Ostpreußische Kleinbahnen AG

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Ostpreußischen Kleinbahnen AG waren bis 1945 Eigentümer von zwölf Kleinbahnen in der ehemaligen preußischen Provinz Ostpreußen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AG für Verkehrswesen (AGV) hatte in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg die Kapitalmehrheit fast aller Privat- und Kleinbahnen in der Provinz Ostpreußen erlangt. In der Krisenzeit nach dem Krieg wollte sie die Verwaltung der im ganzen Land verstreuten Bahnen zusammenfassen.

So vereinigte sie am 30. Juni 1924 unter dem Dach ihrer größten Tochtergesellschaft, der Insterburger Kleinbahn-AG, eine Anzahl von bisher rechtlich selbständigen Unternehmungen. Die aufnehmende Gesellschaft wurde gleichzeitig in Ostpreußische Kleinbahnen-AG umbenannt und verlegte ihren Sitz von Insterburg nach Königsberg.

Wichtige Aktionäre waren bis zum Jahre 1945 der Preußische Staat, die Provinz Ostpreußen, zahlreiche ostpreußische Städte und Landkreise sowie nicht zuletzt die AGV und ihre Tochter, die Ostdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft in Königsberg (ODEG). Diese führte auch den Betrieb sämtlicher Kleinbahnen.

Als im Winter 1944/45 die Rote Armee ganz Ost- und Westpreußen eroberte, kamen die Kleinbahnbetriebe unter russische oder polnische Oberhoheit; die meisten wurden zerstört oder demontiert. Das führte anschließend zur Liquidation der Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft und der Ostpreußischen Kleinbahnen AG.

Kleinbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Kleinbahnen waren Eigentum der Ostpreußischen Kleinbahnen AG. Die meisten waren bis 1924 rechtlich selbständige Aktiengesellschaften, die Rastenburger allerdings GmbH:

Die Liste enthält Spurweite, Streckenlänge und Eröffnungsdatum der ersten Teilstrecke. Vom Gesamtnetz mit einem Umfang von 777 km Länge, war der größte Teil (756 km) schmalspurig, davon 215 km meterspurig, 526 km in der Spurweite von 750 mm und 15 km in der Spurweite von 600 mm angelegt; nur 21 km besaßen normalspurige Gleise. Ein kleiner Abschnitt von Tilsit nach Mikieten (7,6 km) war elektrifiziert.

Kleinbahn Spur-
weite
mm
Länge
km
Datum
Elchniederungsbahn früher Niederungsbahn 750 53,3 7. November 1902
Kleinbahn Heydekrug–Kolleschen 1435 16,2 14. Dezember 1913
Insterburger Kleinbahnen 750 221,4 1. August 1902
Königsberger Kleinbahn 750 58,6 15. Januar 1900
Lycker Kleinbahnen 1000 48,0 22. Oktober 1913
Ortelsburger Kleinbahn 600 15,4 16. Juni 1920
Rastenburger Kleinbahnen 750 127,3 1. Mai 1898
Pillkaller Kleinbahn, ab 1938 Schloßberger Kleinbahnen 1000 60,8 24. Dezember 1901
Kleinbahn Pogegen–Schmalleningken 1000 65,5 1. August 1902
Treuburger Kleinbahnen früher Oletzkoer Kleinbahnen 1000 43,1 18. September 1911
Wehlau–Friedländer Kreisbahnen 750 65,8 9. April 1898
Kleinbahn Wöterkeim–Schippenbeil 1435 5,0 30. Juni 1907 (erst ab 1930)

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Handbuch der öffentlichen Verkehrsbetriebe 1940, Berlin 1940