Ballast

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ballast (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ballast an einem Ballon (1901)

Als Ballast (von ndt. bare Last) wird Material von hohem Gewicht, aber geringem Wert bezeichnet. In der Schifffahrt dient Ballast zur Stabilisierung, in der Luftfahrt zur Regelung von Auftrieb bzw. Gleitwinkel und bei Kränen zur Tieferlegung des Schwerpunkts. Neben Wasserballast wird auch Sand verwendet, bisweilen auch Metalle oder Steine.

Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Seefahrt verwendet man vor allem Wasserballast, der in speziellen Tanks mitgeführt wird. Er wird an Bord genommen, um zur notwendigen Stabilität des Schiffes beizutragen sowie den günstigsten Tiefgang und die erwünschte Trimmung zu erreichen. Ein Handelsschiff ohne Ladung fährt daher im maritimen Sprachgebrauch im Ballast oder in Ballast.

Bis ins 19. Jahrhundert bezeichnete man als Ballast auch eine schwere, doch fast wertlose Ladung wie Steine oder Sand.

Im Jacht- und Segelsport wird Wasserballast genutzt, um das aufrichtende Moment des Bootes/Schiffes zu erhöhen. Es wird Wasser in Tanks nach Luv gepumpt, um so das Fahrzeug aufrechter segeln zu können. Somit kann Gewicht im Kiel eingespart werden. Allerdings benötigt diese Technik einigen Raum (Tanks und Pumpentechnik) und wird daher fast ausschließlich bei Regattaschiffen eingesetzt.

Bei Segelbooten kann – auch ohne segelsportliche Trimm-Ambitionen – Wasserballast verwendet werden, um ein Boot leichter transportierbar zu machen; erst beim Zuwasserlassen des Bootes wird dann der Ballast eingefüllt.

Luftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Füllen der Wasserballasttanks an einer SZD-48

Bei Fahrzeugen leichter als Luft (Ballone, Luftschiffe) wird Ballast verwendet, um Auftriebsverluste auszugleichen. Meist wird dazu Wasser- oder Sandballast mitgeführt, den man bei Bedarf abwerfen kann, um das Luftfahrzeug leichter zu machen.

Bei einigen großen Luftschiffen wurden früher Ballastwassergewinnungsanlagen eingesetzt, um den durch den Kraftstoffverbrauch auftretenden Auftriebsgewinn zu kompensieren. Einige Starrluftschiffe konnten so die Abgase der Motoren mittels Außenluft abkühlen und das kondensierende Wasser als Gewichtsausgleich für den verbrauchten Kraftstoff nutzen.[1]

Hochleistungs-Segelflugzeuge verwenden (Wasser)-Ballast, um bei entsprechenden Windverhältnissen ihre Grundgeschwindigkeit zu erhöhen, da die maximale Gleitzahl, und damit die Reichweite im Gleitflug, unabhängig vom Gewicht des Flugzeugs ist.

In der Erprobungsphase von neuen Fahrzeugen (Luftfahrzeuge, Schienenfahrzeuge) wird deren Verhalten bei verschiedenen Gesamtgewichten und Gewichtsverteilungen mithilfe von Ballast getestet[2].

Wasserballast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

wird verwendet bei:

auch

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. F. Sturm, G. Molt: Ballastwassergewinnung im Luftschiff LZ 130 „Graf Zeppelin“ VDI-Zeitschrift Bd. 83, Nr. 15, 15. April 1939 (als Nachdruck in Peter Kleinheins, Wolfgang Meighörner (Hrsg.): Die großen Zeppeline – Die Geschichte des Luftschiffbaus. 3. überarb. Auflage. Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-21170-5.)
  2. In Nummer 4 fliegen nur Flaschen, Stern, 18. Mai 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Ballast – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen