Orgel der Großen Kirche (Leer)

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Orgel der Großen Kirche (Leer)
Leer Große Kirche Orgel.JPG
Allgemeines
Ort Große Kirche (Leer)
Orgelerbauer Albertus Antonius Hinsz
Baujahr 1763–1766
Letzte(r) Umbau/Restaurierung 2014–2017 durch Hendrik Ahrend
Orgellandschaft Ostfriesland
Technische Daten
Anzahl der Register 37
Anzahl der Pfeifenreihen 55
Anzahl der Manuale 3
Tontraktur Mechanisch
Registertraktur Mechanisch
Sonstiges
Bedeutende Organisten

Winfried Dahlke

Die Orgel der Großen Kirche (Leer) hat eine Geschichte von über vierhundert Jahren. Das Instrument in der Großen Kirche im ostfriesischen Leer ist im Laufe der Zeit immer wieder erweitert worden, wobei in den jeweiligen Grundbestand nicht wesentlich eingegriffen wurde, sodass noch Pfeifen aus dem 16. Jahrhundert erhalten sind. Das Instrument verfügt heute über 37 Register auf drei Manualen und Pedal, nachdem es ursprünglich nur neun Register besaß. Optisch eigentümlich wirkt die moderne Anlage mit zwei Rückpositiven.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renaissance-Orgel von de Mare 1609[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De-Mare-Orgel, heute in Stellichte

Die Geschichte der Orgel hat im Kloster Thedinga ihren Ursprung, für das vermutlich Andreas de Mare um 1570 eine Orgel schuf. Diese vermacht Graf Enno III. 1609 der Reformierten Kirchengemeinde in Leer. Marten de Mare wurde beauftragt, die Klosterorgel abzubauen und in der alten Liudgeri-Kirche in der Nähe des Plytenberges wieder aufzubauen. Der Pastor Wessel Onken konnte in seiner 1763 verfassten Chronik Beschryvink van het oude vlek Leer nicht sagen, ob es sich bei dieser Maßnahme um einen Um- oder Neubau gehandelt hat. Möglicherweise verwendete Marten de Mare die Pfeifen der Klosterorgel für den Umbau in Leer und den Prospekt für einen Orgelneubau in der St.-Georg-Christophorus-Jodokus-Kirche zu Stellichte im Jahre 1610.[1]

Jüngere Untersuchungen am Pfeifenwerk der Leeraner Orgel und an den historischen Prospektpfeifen der Renaissance-Orgel in Stellichte haben die unmittelbare Verwandtschaft beider Orgeln bestätigt, konnten jedoch die These von einer Aufteilung der Klosterorgel weder bestätigen noch widerlegen. Eine unmittelbare Verwandtschaft der beiden Instrumente ist jedoch durch den Vergleich der Pfeifeninskriptionen nachgewiesen worden.[2] Nachgewiesen wurde auch, dass die Orgel der Reformierten Kirche in Leer Pfeifen enthält, die vor 1609 ein Orgelbauer der Familie de Mare schuf und die 1609 Marten de Mare umarbeitete und wiederverwendete. sup

Rekonstruierte Disposition 1609:[3]

Manual CDEFGA–g2a2
Quintadena 16′ bis 1845?
Principal 8′ bis 1766/1855
Rohrflöte 8′
Quintadena 8′
Oktav 4′
Flöte (gedeckt) 4′
Oktave 2′
Sesquialtera II
Mixtur
Trompete 8′

Umbau und Erweiterung durch Hinsz 1763–1766[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglich kleine Leeraner Orgel wurde im Laufe von vierhundert Jahren zu einer großen Stadtorgel erweitert, ohne dass dabei der jeweilige Grundbestand wesentlich verändert wurde. Für 1685 und 1733–1734 sind Reparaturen belegt, wobei kein Orgelbauer namentlich genannt wird. Möglicherweise waren Joachim Kayser und Johann Friedrich Constabel tätig. Nach 1750 habe Dirk Lohmann eine „grand restauration“ durchgeführt, was sich urkundlich aber kaum nachweisen lässt.[4]

Einen eingreifenden Umbau, der nahezu einem Neubau gleichkam, nahm Albertus Antonius Hinsz (1763–1766) vor, der auch ein neues äußeres Gehäuse schuf. Das innere Tragwerk des Hauptwerks ist wesentlich älter und stammt möglicherweise noch aus der de-Mare-Orgel, deren Proportionen sich noch im Prospekt widerspiegeln.[5]

