Open 60

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Open 60 Class (Seitenriss)
Klassenzeichen
Zeichen nicht vorhanden
Bootsmaße
Länge üA: 59–60 Fuß / 17,983 bis 18,288 m
Breite üA: max. 5,85 m
Tiefgang: max. 4,50 m
Masthöhe: max. 29 m
Segelfläche
Sonstiges
CE-Entwurfskategorie: A
Takelungsart: Slup
Klasse: international
Open 60 unter Segeln

Die Bootsklasse Open 60 (auch: IMOCA 60) ist seit 2001 bei der International Sailing Federation (ISAF) als „Internationale Klasse“ (International Class) registriert. Sie ist inzwischen zu einer der wichtigsten Klassen für Transatlantik- und Um-die-Welt-Regatten geworden. Unter anderen werden die Zweihand-Um-die-Welt-Regatta Barcelona World Race und die Einhand-Um-die-Welt-Regatta Vendée Globe mit Open 60 ausgetragen.

Die Klassenregeln werden von der International Monohull Open Class Association (IMOCA) mit Sitz in Paris erlassen und überwacht. Die Regeln beinhalten im Wesentlichen Sicherheits- und Ausrüstungsvorschriften, sowie Vorschriften bezüglich der Stabilität (d. h. Kentersicherheit) der Schiffe. Da die Schiffe für Regatten in schwierigen bis sehr schwierigen Gewässern vorgesehen sind (Roaring Forties, Südpolarmeer), sind die Sicherheitsvorschriften sehr strikt. Unter anderem müssen die Boote 5 vollständig wasserdicht verschließbare Schottwände eingebaut haben. Luken müssen dichthalten, selbst wenn das Boot durchgekentert liegen bleibt. Die Klassenregeln schreiben ein unsinkbares Design vor. Selbst wenn alle Kammern voll laufen, darf das Boot nicht sinken.

Die Klassenregeln für Open 60 Einrumpfboote sind offen (engl. „open“), das heißt, dass alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten oder limitiert ist oder einer Auflage widerspricht. Gegenüber Einheitsklassen-Regeln werden damit insbesondere Weiterentwicklungen begünstigt. Um den beteiligten Teams Kostenersparnisse zu ermöglichen, sind Masten und Kiele seit 2013 allerdings einheitlich. Typisch für die Offenheit der Klasse ist auch, dass die maximale Segelfläche nicht begrenzt ist, dafür aber die Zahl der mitgeführten Segel (9 seit Frühjahr 2015, zuvor 10). Die Regeln werden von der Klassenvereinigung laufend weiterentwickelt.

Seit 2015 werden erstmals Auftriebsflügel, sogenannte Hydrofoils von den Bootsarchitekten Guillaume Verdier und Van Peteghem Lauriot-Prévost (VPLP) [1] in die IMOCA 60 Boote eingebaut. Mit Hilfe dieser Unterwasserflügel lässt sich ab einer bestimmten Geschwindigkeit das Boot soweit aus dem Wasser anheben, dass der Strömungswiderstand merklich reduziert wird und größere Geschwindigkeiten erzielt werden können. Gleichzeitig erhöht sich mit dieser Neukonstruktion die Gefahr der Kollision mit unbekannten Treibobjekten, sogenannten UFOs (Unidentified floating objects). Die Neukonstruktion der Boote mit den Foils stehen im Vendée Globe Rennen 2016/2017 daher unter besonderer Beobachtung. [2]

Die Edmond de Rothschild mit Foil

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Open 60' – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. VPLP Konstrukteure mit Aufnahmen von IMOCA 60 mit Foils
  2. "Gegen alle Hindernisse." In: Der Tagesspiegel vom 22. Dezember 2017, S. 32