Ohrläppchen kommen in der Bevölkerung doppelt so häufig vor wie die angewachsenen. Im Mittelalter glaubten die Menschen, angewachsene Ohrläppchen kennzeichneten Hexen. Deswegen trennten die Ammen Neugeborenen – vor allem den Mädchen – das Ohrläppchen durch einen kleinen Schnitt ein Stück weit vom Kopf ab.

Die Bedeutung des Ohrläppchens als erogene Zone zeigt sich auch in Ohrringen, Ohrgehängen sowie Piercings.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Zilles, Bernhard Tillmann: Anatomie. Springer, Berlin 2011, ISBN 978-3-540-69483-0, S. 693.
  2. Joachim Knappe: Die Gene. TESSLOFF, 2001, ISBN 978-3-7886-0674-9, S. 12.