Disposition 1766:[3]

Hauptwerk C–c3
Prinzipal 8′ Hi/Ma?
Quintatön 16′ Hi/Ma?
Rohrflöte 8′ Ma
Quintatön 8′ Ma
Oktave 4′ Hi/Ma
Quintflöte 3′ Hi
Flöte 4′ Ma/Hi
Oktave 2′ Ma/Hi
Sesquialtera II Hi
Mixtur III–VI B/D Hi/Ma?
Trompete B/D 16′ Hi
Trompete 8′ Ma
Rückpositiv C–c3
Prinzipal 4′ Hi
Gedackt 8′ Hi
Flöte 4′ Hi
Quintflöte 3′ Hi
Waldflöte 2′ Hi
Kornett III D Hi
Sesquialtera II Hi
Scharf III Hi
Dulzian 8′ Hi
Pedal C–d1
angehängt
Ma = Marten de Mare (1608–1609 und vorher)
Hi = Albertus Anthonius Hinsz (1763–1766)

Erweiterung durch Höffgen 1845–1850[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linker Pedalturm mit Blendflügel

Johann Friedrich Wenthin überführte 1787 das Instrument unverändert in die heutige Kirche, die 1785–1787 gebaut wurde. Reparaturen und Jahrespflegen sind von Hinrich Just Müller (1800–1810), Wilhelm Eilert Schmid (?) (1811) und Herman Eberhard Freytag (1821) belegt.

In den Jahren 1845–1850 fand ein umfassender Erweiterungsumbau durch Wilhelm Caspar Joseph Höffgen und nach seinem Tod im Jahr 1849 durch Brond de Grave Winter und dessen Neffen Johann Visser statt. Man rückte das Gehäuse vor, fügte ein selbstständiges Pedalwerk hinzu, veränderte den Prospekt, setzte das Rückpositiv als Oberwerk auf das Hauptwerk und ersetzte einige Register.

Disposition 1850:[3]

Hauptwerk C–c3
Prinzipal 8′ Hö/Wi
Bordun 16′
Rohrflöte 8′ Ma
Quintatön 8′ Ma
Oktave 4′ Hi/Ma
Quinte 3′
Flöte 4′ Ma
Oktave 2′ Ma/Hi
Sexquialter II Hi
Mixtur III–VI Hi/Ma?
Trompete 16′ Hi
Trompete 8′ Ma/Hi/Wenthin
Oberwerk C–c3
Prinzipal 8′ Hö/Wi
Oktave 4′ Hi
Gedackt 8′ Hi
Flöte 4′ Hi
Quintflöte 3′ Hi
Waldflöte 2′ Hi
Flaute trav. 8′
Scharf III Hi
Dulzian 8′ Hi
Pedalwerk C–d1
Subbass 16′
Prinzipal 8′
Gedackt 8′
Oktave 4′
Posaune 16′
Trompete 8′
Ma = Marten de Mare (1608–1609 und vorher)
Hi = Albertus Anthonius Hinsz (1763–1766)
Hö = Wilhelm Höffgen (1845–1849)
Wi = Brond de Grave-Winter (1849–1850)

Ersatz von Registern 1888 und 1924[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entsprechend dem Zeitgeschmack mussten in den folgenden Jahrzehnten aufgrund der Maßnahmen von Gebr. Rohlfing (1888) und Friedrich Klassmeier (1924) weitere alte Register neuen weichen. Johann Diepenbrock (1900) arbeitete an der Traktur. Die 1917 für Rüstungszwecke abgegebenen zinnhaltigen Prospektpfeifen wogen 227 kg und wurden mit 1.770,65 DM erstattet. Sie wurden 1924 von Klassmeier durch Zinkpfeifen ersetzt.[6]

Disposition 1929:[3]

