Treuburger Kleinbahnen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Oletzkoer Kleinbahnen (Treuburger Kleinbahnen)
Streckenlänge:43,10 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
   
Bittkowen (geplant, nicht ausgeführt)
   
27,2 Garbassen
   
26,3 Mierunsken/Merunen Nord
   
23,2 Mierunsken/Merunen Mitte
   
22,6 Mierunsken/Merunen Süd
   
20,3 Mierunsken/Merunen Gut
   
17,8 Drosdowen/Drosten
   
15,5 Buttken
   
13,6 Bialla/Billstein
   
11,4 Lehnarten
   
8,8 Dombrowsken/Königsruh
   
6,3 Stobbenort
   
4,4 Seedranken
   
3,6 Klein Lassek/Liebchensruh
   
0,9 Marggrabowa/Treuburg Hp
   
0,0 Marggrabowa/Treuburg Klb
   
Bahnstrecke Insterburg–Lyck
   
1,7 Elisenhöhe
   
4,0 Kukowen/Reinkental Gut
   
5,1 Kukowen/Reinkental Hp
   
5,7 Kukowen/Reinkental Wald
   
7,9 Sayden/Saiden
   
10,6 Giesen
   
12,5 Duttken
   
13,8 Konradsfelde
   
15,9 Schwentainen (Kr Oletzko)

Die Treuburger Kleinbahnen waren ein Eisenbahnbetrieb, der aus der Oletzkoer Kleinbahn-AG im ostpreußischen Landkreis Treuburg hervorgegangen ist.

Bahnstrecke Garbassen–Marggrabowa/Treuburg–Schwentainen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ostpreußische Kreis Oletzko, der seit 1933 Kreis Treuburg hieß, wurde 1879 durch die Preußische Ostbahn mit der Strecke Goldap–Marggrabowa–Lyck an das Eisenbahnnetz angeschlossen; 1908 kam noch eine Nebenbahn von Marggrabowa nach Kruglanken dazu. Marggrabowa war die Hauptstadt des Kreises Oletzko und wurde 1928 in Treuburg umbenannt.

Oletzkoer Kleinbahn-Aktiengesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die verbliebenen Lücken sollten durch die Oletzkoer Kleinbahn-AG geschlossen werden. Diese wurde vom Preußischen Staat mit einem Aktienkapital von 1.050.000 Mark, dem Provinzialverband Ostpreußen und dem Kreis Oletzko mit einem Aktienkapital von je 525.000 Mark sowie der dem Bahnbauunternehmung Lenz & Co. gehörenden Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft in Königsberg mit 463.000 Mark am 6. Dezember 1909 gegründet.[1]

Streckenführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Strecken wurden in Meterspur angelegt und am 18. September 1911 eröffnet. Die nördliche führte von der Kreisstadt mit damals über 5.000 Einwohnern über Mierunsken (Merunen) an der russischen Grenze bis nach Garbassen und war 27 Kilometer lang. Ursprünglich war geplant, die Strecke bis Bittkowen zu führen.

Die zweite Strecke erstreckte sich in südwestlicher Richtung bis Schwentainen und war 16 Kilometer lang. Unklar ist, ob die Züge beider Strecken in Marggrabowa an derselben Station abgefahren sind. Es gibt Hinweise darauf, dass die Ausgangsbahnhöfe 800 m voneinander entfernt gewesen sind.

Zunächst verkehrten auf beiden Strecken drei Zugpaare täglich, wobei die Züge nach Garbassen fünf Minuten nach denen nach Schwentainen in Marggrabowa abfuhren und umgekehrt fünf Minuten eher ankamen. Durchgehende Züge gab es nicht.

1913/14 wurden 89.392 Personen und 18.375 t Güter befördert. 1938/39 waren es 38.174 Personen und 20.321 t Güter.

Im Ersten Weltkrieg gab es durch Kampfhandlungen und Plünderungen erhebliche Schäden an der Kleinbahn.

Die Betriebsführung wurde der Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (ODEG) in Königsberg übertragen, die auch die Aktien von Lenz & Co an der Bahn erworben hatte.

Am 30. Juni 1924 wurde die Oletzkoer Kleinbahn-AG in die Insterburger Kleinbahn-AG eingegliedert, die sich anschließend Ostpreußische Kleinbahnen AG nannte.

Die Strecken wurden im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Nach der sowjetischen Besetzung des Gebietes und Angliederung an Polen 1945 wurde die Strecke nicht wieder in Betrieb genommen.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Betriebseröffnung standen vier baugleiche Lokomotiven zur Verfügung. Drei davon wurden im Ersten Weltkrieg nach Polen gebracht und gingen von dort wohl nach Russland. So wurden 1915 zwei dreiachsige (1’B) und 1916 eine vierachsige (1’C) von Jung bezogen, baugleiche Lokomotiven gingen an die Lycker Kleinbahnen. Im Jahre 1939 standen folgende Fahrzeuge zur Verfügung: vier Dampflokomotiven, acht Personen-, zwei Pack- und 36 Güterwagen. Auch die Lokomotiven waren im Krieg wohl so beschädigt worden, dass ein weiterer Einsatz nicht in Frage kam.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried Bufe (Hrsg.): Eisenbahnen in West- und Ostpreußen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1986, ISBN 3-922138-24-1, (Ostdeutsche Eisenbahnen 1).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Treuburger Kleinbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gründungsnachweis. Regierungspräsident Gumbinnen, 13. Dezember 1909, abgerufen am 28. Juli 2018.
  2. Jörg Petzold: Die Lok SPREEWALD und ihre „Schwestern“. In: Die Museums-Eisenbahn. Nr. 3, 2017, ISSN 0936-4609, S. 38.