Ostrazismus (Psychologie)

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Ostrazismus bezeichnet die Ächtung eines Gruppenmitgliedes oder auch die Androhung von Ächtung durch Konsensbildung in Gruppen mit hoher Kohäsion. Ein durch gänzliche Ignoranz gekennzeichneter Ostrazismus sowie die Ausgrenzung aus einer bedeutsamen sozialen Gruppe kann in Menschen sozialen Schmerz auslösen. Der Name (ostrakon = Tonscherbe, Scherbengericht) leitet sich aus einer Form der Volksabstimmung im antiken Athen mittels beschriebener Tonscherben ab, in der über die Verbannung von Bürgern aus politischen Gründen abgestimmt werden konnte. (Stangl, 2019).[1]

Eine weitere Definition besagt, dass der Ostrazismus die soziale Ausgrenzung oder Exklusion in der sozialen Benachteiligung und Abstieg an den Rand der Gruppe oder Gesellschaft ist. Damit ist der Prozess gemeint, in dem Einzelpersonen oder ganze Gemeinschaften von Menschen systematisch verschiedene Rechte, Möglichkeiten und Ressourcen (oder der volle Zugriff darauf) verweigert werden, die normalerweise für die Mitglieder einer anderen Gruppe zur Verfügung stehen und die von grundlegender Bedeutung für die soziale Integration in bestimmte Gruppen sind (wie z. B. Wohnen, Beschäftigung, Gesundheit, bürgerliches Engagement, demokratische Teilhabe und ordnungsgemäße Verfahren, Prozesse).[2]

Der Begriff wird fächerübergreifend eingesetzt in Bildung, Soziologie, Psychologie, Politik und Wirtschaft.

Induktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt mehrere Wege, den Ostrazismus künstlich (beispielsweise für soziale Experimente) herzustellen.

Eine der bekanntesten Methoden ist das Cyber-Ball Paradigma. Mithilfe dieses Paradigmas werden psychologische Versuche zum sozialen Ausschluss durchgeführt. Das Experiment besteht aus einem in die virtuelle Realität übertragenen Ballspiel, bei dem eine Versuchsperson ohne einen für sie erkennbaren Grund von den anderen BallspielerInnen ausgeschlossen wird.[3] In vorangegangenen Studien konnte gezeigt werden, dass Kränkungen und Ausgrenzung in virtuellen Umgebungen dieselben Emotionen auslösen und ähnliche körperliche Reaktionen bedingen wie in der Realität.[3]

Eine der Erklärungen dafür ist, dass mit der sozialen Ausgrenzung die vier evolutionär verankerten sozialen Grundbedürfnisse „soziale Kontrolle“, „Zugehörigkeit“, „Selbstwert“ und „Daseinsberechtigung“ maßgeblich bedroht werden.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostrazismus und Diskriminierung: Die soziale Bedeutung der Interaktion in: Friedemann W. Nerdinger, Gerhard Blickle, Niclas Schaper (2018): Arbeits- und Organisationspsychologie S. 65 f

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Stangl: Ostrazismus. Abgerufen am 10. April 2019.
  2. Diplom-Psychologe Christian Hilscher: Soziale Ausgrenzung, Exklusion (Psychologie) • PSYLEX.de. Abgerufen am 10. April 2019.
  3. a b c Soziale Ausgrenzung in Computerspielen wirkt negativ ins echte Leben. In: MedMix. 16. Februar 2017, abgerufen am 10. April 2019 (deutsch).