Hauptwerk C–c3
Prinzipal 8′ Kl
Bordun 16′
Rohrflöte 8′ Ma
Quintatön 8′ Ma
Oktave 4′ Hi/Ma
Quinte 3′
Hohlflöte 4′ Ma
Oktave 2′ Ma
Gamba 8′ Ro
Mixtur IV Hi/Ro/Ma
Gedackt 4′ Kl
Trompete 8′ Ma/Hi/Wenthin
Oberwerk C–c3
Prinzipal 8′ Kl
Oktave 4′ Hi
Gedackt 8′ Hi
Flaute 4′ Hi
Aeolsharfe 8′ Kl
Waldflöte 2′ Hi
Flaute trav. 8′
Salizional 8′ Kl
Oboe 8′ Kl
Pedalwerk C–d1
Subbass 16′
Prinzipal 8′ Kl
Gedackt 8′ Hö?
Oktave 4′
Posaune 16′
Trompete 8′
Ma = Marten de Mare (1608–1609 und vorher)
Hi = Albertus Anthonius Hinsz (1763–1766)
Hö = Wilhelm Höffgen (1845–1849)
Ro = Gebr. Rohlfing (1888)
Kl = Klassmeier (1923)

Restaurierung und Erweiterung durch Ott 1953–1955[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtes Rückpositiv

Ungewöhnlich ist der heutige äußere Aufbau mit einem linken und einem rechten Rückpositiv, der auf Paul Ott (1953–1955) zurückgeht. Zuvor (1951) war die Orgelempore zu einer Chorempore umgebaut worden. Ott veränderte auch den Prospekt, vergrößerte die Pedalgehäuse, beseitigte einen großen Teil des Schnitzwerks und schuf den freistehenden Spieltisch mit einer neuen Mechanik. Höffgens Oberwerksgehäuse steht seitdem leer. Ott übernahm bei seiner Erweiterung der Orgel 19 ältere Register.

Konsolidierung durch Ahrend 1963–1971[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In verschiedenen Bauabschnitten konsolidierten Ahrend & Brunzema von 1963 bis 1971 die Orgel (zunächst Hauptwerk und Pedal, 1971 die Rückpositive). Alle sieben modernen Zungenregister wurden erneuert, das gesamte Pfeifenwerk neu intoniert, Einzelpfeifen ersetzt, die Windladen überarbeitet und die Windversorgung durch zwei neue Magazinbälge verbessert.

Seit 1971 weist das Instrument folgende Disposition auf:[3]

I Rückpositiv (links) C–f3
Gedackt 8′ Hi
Praestant 4′ n
Blockflöte 4′ n[Anm. 1]
Waldflöte 2′ Hi[Anm. 2]
Quinte 113 n
Scharff IV–V n
Dulcian 8′ A&B
Sordun 16′ A&B
Tremulant


II Hauptwerk C–f3
Praestant 8′ n/o1/o2[Anm. 3]
Quintadena 16′ o1/n[Anm. 4]
Rohrflöte 8′ o1/o2[Anm. 5]
Oktave 4′ o1/o2/Hi/A&B
Quinte 223 [Anm. 6]
Spitzflöte 4′ n[Anm. 7]
Oktave 2′ o1/Hi/n[Anm. 8]
Sesquialtera II Ro/n[Anm. 9]
Mixtur V–VI n
Terzzimbel III n
Trompete 16′ A&B
Trompete 8′ o1/Hi[Anm. 10]
III Rückpositiv (rechts) C–f3
Gedackt 8′ n
Rohrflöte 4′ Hi
Rohrnasat 223 n
Praestant 2′ n
Tertian II n
Quintcimbel III n
Oktave 1′ n
Regal 8′ A&B
Tremulant


Pedal C–f1
Offenbass 16′ n
Subbass 16′
Oktave 8′ n
Oktave 4′
Nachthorn 2′ o1[Anm. 11]
Mixtur III–IV Kl/n
Posaune 16′ A&B
Trompete 8′ A&B
Kornett 2′ A&B
  • Koppeln: II/P, I/P, III/II, I/II.
o1 = vermutlich Andreas de Mare (Kloster Thedinga, vor 1609)
o2 = Marten de Mare unter Verwendung älterer Stimmen aus dem Kloster Thedinga (1608/1609)
Hi = Albertus Anthonius Hinsz (1763/1766)
Hö = Wilhelm Höffgen, Brond de Grave-Winter (1845–1850)
Ro = Rohlfing (1888)
Kl = Klassmeier (1924)
n = Paul Ott (1953–1955)
A&B = Ahrend & Brunzema (1963–1971)
Anmerkungen
  1. Altmaterial.
  2. Diverse.
  3. gis1–a2 de Mare und 18. Jh. aus Oktave 4′.
  4. cs0–f3 de Mare, Einzeltöne Hinsz.
  5. C–c3 de Mare vor 1609 / Änderung 1609.
  6. Um 2 Halbtöne aufgerückt.
  7. Neu, teilweise altes Material von Hinsz (foliiert).
  8. C–f1 de Mare / Umarbeitung Hinsz.
  9. 223′-Chor aus Gamba 8′ Rohlfing.
  10. C–c3 Kehlen de Mare, Becher 18. Jh.
  11. Ott-Umarbeitung als Hohlflöte 4′.

