Oncocera semirubella

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Oncocera semirubella
Oncocera semirubella

Oncocera semirubella

Systematik
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Überfamilie: Pyraloidea
Familie: Zünsler (Pyralidae)
Unterfamilie: Phycitinae
Gattung: Oncocera
Art: Oncocera semirubella
Wissenschaftlicher Name
Oncocera semirubella
(Scopoli, 1763)
Präpariertes Exemplar

Oncocera semirubella ist ein auffällig rot und gelb gezeichneter Kleinschmetterling aus der Familie der Zünsler (Pyralidae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Falter haben eine Flügelspannweite von 17 bis 29 Millimeter. Kopf und Brustbereich sind gelb oder gelb-rot gefleckt. Der äußere und vordere Bereich der Vorderflügel ist rot, der hintere dottergelb. Bei der Form f. sanguinella Hübner ist auch der Vorderrand gelb gefärbt. Die Hinterflügel sind cognacfarben, mit dunkler Saumlinie und weißen Fransen. Es ist eine abweichende Form bekannt, bei der Rot durch Braun ersetzt ist.[1] Die Fühler sind gut halb so lang wie die Vorderflügel.

Die Raupe ist grün und besitzt dunkle Längslinien. Ihr Kopf ist schwarz gefärbt.

Vorkommen und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art kommt in fast ganz Süd- und Mitteleuropa vor. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis Südengland, Dänemark und Südschweden. Im Osten zieht es sich über die Türkei[2], den Irak[3] und den Iran[4] bis nach China[5]. Oncocera semirubella bevorzugt sonnige, trockene Orte, die mit Gräsern und Kräutern bewachsen sind. Im Irak werden die Falter in Oasen und in der Steppe gefunden[3].

Phänologie und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Falter fliegen von Mai bis September.[6][7] Sie ruhen tagsüber an den Pflanzen, sind jedoch leicht aufzustöbern. Sie fliegen in der Dämmerung, kommen an künstliche Lichtquellen und können auch geködert werden. Die Raupen sind in Mitteleuropa von August bis Juni des darauffolgenden Jahres zu finden; die Raupen überwintern auch. Sie leben in röhrenförmigen Gängen aus einem mit lockerem Gespinst geflochtenen Blatt. Die Nahrungspflanzen der oligophagen Art sind Luzerne (Medicago sativa), Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus), Kleearten (Trifolium) und Hauhecheln (Ononis). Sie fressen dabei bevorzugt an den Blüten, seltener an den Blättern der Pflanzen. Die Verpuppung erfolgt in einem Seidenkokon in der Wohnröhre oder an anderen Stellen, meist an der Nahrungspflanze.

Schadwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Luzerne und Kleefeldern kann die Art als Schädling auftreten[8], ebenso an Hülsenfrüchtlern (Fabaceae).[6]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art wurde 1763 von Giovanni Antonio Scopoli als Phalaena semirubella erstmals beschrieben. Wenig später benannte Carl von Linné diese Form Phalaena Tinea carnella; der Name ist daher ein jüngeres Synonym. Jacob Hübner beschrieb 1796 eine Form mit hellgelben Vorderflügelrand als Tinea sanguinella, die sich später als konspezifisch herausstellte. Der Name ist daher ein jüngeres Synonym von Oncoceras semirubella. Phalaena Tinea carnella Linné, 1767 (= Phalaena semirubella Scopoli, 1763) ist die Typusart der Gattung Oncocera Stephens, 1829.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zoologisch-Botanische Gesellschaft in Wien: Verhandlungen der zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien, 1927, Band 76–78, Seite 81
  2. Süleyman Akbulut, Besir Yüksel und Akif Keten: The Lepidoptera (Insecta) Fauna of Düzce Province, Turkey. Turkish Journal of Zoology, 27: 257-268, Ankara 2003 ISSN 1300-0179
  3. a b Edward Parr Wiltshire: The Lepidoptera of Iraq, Verlag N. Kaye, 1957
  4. S. Toll: Beitrag zur Mikrolepidopterenfauna von Nordost-Persien. Zeitschrift der Wiener entomologischen Gesellschaft, 32((1947)): 107-116, Wien 1948
  5. Fang, Li, Cui, Fa-liang, Li, Zhan-peng, et al.: Observation on the bionomics of Salebria semirubella. Senlin Bingchong Tongxun, 18(2): 20-21, Shenyang 1999 ZDB-ID 1053288-2.
  6. a b Slamka, S. 5
  7. Ernö Kemenesy, Gusztáv Adolf Manninger: Die Luzerne; Anbau und Pflanzenschutz, Akadémiai Kiadó, 1968, Seite 179
  8. Paul Sorauer: Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten (Pflanzenpathologie) und Pflanzenschutz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Joachim Hannemann: Kleinschmetterlinge oder Microlepidoptera II. Die Wickler (s. l.) (Cochylidae und Carposinidae). Die Zünslerartigen (Pyraloidea). In: Friedrich Dahl (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile nach ihren Merkmalen und nach ihrer Lebensweise. 401 S., VEB Gustav Fischer Verlag, Jena 1964.
  • Barry Goater: British Pyralid Moths. 175 S., Harley Books, Colchester, Essex 1986, ISBN 978-0946589081
  • Eugene G. Munroe, M. Alma Solis: The Pyraloidea. In: Niels Peder Kristensen (Hrsg.): Lepidoptera, Moths and Butterflies. Volume 1: Evolution, systematics, and biogeography. In: Maximilian Fischer (Hrsg.), Handbook of Zoology. Volume IV Arthropoda: Insecta, Part 35. S. 233–256, Walter de Gruyter, Berlin 1998, ISBN 3-11-015704-7
  • František Slamka: Die Zünslerfalter (Pyraloidea) Mitteleuropas: Bestimmen - Verbreitung - Fluggebiet - Lebensweise der Raupen. 2. teilweise überarbeitete Aufl., 112 S., Bratislava 1997, ISBN 8-096-75402-5
  • Thomas Kaltenbach, Peter Victor Küppers: Kleinschmetterlinge. Verlag J. Neudamm-Neudamm, Melsungen 1987, ISBN 3-788-80510-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oncocera semirubella – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien