Orgeln der Frauenkirche (München)

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Orgeln der Frauenkirche (München)
Main pipe organ - Frauenkirche - Munich - Germany 2017.jpg
Allgemeines
Ort Frauenkirche (München)
Orgelerbauer Georg Jann
Baujahr 1994 (Hauptorgel)
1993 (Andreasorgel)
1985 (Holzorgel)
1981 (Truhenorgel)
Epoche 20. Jahrhundert
Orgellandschaft Bayern
Sonstiges
Bedeutende Organisten

Hans Leitner (seit 2003)
Franz Lehrndorfer (1969–2002)
Heinrich Wismeyer (1945–1969)
Josef Schmid (1901–1944)

Die Frauenkirche (München) verfügt über insgesamt vier Orgeln, die alle von der Werkstatt Jann aus Allkofen (Laberweinting/Niederbayern) erbaut wurden.

Die Hauptorgel (1994) auf der Westempore und die Chor- oder Andreasorgel (1993) auf einer Seitenmpore im südlichen Seitenschiff bilden die Orgelanlage. In der Sakramentskapelle befindet sich noch eine Holzorgel. Außerdem gibt es im Dom ein kleines Orgelpositiv (1981).

Hauptorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der fahrbare Spieltisch

Die Hauptorgel, die 1994 im Zuge der Dom-Restaurierung von Georg Jann erbaut wurde, ersetzte ein Instrument vom Orgelbauer Josef Zeilhuber (Altstädten) aus dem Jahr 1957, das 107 Register auf vier Manualen und Pedal (Kegelladen mit elektro-pneumatischer Traktur) hatte,[1] und das sich heute im Orgelzentrum Valley befindet.[2]

Anstelle des vorherigen Freipfeifenprospekts fand die neue Hauptorgel in einem Orgelgehäuse Aufstellung. Der Prospekt der neuen Hauptorgel wurde architektonisch nach dem Muster norddeutscher Orgeln wie der Stellwagen-Orgel in St. Marien zu Stralsund gestaltet.

Die Hauptorgel hat 95 Register (mit 7165 Pfeifen) auf vier Manualen und Pedal, und ist sowohl von einem Spieltisch mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur (hinter dem Rückpositiv, obere Empore) als auch einem identischen fahrbaren Spieltisch auf der unteren Chorempore (sowie, per Walze, von der Chor- oder Andreasorgel) aus spielbar. Zusätzlich gibt es ein Chamadewerk mit fünf Registern, das jedem Manual und dem Pedal frei zugeteilt werden kann. Außerdem verfügt das Instrument über drei Neben- und Effektregister: ein Glockenspiel mit 39 Schalenglocken, ein Carillon mit 30 Röhrenglocken sowie einen Zimbelstern.

I Rückpositiv C–a3
1. Quintade 16′
2. Praestant 8′
3. Voce umana (ab c0) 8′
4. Rohrflöte 8′
5. Quintade 8′
6. Octave 4′
7. Hohlflöte 4′
8. Sesquialtera 223
9. Superoctave 2′
10. Flautino 2′
11. Quinte 113
12. Sifflöte 1′
13. Scharff IV–VI 1′
14. Cymbel III 13
15. Trompette 8′
16. Cromorne 8′
17. Clairon 4′
Tremulant
II Hauptwerk C–a3
18. Praestant 16′
19. Gedeckt 16′
20. Octave I–II 8′
21. Gambe 8′
22. Flûte harmonique 8′
23. Quinte 513
24. Octave I–II 4′
25. Flauto 4′
26. Terz 315
27. Quinte 223
28. Octave I–II 2′
29. Mixtur major VI–VIII 2′
30. Mixtur minor IV 1′
31. Cornet V 8′
32. Trompete 16′
33. Trompete 8′
34. Horn[Anm. 1] 8′
Tremulant
III Positiv C–a3
35. Gemshorn 16′
36. Praestant 8′
37. Bourdon 8′
38. Octave 4′
39. Blockflöte 4′
40. Nazard 223
41. Doublette 2′
42. Tierce 135
43. Larigot 113
44. Mixtur V 113
45. Oberton II 27′ + 89
46. Dulcian 16′
47. Schalmey 8′
48. Clarinette 8′
Tremulant
Glockenspiel (c1–d3)
Carillon (C–f2)
IV Schwellwerk C–a3
49. Gambe 16′
50. Bourdon 16′
51. Diapason 8′
52. Flûte traversière 8′
53. Bourdon 8′
54. Aeoline 8′
55. Salicional 8′
56. Unda maris (ab A) 8′
57. Octave 4′
58. Flûte octaviante 4′
59. Nachthorn 4′
60. Viola 4′
61. Quinte 223
62. Octavin 2′
63. Tierce 135
64. Piccolo 1′
65. Progressio harm. II–V 113
66. Plein-jeu IV 2′
67. Basson 16′
68. Trompette harmonique 8′
69. Hautbois 8′
70. Vox humana 8′
71. Clairon harmonique 4′
Tremulant
Carillon (C–f2)
Chamadewerk C–a3
72. Chamade 16′
73. Chamade 8′
74. Tuba 8′
75. Trompeta quinta 513
76. Clairon 4′
Pedal C–f1
77. Principalbaß 32′
78. Violonbaß 32′
79. Principal 16′
80. Violon 16′
81. Subbaß 16′
82. Quinte 1023
83. Octave 8′
84. Baßflöte 8′
85. Cello 8′
86. Octave 4′
87. Offenflöte 4′
88. Bauernflöte 2′
89. Hintersatz IV 223
90. Baßmixtur VI 2′
91. Bombarde 32′
92. Posaune 16′
93. Fagott 16′
94. Trompete 8′
95. Feldtrompete 4′
  • Koppeln:
    • Manualkoppeln: III/I, IV/I, I/II, III/II, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P
    • Oktavkoppeln: II/II, IV/II, IV/IV, III/P, IV/P
    • Suboktavkoppeln: II/II, IV/II, IV/IV
    • Chamadenkoppeln: an I, II, III, IV und P; Chamaden Suboctave, Chamaden Superoctave
    • Zusätzliche Koppeln für die Chororgel in den beiden Hauptspieltischen: OW an I, BW an I
  • Spielhilfen: Setzeranlage mit 6.400 Speicherplätzen, Sequenzer vor- und rückwärts, Tutti, Piston „Walze an“, Crescendowalze, Schwelltritt, Einzelabsteller für die Zungen, Hauptorgel ab, Chororgel ab, Koppeln als Registerwippen und Pistons in Wechselwirkung.