Restaurierung durch Ahrend 2014–2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuer Spieltisch von Hendrik Ahrend
Neue Traktur

LKMD Winfried Dahlke, Leiter des Organeum (Weener) und Organist an der Großen Kirche, inventarisierte die Tonbuchstaben auf dem alten Pfeifenbestand im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts (2006–2008) und erstellte in Zusammenarbeit mit Jürgen Ahrend eine sorgfältige Dokumentation der Forschungsergebnisse und der Baugeschichte der Orgel.[7] Diese Untersuchung bildet die Grundlage für die Restaurierung, für die sich der Kirchenbauverein der Großen Kirche einsetzt. Angesichts des gewachsenen Bestandes ist eine Rekonstruktion eines bestimmten früheren Zustands nicht sinnvoll, sodass eine Konservierung des historischen Materials angestrebt wird und nur spätere mangelhafte Veränderungen rückgängig gemacht werden sollen. Eine internationale Expertengruppe hat auf einer Orgelkonferenz im Januar 2012 über ein mögliches Restaurierungskonzept beraten.[8]

Die Restaurierung wird in zwei Bauabschnitten durchgeführt. Von 2014 bis 2015 wurden die schwergängige mechanische Traktur erneuert und der Spieltisch im Untergehäuse rekonstruiert sowie die Anlage des leerstehenden Oberwerks zum Ausbau vorbereitet. Hierfür liegen Spenden und öffentliche Fördermittel in Höhe von € 210.000 vor. In einem zweiten Bauabschnitt werden für € 600.000 das historische Pfeifenwerk mit 2500 Pfeifen restauriert, alle Prospektpfeifen aus reinem Zinn erneuert und die ursprüngliche Windanlage rekonstruiert. Für das Oberwerk werden elf Register mit insgesamt 800 Pfeifen samt Windlade rekonstruiert. Alle minderwertigen Register, die zwischen 1888 und 1955 entstanden, werden ersetzt. Während der Restaurierungsmaßnahmen bleibt die Orgel in Teilen spielbar.[9]

Geplante Disposition ab 2018:

I Rückpositiv (links) C–f3
Hohlflöte 8′ A
Principal 4′ A
Blockflöte 4′ A
Spitzflöte 2′ A
Quinte 113 A
Scharff IV–V A
Sordun 16′ A&B
Cromorne 8′ A&B


II Hauptwerk C–f3
Quintadena 16′ A
Praestant 8′ A/o1/o2
Rohrflöte 8′ o1/o2/A[Anm. 1]
Quintadena 8′ o1/A[Anm. 2]
Oktave 4′ o1/o2/Hi/A
Flöte 4′ A
Quinte 223 Hö/A
Oktave 2′ o1/Hi/A[Anm. 3]
Sesquialtera II A
Mixtur III A
Cimbel III A
Trompete 16′ A&B
Trompete 8′ o1/Hi[Anm. 4]
III Rückpositiv (rechts) C–f3
Gedackt 8′ A
Hohlflöte 4′ A
Nasat 223 A
Principal 2′ A
Terz 135 A
Oktave 1′ A
Cimbel II A
Regal 8′ A&B


III Oberwerk C–f3
Principal 8′ A
Gedackt 8′ Hi
Flaute trav. 8′ A
Oktave 4′ A
Rohrflöte 4′ Hi
Quinte 223 A
Waldflöte 2′ Hi[Anm. 5]
Cornett III D A
Scharff III A
Dulcian 8′ A
Pedal C–f1
Principal 16′ A
Subbass 16′
Oktave 8′ A
Oktave 4′
Nachthorn 2′ o1/A
Mixtur III A
Posaune 16′ A&B
Trompete 8′ A&B
Kornett 2′ A&B
  • Koppeln: II/P, I/P, III/II, I/II.
o1 = vermutlich Andreas de Mare (Kloster Thedinga, vor 1609)
o2 = Marten de Mare unter Verwendung älterer Stimmen aus dem Kloster Thedinga (1608/1609)
Hi = Albertus Anthonius Hinsz (1763/1766)
Hö = Wilhelm Höffgen, Brond de Grave-Winter (1845–1850)
A&B = Ahrend & Brunzema (1963–1971)
A = Ahrend (2014–2017)
Anmerkungen
  1. C–c3 de Mare vor 1609 / Änderung 1609.
  2. cs0–f3 de Mare, Einzeltöne Hinsz.
  3. C–f1 de Mare / Umarbeitung Hinsz.
  4. C–c3 Kehlen de Mare, Becher 18. Jh.
  5. Diverse.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1971

