Omer Meir Wellber

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Omer Meir Wellber (* 1981 in Be’er Scheva, Israel) ist ein israelischer Dirigent.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Omer Meir Wellber ist Gastdirigent an der Israeli Opera und seit 2009 Musikdirektor des 1991 für die Integration von jüdischen Emigranten in Israel geschaffenen Raanana Symphonette Orchestra. Von 2010 bis 2014 amtierte er als Nachfolger von Lorin Maazel als Generalmusikdirektor des Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia. Regelmäßig tritt Wellber zudem an den Opernhäusern in Berlin, Dresden, Wien, Venedig, Mailand und Verona auf.[1]

Omer Meir Wellber begann im Alter von fünf Jahren Klavier, Akkordeon und Geige zu spielen. Da er sich auch für Komposition interessierte, erhielt er ab seinem zehnten Lebensjahr Unterricht bei Tania Taler. Anschließend wurde bis 2004 Michael Wolpe sein Lehrer. Bereits 1999 machte er am Be’er Sheva Konservatorium seinen Abschluss. Seitdem werden seine Werke sowohl in Israel als auch im Ausland von Orchestern und Ensembles aufgeführt und im Radio übertragen. Anschließend studierte Wellber mit einem Stipendium der American-Israel Cultural Foundation von 2000 bis 2008 an der Jerusalemer Musikakademie bei Eugene Zirlin und im Mendi-Rodan-Programm weiter.

Er trat in dieser Zeit bereits mit der Israeli Sinfonietta, dem Israel Chamber Orchester, dem Jerusalem Symphony Orchestra, dem Haifa Symphony Orchestra und dem Rishon Le’Zion Symphony Orchestra auf und leitete circa zehn Uraufführungen israelischer und moderner Musik. Seine Suite für Streichorchester, Fagott und Klarinette, sein Klavierkonzert Nr. 1 und sein Mandolinenkonzert erfuhren so ihre Uraufführungen. Kammermusikwerke wurden vom Kaprisma Ensemble (Music for Ten Instruments), vom Musica Nuova Ensemble (Oboenquintett The Last Leaf) und dem Amber Trio (Piano Trio and Accordion) uraufgeführt. Im Dezember 2004 dirigierte Wellber beim Israel Chamber Orchestra die Uraufführung seines Bratschenkonzerts, das er für Amichai Grosz vom Jerusalem Quartet geschrieben hatte.

Seit 2005 dirigiert Wellber regelmäßig an der Israeli Opera in Tel Aviv. Im Februar 2007 dirigierte Wellber in Peking ein Galakonzert mit dem Beijing Philharmonic Orchestra. Kurz darauf gab er sein Debüt beim Israel Philharmonic Orchestra. Im Oktober 2008 folgte Verdis "Aida" am Teatro Verdi in Padova – wofür er von der italienischen Zeitschrift Classic Voice [2] als eine der künstlerischen Neuentdeckungen des Jahres 2008 ausgezeichnet wurde.

Zwischen 2008 und 2010 assistierte er Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper Unter den Linden sowie am Teatro alla Scala. [3] Er dirigierte "Aida" beim Gastspiel der Scala an der Israel Oper. Danach folgten Bizets "Carmen" an der Staatsoper Berlin, sein erstes Konzert am Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, ein Konzert beim Maggio Musicale Fiorentino, Strauss’ "Salome" als Einspringer für Seiji Ozawa beim Saito Kinen Festival in Matsumoto, eine Neuproduktion von Strauss’ "Daphne" an der Semperoper Dresden [4], Puccinis "Tosca" an der Berliner Staatsoper und Sinfoniekonzerte in Verona und am Teatro La Fenice in Venedig.

Von den Wiener Festwochen wurde Wellber mit der Leitung von Verdis trilogia popolare – "Rigoletto" (2011), "La Traviata" (2012) und "Il Trovatore" (2013) – im Rahmen eines dreijährigen Projekts betraut. Weitere Dirigate umfassten "Tosca" und "Aida" an der Scala, "La traviata" an der Berliner Staatsoper, "Carmen" und "Elisir d’amore" in Venedig [5], "La traviata" an der Bayerischen Staatsoper München, Verdis "Macbeth" in Verona und "Otello" in Tel Aviv sowie verschiedene Sinfoniekonzerte mit dem Orchestre de Paris, der Filarmonica della Scala, dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Orchester der RAI Turin, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, der NDR Radiophilharmonie Hannover und dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt. Im Juni 2013 leitete er die Jubiläums-Aida in der Arena di Verona in einer Inszenierung von La Fura dels Baus.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wellbers Interpretationen zeichnen sich durch einen Spagat zwischen genauer Beachtung der Partitur und einer oftmals extremen Auslegung einzelner Passagen aus. Dementsprechend gibt Wellber sowohl den als emotional bekannten Leonard Bernstein als auch den für seine Exaktheit bekannten Jewgenij Mrawinskij als seine Vorbilder an. Er selbst sieht sich vor allem zur jüdisch-russischen Musiktradition hingezogen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manuel Brug: Am Pult der Zeit. In: Die Welt, 12. Oktober 2010. 
  2. url=http://www.classicvoice.com
  3. Susanna Dal Monte: "Rigoletto" im Theater an der Wien. In: ORF Kulturjournal, 27. Mai 2011. 
  4. Julia Spinola: Flucht und Verwandlung der Daphne. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Oktober 2010. 
  5. Dagmar Zurek: Oper - "Carmen" im Teatro La Fenice in Venedig. In: Financial Times Deutschland. 

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]