Anmerkungen

  1. durchschlagend.

Chororgel (Andreasorgel)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreasorgel

Die dreimanualige Chor- oder Andreasorgel mit 36 Registern wurde 1993 erbaut und befindet sich im südlichen Seitenschiff auf Höhe der Stufen zum Altarraum. Sie verfügt über einen mechanischen Spielschrank, ist durch Lichtwellenleiter mit der Hauptorgel verbunden und kann deshalb auch von der Westempore aus gespielt werden. Ebenso ist die Hauptorgel (über die Crescendowalze) auch vom Spieltisch der Andreasorgel aus spielbar. Die Andreasorgel verfügt über einen Cymbelstern als zusätzliches Effektregister.

I Hauptwerk C–a3
(II im Hauptspieltisch)
1. Principal 16′
2. Principal 8′
3. Bourdon 8′
4. Octave 4′
5. Quinte 223
6. Superoctave 2′
7. Cornett V 8′
8. Mixtur VI 113
9. Trompete 8′
10. Clairon 4′
II Oberwerk C–a3
(III im Hauptspieltisch)
11. Principal 8′
12. Rohrflöte 8′
13. Octave 4′
14. Blockflöte 4′
15. Nasat 223
16. Flautino 2′
17. Terz 135
18. Scharff IV 1′
19. Dulcian 16′
20. Oboe 8′
Tremulant
III Brustwerk (schwellbar) C–a3
(IV im Hauptspieltisch)
21. Holzgedackt 8′
22. Salicional 8′
23. Holzflöte 4′
24. Principal 2′
25. Quinte 113
26. Cymbel III 23
27. Cromorne 8′
Tremulant
Cymbelstern
Pedal C–f1
28. Principal 16′
29. Subbass 16′
30. Octavbaß 8′
31. Gedecktbaß 8′
32. Nachthorn 4′
33. Hintersatz IV 223
34. Bombarde 16′
35. Posaune 8′
36. Zinke 4′
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
  • Spielhilfen: Setzeranlage mit 64 Speicherplätzen, Sequenzer vor- und rückwärts, Crescendowalze, Schwelltritt, Pistons „Walze Chororgel an“ und „Walze Hauptorgel an“, Koppeln als Züge und Pistons in Wechselwirkung.

Holzorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgel der Sakramentskapelle

Die zweimanualige Holzorgel mit 11 Registern und elektrischer Spiel- und Registertraktur wurde im Jahre 1985 erbaut und befindet sich in der Sakramentskapelle des Domes.

I Manual C–g3
1. Principalfichte 8′
2. Birnenflöte 4′
3. Nußhörnchen 223
4. Kirschpfeife 2′
5. Palisandercymbel II
II Manual C–g3
6. Gedackteiche 8′
7. Oregonal 8′
8. Rohrahorn 4′
9. Dulziana 8′
Tremulant
Pedal C–f1
10. Subbaß 16′
11. Baßkiefer 8′
  • Koppeln: Oberoktav II/P, II/P, I/P

Truhenorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einmanualige transportable Truhenorgel mit 5 Registern (ohne Pedal) wurde 1981 erbaut:

Manual C–d3 (ohne Cis)

Bass: C-b / Diskant: h-d3


Holzflöte B/D 8′
Rohrflöte B/D 4′
Prinzipal B/D 2′
Sesquialtera II (ab h0)
Mixtur II–III
Tremulant

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Darstellung der einzelnen Instrumente auf der Webseite des Domorganisten Hans Leitner

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lehrndorfer, Franz (Hg.): Das Orgelwerk im Münchner Dom Zu Unserer Lieben Frau. München: Dompfarramt Zu Unserer Lieben Frau, 1994.

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zum Spieltisch der Zeilhuber-Orgel
  2. ''Vita Dr. Johann Friedrich Sixtus Lampl''. Lampl-orgelzentrum.com. Abgerufen am 20. Juni 2010.