  • 37 Register
  • Traktur:
    • Tontraktur: Mechanisch
    • Registertraktur: Mechanisch
  • Gleichstufige Stimmung
  • Windladen Hauptwerk von Hinsz
  • Windladen Pedalwerk von Höffgen
  • Windladen Rückpositove von Ott

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Orgellandschaft Ostfriesland mit ihrem reichen Orgelbestand aus sechs Jahrhunderten stellt die Orgel in Leer nach der gotischen Orgel der Rysumer Kirche das zweitälteste Instrument dar. Eingreifende Umbauten haben zwar die äußere Gestalt mehrfach stark verändert, ein Grundbestand an alten Pfeifen wurde aber jeweils übernommen. Der gewachsene Zustand der Leeraner Orgel umfasst Pfeifen aus fünf Jahrhunderten seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert. Sie ist das einzige Werk von Hinsz auf deutschem Boden. Sie wird nach Abschluss der Restaurierung maßgeblich durch den barocken Stil geprägt sein.[9] Mit 48 Registern, die auf vier Manualwerke und Pedal verteilt sein werden, wird sie die größte Stadtorgel in Ostfriesland sein.[10]

Im Sommer finden regelmäßig Orgelkonzerte im Rahmen des „Internationalen Leeraner Orgelsommers“ in der Großen Kirche statt.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Winfried Dahlke, Jürgen Ahrend: Die Dokumentation der Orgel in der Evangelisch-Reformierten Großen Kirche zu Leer – Das historische Pfeifenwerk. Noetzel, Wilhelmshaven 2011, ISBN 3-7959-0927-9 (Erste Fassung 2008 Print on Demand).
  • Walter Kaufmann: Die Orgeln Ostfrieslands. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1968, S. 153–155.
  • Kirchenrat der Ev.-ref. Kirchengemeinde Leer (Hrsg.): Orgel Grosse Kirche Leer. Information zur Geschichte und Situation der Orgel in der Grossen Kirche zu Leer. Sollermann, Leer 2014.
  • Günter Lade (Hrsg.): 40 Jahre Orgelbau Jürgen Ahrend 1954–1994. Selbstverlag, Leer-Loga 1994.
  • Uda von der Nahmer: Windgesang. Orgeln, Wind und Verwandte. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 2008, ISBN 978-3-940601-03-2, S. 26–27.
  • Wessel Onken: Aus Leers Vergangenheit (Chronik des Fleckens Leer). Loeser, Reinbek 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe NOMINE e.V.: Orgel in Stellichte, gesehen 13. Januar 2013.
  2. Ahrend, Dahlke: Dokumentation. 2008, S. 240–248.
  3. a b c d e Dispositionen nach Ahrend, Dahlke: Dokumentation. 2008, S. 12–17.
  4. Kaufmann: Orgeln in Ostfriesland. 1968, S. 153; Ahrend, Dahlke: Dokumentation. 2008, S. 11.
  5. Ahrend, Dahlke: Dokumentation. 2008, S. 75.
  6. Siehe Ahrend, Dahlke: Dokumentation. 2008, S. 9.
  7. Ahrend, Dahlke: Dokumentation. 2008/2011.
  8. ostfriesischelandschaft.de: Orgelkonferenz 11.–13. Januar 2012 (Memento vom 2. Juni 2014 im Internet Archive), gesehen 13. Januar 2013.
  9. a b Ostfriesen-Zeitung vom 14. Januar 2014: Ursprüngliche Pracht einer alten Orgel. Gesehen 26. Februar 2014.
  10. Kirchenrat der Ev.-ref. Kirchengemeinde Leer (Hrsg.): Orgel Grosse Kirche Leer. 2014, S. 15.
  11. Konzertkalender, gesehen 26. Februar 2014.

Koordinaten: 53° 13′ 42″ N, 7° 26′ 59″ O